Full text : Amtliche Kriegsdepeschen Band 5 (5)

Heeresfront  des  Generalfeldmarschalls  Prinzen  Leopold  von  Bahern:  In  Wolhynien
blieben  auch  gestern  alle  Anstrengungen  des  Feindes,  die  Linien  der  vierten  Armee
ins  Schwanken  zu  bringen,  völlig  erfolglos.  Die  Russen  erlitten  schwere  Verluste.

Am  unieren  Stochod  unternahm  der  Gegner  mit  gleichem  Mißerfolg  schwächlichere
  Vorstöße.

Italienischer  Kriegsschauplatz.  Auf  der  Karst-Hochfläche  ist  die  Artillerie—
schlacht  in  vollem  Gange.  Stellenweise  versuchte  die  feindliche  Infanterie  zum  Angriff
anzusehzen;  unser  Geschützfeuer  hielt  sie  sedoch  nieder.

An  der  Fleimstal=  Front  dauern  die  Geschützkämpfe  fort;  die  Lage  blieb
unverändert.

Am  Cimone  haben  unsere  Truppen  in  der  Zeit  vom  23.  September  bis  2.  Oktober
35  Italiener  aus  der  Verschüttung  geborgen.  Im  ganzen  wurden  432  Gefangene
eingebracht,  6  Maschinengewehre,  3  Minenwerfer,  viele  Gewehre  erbeutet.

Süböstlicher  Kriegsschauplatz.  In  Albanien  nichts  von  Belang.

Der  Stellvertreter  des  Chefs  des  Generalstabes.
v.  Hoefer,  Feldmarschalleutnant.

Ereignisse  zur  See.  Am  4.  abends  hat  ein  Seeflugzeuggeschwader  die  feindliche
  Seeflugstation  bei  Grado,  dann  militärische  Objekte  in  Monfalcone,  San  Canziano
und  Staranzano  mit  schweren,  mittleren  und  leichten  Zomben  mit  sehr  gutem  Erfolge
belegt.  Die  Flugzeuge  find  trotz  heftiger  Zeschießung  alle  unverfehrt  eingerückt.

Flottenkommando.  (W.  T.  B.)

Der  Kaiser  bei  den  Truppen  des  Generals  v.  Linsingen.

Berlin,  s.  Oktober.  Der  Kaiser  hat  sich  an  die  Ostsront  zu  den  Truppen
des  Generalobersten  v.  Linsingen  begeben,  gegen  die  sich  der  Hauptangriff  der
Zussen  richtet.  (W.  T.  B.)

VBorstöße  der  Russen  in  der  Dobrudscha  gescheitert.

Sofia,  s.  Oktober.  (Bulgarischer  Generalstabsbericht  vom  s.  Oktober.)

RKumünische  Front:  Längs  der  Donau  RKuhe.  Die  Landungsoperation  des  Feindes
beim  Dorfe  RKsahovo  ist  vollkommen  zurückgeschlagen  worden,  und  es  befindet  sich
kein  einziger  rumänischer  Soldat  mehr  auf  unserem  Lfer.  In  den  meisien  Dörfern,
die  der  Feind  besetzt  hatte,  verübten  die  rumänischen  Truppen  Mordtaten,  Dergewaltigungen,
  Brandstiftungen  ufsw.,  Schandtaten  für  eine  Nation,  die  den  Anspruch
darauf  erhebt,  eine  Kulturnation  zu  sein.

In  der  Dobrudscha  sind  alle  Anstrengungen  des  Feindes,  gegen  unsere  Stellungen
auf  der  Linie  Karabadza—  Sofular  —Amzatscha—  Herweli  vorzurücken,  in  unserem
Feuer  und  infolge  unserer  Gegenangriffe  gescheitert.  Mehrere  nächtliche  Angriffe
des  Feindes  sind  gleichfalls  gescheitert.  Auf  der  übrigen  Front  lebhafte  Artillerietätigkeit.