Contents : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1868. (34)

174  Der  Feldzug  im  Osten  vom  12.  Sept.  bis  5.  Nov.  1914

war.  Sogar  der  Gesundheitszustand  des  Heeres  hatte  gelitten.  Die  Nuhr
schwächte  die  Widerstandskraft  der  Truppen  und  bereikete  im  Bunde
mit  dem  unaufhörlichen  Regen  und  den  trostlosen  Verhältnissen  Galiziens
einem  schlimmeren  Gaste  den  Weg:  die  Cholera  war  im  Anzug.  Lroß#=dem
  traten  die  österreichisch-ungarischen  Armeen  beherzet  zu  neuen  Feldzügen
  an.

Der  Beginn  der  allgemeinen  Bewegung  wurde  auf  den  3.  und  4.  Oktober
  angesecht  und  mit  dem  Vormarsch  der  Armee  Hindenburgs  und  dem
der  Armee  Dankl  tunlichst  in  Einklang  gebracht.  Ein  kräftiger  Eneschluß
wies  Weg  und  Ziel.  Ob  der  Gormarsch  zeitig  genug  erfolgen  und
rasch  genug  durchgeführt  werden  konnte,  um  die  ARussen  zwischen  der
Wisloka  und  dem  San  zu  fesseln  und  zum  Schlagen  zu  zwingen,  während
ihre  Kräfte  zur  Verteidigung  der  Weichselbrücken  und  der  Abwehr  der
dort  von  Hindenburg  drohenden  Umfassung  gebraucht  wurden,  mußte  die
Enewicklung  lehren.

Oa  die  1.  Armee  seit  dem  1.  Oktober  mit  Teilkräften  auf  dem  Nord.
ufer  in  Vormarsch  auf  Klimontow  und  Sandomierz  war  und  Dankls  Südgruppe
  am  3.  Oktober  auf  Kolbuszowa  losging,  kraten  die  Staffeln  der
4.  Armee  am  4.  Oktober  den  Vormarsch  in  der  Nichtung  Dzeszow
an.  Neben  ihnen  schritt  die  3.  Armee  über  Krosna  zum  Angriff.  Die
2.  Armee  schied  am  3.  Oktober  Verstärkungen  zur  Wiedereroberung  der
Pässe  aus  und  rückee  am  4.  Oktober  durch  die  Duklasenke  gegen  Sanok
und  Lisko  vor.

Der  Vormarsch  der  Österreicher  hat  also  am  3.  Okkober  begonnen.
Es  war  der  Lag,  der  die  südlichste  Kampfgruppe  der  Russen  in  Marmaros-Sziget
  einziehen  und  drohend  in  der  rechten  Flanke  der  Karpathenverteidiger
erscheinen  sah.  An  diesem  Tage  schlug  Hindenburg  mit  seinem  rechten
Flügel  und  den  Schulter  an  Schulter  mit  ihm  ziehenden  Teilkräften  Dankls
die  Russen  bei  Radom,  Opatow  und  Klimontow  und  fegte  zwischen  Kamienna
und  Weichsel  das  Brett.

Die  Hauptmacht  der  deutschen  Armee  hatte  am  3.  Oktober  die  Linie
Opatow—Ostrowiec—Tyochow—Szydlowiec—Opoczuo  erreicht.  Hinter  dem
linken  Flügel  folgte  rückwärts  gestaffelt  das  Korps  Frommel,  das  auf  Nowo-Radomst
  rückte.  Die  8.  Kavalleriedivision  geriet  bei  Strykow  an  Kosaken,
die  überrascht  auf  Sochaczew  wichen.  Dankls  Reiterei,  die  3.  und  7.  Kavalleriedivision,
  hatte  am  2.  Oktober  eine  Kosakendivision  über  die  Czarna
geworfen  und  dem  I.  Korps  den  Weg  nach  Klimontow  freigemacht.  Als
der  4.  Oktober  heraufzog,  traf  Hindenburgs  rechter  Flügel  bei  Opatow,
Dankls  I.  Korps  bei  Klimontow  auf  die  russischen  Truppen,  die  der  Groß.
fürst  aus  den  Brückenköpfen  der  Weichsel  vorgesagt  hatte,  um  Naum  und
Zeit  zum  DUberschreiten  des  Stromes  zwischen  Sandomierz  und  Iwangorod
zu  gewinnen.