Contents : Preussisches Hebammen-Lehrbuch.

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S.  217.

Aderknoten  werden  meist  nicht  besser,  so  lange  die
Schwangerschaft  dauert.  Nach  Ablauf  des  Wochenbetts
werden  sie  kleiner,  verschwinden  aber  nicht  leicht  ganz  wieder
und  stellen  sich  bei  erneuter  Schwangerschaft  wieder  in  verstärktem
  Maße  ein.

Frauen,  welche  während  der  Schwangerschaft  viel  stehende
Beschäftigung  haben,  leiden  besonders  an  Blutaderknoten.
Die  Hebamme  gebe  den  Rat,  so  ost  wie  möglich  die  Füße
hoch  zu  legen,  insbesondere  des  Abends,  zu  welcher  Zeit  die
Beschwerden  am  stärksten  zu  sein  pflegen.  Sodann  giebt
große  Erleichterung  ein  sorgfältiges  Einwickeln  des  Beines
mittelst  einer  3  Querfingerbreiten  leinenen  oder  flanellenen
Binde,  bei  deren  Anlegung  immer  unten  vom  Fuß  aus
begonnen  werden  muß.  Die  Hebamme  muß  sich  bemühen,
in  solchem  Einwickeln  der  Beine  Fertigkeit  zu  erreichen  und
wird  dafür  bei  den  leidenden  Frauen  oft  Dank  ernten.

Einzelne  Frauen  ziehen  Schnürstrümpfe  oder  Gummistrümpfe
  vor.  Die  Anwendung  von  Binden  bietet  indes
den  Vorteil,  daß  man  dieselben  nach  Belieben  fester  oder
lockerer  umlegen  kann.  Platzt  ein  Blutaderknoten,  so  wird
die  Hebamme  die  Blutung  durch  festes  Verbinden  zu
stillen  haben.  Der  Arzt  ist  in  allen  Fällen  zu  benachrichtigen.


Wenn  starke  Blutaderknoten  an  den  Beinen  vorhanden
sind,  so  wird  die  Hebamme  in  der  Regel  auch  solche  an
den  Schamlippen  und  am  After  der  Kranken  finden.  Sie
versäume  jedenfalls  nicht,  an  diesen  Stellen  nachzusehn,  um
nicht  bei  der  Entbindung  durch  eine  unvermutete  Blutung
aus  denselben  überrascht  zu  werden.