Full text: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1903. (69)

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weibliche Begleitung, nötigenfalls auch noch eine männliche Person beizugeben. Kein 
Begleiter darf Waffen oder Uniform tragen. 
Für den Aufzunehmenden und für die Begleiter muß genügender Personen— 
ausweis mitgebracht werden. 
6. Diejenigen, welche die Zuführung eines Kranken bewirken, haben ihre Reise so 
einzurichten, daß sie innerhalb der für die Aufnahme Kranker als Regel bestimmten 
Zeit (Werktags von morgens 8 bis abends 6 Uhr) in der Anstalt eintreffen. 
7. Der Kranke ist anständig und so gekleidet, wie Jahreszeit, Witterung, Stand 
und Gewohnheit es erfordern, auf die Reise zu bringen. Die Anstaltsdirektion ist 
angewiesen, jede Vernachlässigung in dieser Beziehung dem Ministerium des Innern 
anzuzeigen. 
Der Aufzunehmende muß gründlich gereinigt, frei von Ungeziefer und gewaschen 
sein. Haupt= und Barthaar muß geordnet oder verschnitten sein, sein Kußeres überhaupt 
in gepflegtem Zustande sich befinden. Andernfalls hat der zur Zahlung des Verpflegs- 
geldes Verpflichtete die Kosten der Reinigung nach den Bestimmungen des Unter- 
bringungsregulativs (8 17) zu tragen, auch bei grober Vernachlässigung Zurückweisung 
des Kranken zu gewärtigen. 
8. Die übrigen Sachen des Kranken, wie sie zu seiner vorschriftsmäßigen Aus- 
stattung nach § 16 des Unterbringungsregulativs beizubringen sind, müssen entweder 
mit dem Kranken und zwar vollständig gereinigt und in brauchbarem Zustande übergeben 
werden oder bereits einen Tag vor der Abreise in der Anstalt eintreffen. In keinem 
Falle kann nachgesehen werden, daß die Ausstattung des Kranken beliebig später nach- 
gesendet wird. 
9. Der Kranke ist auf der Reise auf eine seinem Krankheitszustande entsprechende 
Weise zu nähren; dabei sind ihm Getränke, die ihn erquicken oder erwärmen können, 
sorglich zu gewähren, geistige Getränke aber in jedem Falle streng zu versagen. 
  
  
 
	        
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