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Holländer und Spanier besetzt, Pommern und einen Teil der Mark die Schweden,
Ostpreußen besaß er nur als Lehn. Daher konnte Friedrich d. Gr. später von ihm
mit Recht sagen: „Er war Fürst ohne Volk, Herrscher ohne Land, Erbe ohne Erbteil!“
Zunächst schloß er mit den Schweden Frieden, und das Land hatte nun Ruhe.
Darauf vergrößerte und verbesserte er sein Heer. Stets war er bemüht, der Not des
Landes abzuhelfen und die Bewohner wieder an fleißige, redliche Arbeit zu gewöhnen.
In die durch den Krieg
ganz entvölkerten Gegenden nahm
er Menschen aus Holland und der
Schweiz auf und schenkte ihnen
Wohnungen und Acker. Den verarmten
Landleuten gab er Vieh,
Saatgetreide, Wirtschaftsgeräte,
damit sie ihren Acker wieder be-4
stellen konnten. Er hob den Gartenban,
indem er fleißigen Anbau
E der Kartoffeln und Obstbäume
verlangte. Im Frieden zu Münster
& und Osnabrück erhielt er Hinterpommern
zurück. Für Vornpommern
aber, das die Schweden
behielten, bekam er Kamin,
—-————-—l-——————— Magdeburg, Minden und
Fig. 12. Frledrich Wilhelm, der große Kurfürst. Halberstadt.
b. Befreiung Ostpreußens von
polnischer Oberherrschaft. Johann Kasimir, der Polenkönig, machte Ansprüche
auf den schwedischen Thron. Karl Gustav, der König der Schweden, überzog deshalb
Polen mit Krieg und fiel in Preußen ein, um nach Polen zu ziehen. Friedrich
Wilhelm mußte sich mit ihm verbinden. Im Jahre 1656 schlugen die Verbündeten
in einer dreitägigen blutigen Schlacht bei Warschau den Polenkönig. Der Sieg war
besonders den tapfern Brandenburgern zuzuschreiben, und als Belohnung dafür gab
Karl Gustav im Vertrage zu Labiau (1656) Ostpreußen, das er Polen abgenommen
hatte, dem Kurfürsten als freies Eigentum. Als Karl Gustav Preußen verlassen
mußte, um Schwedisch-Pommern gegen die Dänen zu verteidigen, die darin eingefallen
waren, ließ der Polenkönig ein großes Heer Tartaren in Ostpreußen eindringen,
welches das Land schrecklich verheerte. Da aber der
Polenkönig Karl Gustavs Rückkehr fürchtete und im
großen Kurfürsten einen tapfern Bundesgenossen gegen
jenen gewinnen wollte, so gab auch er ihm im Vertrag
zu Wehlau den 19. Sept. 1657 Ostpreußen als freies
Eigentum. Im Frieden zu Oliva 1660bestätigte auch
Schweden nach Karl Gustavs Tode den Wehlauer
Vertrag.
e. Kriege mit Frankreich und Schweden. Ludwig
XIV. von Frankreich wollte auf unrechtmäßige
Weise die Niederlande an sich bringen und verletzte
in diesem Kriege auch deutsches Gebiet. Der deutsche
Kaiser überzog deshalb Frankreich mit Krieg. Auch
der gr. Kurfürst nahm teil an diesem Kriege, und ½% —
die Franzosen sahen baldein, daß dieser ihr gefährlich- Fig. 18 Derfllinger.
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