Full text : Neues Preussisches Adels-Lexicon. Dritter Band. I-O. (3)

zur  Statistik  des  Adels.  15

der  auf  der  Brust  mit  dem  goldenen  Namenszuge  des  Königs  geziert
ist  und  den  goldenen  Scepter  nebst  Reichsapfel  in  seinen  Klauen  hält;
auf  der  andern  Seite  in  einem  hellblauen  Grunde  das  Bildniss  der  heiligen
  Mutter  Gottes  in  Gold  und  in  den  vier  Mittelecken  goldne  Strahlen,
  Es  wurde  an  einen  hellblauen,  schwarz  eingefassten,  gewässerten
Bande  um  die  Schultern  von  der  Rechten  zur  Linken,  nebst  einen  gleichen
  auf  goldnen  Strahlen  gestickten  Kreuze  getragen.

Dem  Fräuleinstift  zu  Levern  gab  König  Friedrich  HU.  1764
einen  Orden,  welcher  in  einem  goldenen,  schwarz  emaillirten,  in
acht  Spitzen  ausgehenden  Kreuze  mit  goldnen  Strahlen  bestand
und  an  einem  weissen  Bande  getragen  wurde.  Die  Damen  trugen  das
Band  über  der  Schulter  und  dasselbe  Kreuz  gestickt  auf  der  linken
Seite  des  Kleides.  Der  jedesmalige  Stiftspropst  trug  das  Kreuz  an  einem
blauen  Bande  um  den  Hals.

In  demselben  Jahre  ertheilte  Friedrich  IT.  dem  Fräuleinstifte  zu  Qnernheim
  einen  Orden  mit  derselben  Decoration,  die  wir  bei  Levern  beschrieben
  haben.

Dagegen  ertheilte  Friedrich  II.  schon  1743  dem  Fräuleinstifte  zu
Schildesche  einen  Orden,  der  aus  einem  goldnen  grun  emaillirten  Kreuze
bestand,  in  dessen  Mitte  des  Königs  gekrönter  goldner  Namenszug  und
in  dessen  vier  Mittelecken  ein  goldner  Adler  mit  ausgebreiteten  Flügeln
  zu  sehen  war.  Das  Band  war  weiss  und  gold  gerändert.,  Nach
vielen  Streitigkeiten  zwischen  Kur-Brandenburg  und  Pfalz  -  Neuburg
st  endlich  im  Jahre  1688  festgesetzt  worden,  dass  jeder  Zeit  zwei
Drittheile  der  Präbende  mit  evangelischen,  ein  Drittheil  aber  mit  katholischen
  Fräulein  besetzt  werden  sollten.  Im  Jahre  1740  erhielt  die
Decanissin  den  Titel  Aebtissin.

Noch  bestehen  folgende  evangelische  Dom-Capitel  im  preussischen
Siaate  im  Jahre  1836:

A.  In  der  Provinz  Brandenburg.

Das  Dom-Capitel  zu  Brandenburg.

In  neuester  Zeit  erst  wieder  restaurirt.

Dom-Dechant:  Se.  Exc.  Herr  Graf  Henckel  v.  Domnersmarck  aut
Tiefensee,  Gen.  -Lieut.,  Ritter  u.  s.  w.

Senior:  Herr  v.  Bredow  auf  Ihlow,  Wölsigkendorf  und  Buchow-Carpzow.


Dom  -Capitularen:

Herr  v,  Erxleben  auf  Selbeblang  und  Retzow,  Major,  Ritter  u.  s.  w.

Se.  Rxcellenz  Herr  v.  Jagow,  General  der  Infanterie  a.  D.

Herr  Freiherr  Gans,  Edler  zu  Putlitz  auf  Wolfshagen  und  Putlitz,  Erbmarschall
  der  Kurmark  und  Domherr  zu  Merseburg.

Graf  Adolph  v.  Arnim  -  Boitsenbury,  Präsident  der  Regierung  zu  Aachen.

ert  Doctor  Eylert,  Bischof  der  evangelischen  Kirche  u.  s.  w.

'reiherr  v.  d.  Heck,  auf  Obernfelde  bei  Minden.

Se.  Exc.  Herr  v.  Rochow,  wirkl.  Geh.  Staatsminister  des  Innern  und
der  Polizei,  Ehren  -  Domherr  mit  Sitz  und  Stimme  im  Capitel
  u.  Ss.  w.