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werden, erst mit Anbruch der Dunkelheit auf Nahrung aus. Sie besteht aus
Eicheln, Bucheckern, Rüben, Kartoffeln, Gras, Larven, Würmern, — kurz aus
allem möglichen. Beim Aufsuchen dieser Nahrung kommt ihnen ganz besonders
ihre Wühlschnauze zu statten. Auch ist es für sie von großem Vorteil, daß vorn
in der Rüsselscheibe die beiden Nasenlöcher liegen, mit denen sie die in der Erde
verborgenen Würmer und Samen leicht auswittern. Zur Aufnahme der Nahrung
eignen sich besonders die nach vorn gerichteten und so gleichsam eine passende
Schaufel bildenden Schneidezähne des Unterkiefers. Auf Ackern richten die Wild-
schweine oft Schaden an. Sie werden deshalb meist im Wildgatter gehalten.
3. Verteidigungswaffen. Als Verteidigungswaffe dienen dem Schwarz-
wilde besonders die Eckzähne. Sie sind bei dem männlichen Schweine („Keiler")
auffallend verlängert, ragen aus dem Ober= und Unterkiefer nach oben und werden
„Hauer“" oder „Gewehr“ genannt. Mit diesen Hauern greift der Keiler, wenn er ge-
reizt wird, seinen Feind wütend an und verwundet ihn nicht selten lebensgefährlich.
Namentlich ist er gefährlich, wenn er angeschossen ist. Dann sucht sich der Weid-
mann vor ihm entweder durch einen Sprung auf den Baum zu retten, oder er
fängt ihn — mit dem linken Fuße auf dem Boden kniend — mit dem Hirsch-
fänger auf. Die Mutter („Bache") ist am gefährlichsten, wenn ihren Jungen
(„Frischlingen") Gefahr droht, wie das öfter vom Fuchse oder Wolfe geschieht.
Sie sucht diese dann wütend niederzustoßen und tot zu beißen.
4. Hausschwein. Vom Wildschweine stammt unser Hausschwein ab. Es
hat infolge der reichlichern Nahrung einen fleischigern Körper erhalten. Da es sich
die Nahrung nicht mehr allein durch Wühlen zu verschaffen gezwungen ist, so ist
die Schnauze weniger lang. Auch ist das Hausschwein, da es der rauhen Witte-
rung nicht so sehr ausgesetzt ist, nicht so dicht mit Borsten bekleidet wie sein
wilder Vetter. Ebenso hat sich die Farbe vielfach verändert.
105. Der Juchs.
1. Körperbau, zum Rauben eingerichtet. Der Fuchs in seinem roten
Kleide ist ein ganz durchtriebener Räuber, Mörder und Spitzbube. Zu seinem
Räuberhandwerke ist er vorzüglich ausgerüstet. Sein Leib ist schlank und ge-
schmeidig, nur seines dichten Haarpelzes wegen erscheint er dick. Die Beine sind
zwar dünn, aber kräftig. Er kann daher sehr gut laufen, springen und kriechen.
Leise, ganz leise schleicht er sich auf dem Bauche an den Hasen heran. Läuft
dieser fort, so saust der Fuchs hinterdrein und packt ihn oft genug noch am
Schenkel. Und seine Zähne sind so spitz und scharf, daß er ihn so leicht nicht
wieder losläßt. Zuweilen besucht er auch den Dohnensteig. Sieht er einen
Kramtsvogel in der Schlinge, so springt er hoch und reißt ihn herunter. Sein
Auge liegt schief, aber er kann sehr gut damit sehen. Auch hört er sehr scharf.
2. Schlauheit. Was den Fuchs aber besonders zum Diebe und Mörder
befähigt, das ist seine Schlauheit. Zwar wird sie in der Fabel sehr übertrieben,
aber dennoch bleibt sie oft bewundernswert. Er beschleicht leise, damit die Alte
nichts merke, das Rehkälbchen oder legt sich auf die Lauer und überlistet die Vögel.
Erstaunlich groß ist seine Vorsicht. Den Jäger meidet er. Nur wenn Hunger ihn
plagt, wird er frech. Dann kommt er am hellen Tage auf den Hof und holt dem
Bauern ein Huhn vor der Nase weg. Gewöhnlich aber wählt er zur Ausführung
seiner schlimmsten Streiche die Nacht. Wenn der Bauer im tiefsten Schlafe ruht,
dann macht sich Reineke, der Gänse= und Hühnerdieb, vom Dickichte aus auf den
Weg. Am Waldrande „wittert“ er. Gefahr ist nicht vorhanden. Im vollen Laufe,
wobei er den langen, buschigen Schwanz stets wagerecht trägt, geht's über die Felder.
Dann schleicht er ganz heimlich heran und späht am einsam gelegenen Bauerngehöfte