154 71. Leissizens erster Brief an die Königin vom 8. Mai 1703.
Königl. nahgelegenen Häusern dergleichen Alleen geführet würden. Die Bäume verschafft
die Societät dazu, und genölse davon der Blätter ohne Entgelt. Die Pilauzung
und Erhaltung der Allcen lielse der König durch die gewöhnliche Anstalt besorgen
wegen der Zierde, so dem Publico dadurch zuwächset, weilen diese Bäume hierinn
allerdings den Linden gleichkommen.
5. Dals Niemand erlaubet seyn soll. solche Art Maulbeer- Bäume ohne Verwilligung
der Societät zu pillanzen, weil solche Bäume olınedem keine Frucht tragen,
so die Menschen genielsen, und also aulser zur Seide nicht gebräuchlich.
6. Weilen zur Warung, Fütterung und Spinnung der Würme eine bequeme,
reine und stille Wohnung nöthig, da ınan auch nach Belieben eine temperirte Wärme
weben kan, dals Königl. M* hin und wieder mit Gebäuden, so wie es ohne PraejJudiz
von deroselben und männiglich gar leicht geschehen kan, behülflich seven.
7. Dals die Societät Macht habe die von ihr gezielte Seide ohne Hinderung
von Jemand, eignes Gefallens zwirnen, färben und verarbeiten zu lafsen, so wohl
in ganz seidenen als gemischten Stoffen, in floretten, und allen andern Arbeiten.
wie sie inmer Nahmen haben mögen, und sollen die von ihr brauchende Leute
aller Privilegien ander Meister zu genielsen haben. Doch wird die Societät sich
gern der Leute dabey bedienen, welche bereits mit dergleichen in des Königs
Landen ihre Nahrung treiben, wenn sie sich billig und bequem erzeigen.
8. Dals auch zu Erinunterung der Gemüther und Beförderung gutlier Anstalten,
sleich wie bereits hiemit in diesem Werck, also künfftig in andern fest gestellet
seyn soll, dafs wer bev der Societät der Scienzen etwas Nuzbares verschlagen und
introduciren wird, so dals man ohne ihn nicht dazu gelanget seyn würde, für sich
und seine Erben den zelindten Theil des Überschulses davon zu genielsen haben solle.
9. Dais Königl. M* in Gnaden geruhen mögen, bey allen Fürfallenheiten
diesem so gemein-nüzigen und edlen Werck auff alle Weise mit Nachdruck bevzustehen,
auch anfangs da es nöthig, mit einigem Vorschuls zu helfen.
11.
(Vergl. Geschichte der Akademie S. 135).
Leiısxız, Brief an die Königin SoruıE CnuarLorrE vom 8. Mai 1703.
[Krorr, Die Werke von Leissız. 10. Bd. S. 384.)
Madame. La lettre cy-joinete est ecrite comme je crois en sorte que Votre
Majeste la ponrroit donner a lire an Roy. Puisqu’Elle veut bien avoir cette bonte,
je souhaiterois quil la püt lire avant le retour de V. M., pour donner quelque reponse,
et il suffiroit que Sa Majeste declarät en general qu’elle veut accorder a
la societe le privilege en question. sauf a Elle d’en regler par apres les particularitcs
a loisir. Sa Gloire y est interessce, la societe ne sauroit rien faire de grand
sans une augimentation de son fonds; et cette augmentation ne couste rien au Roy,
ny a personne. Sion l'obtient, j’ay des projets seurs touchant la ımaniere de faire
des choses tres importantes dans les sciences, pour Ja reputation et pour lutilite
publique et ıneime pour la satisfaction de Vos Majestes. Je n’espere pas que le
Roy sera prevenu contre moy, parceqne je suis d’Hanover. et que la societe Royale
en souflrira. En ce cas je serois doublement malheureux, ayant este soubgonne
a Hanover d'un trop grand attachement pour Berlin. Mais je vais au bien general
qui est le vray interest des deux cours. V. M. me peut rendre bon temoignage
de Yun et de l’autre coste, et je suis avec devotion, etc.