Karl (Burgund, Hohenzollern).
schweig. Dochblieber in preußischen Kriegsdiensten,
befehligte nach seiner Ernennung
zum Feldmarschall 1787 die Expedition
nach Holland und übernahm 1792 den
Oberbefehl über die österreichisch-preußischen
Truppen im Kriege gegen Frankreich.
Er eröffnete den Fel#ug mit einem Manifest,
dessen maßlose Drohungen den Ingrimm
der Franzosen nur noch steigerten,
rückte in die Champagne ein, mußte sich
aber nach der nutzlosen Kanonade von
Valmy (s. 5) zum Rückzug entschließen.
Obwohl er 1793 das von den Franzosen
eroberte Mainz wiedergewann und die
Franzosen beiermafH ens und Kaiserslautern
(s. d.) schlug, so wußte er seine überle
enheit doch nicht zu benutzen und 5
8 wieder über den Rhein zurück. 1
g er den Oberbefehl nieder, trat aber
1806 wieder an die Spitze der preußischen
Armee. Bei Auerstädt (s. d., 14. Okt.) durch
einen Schuß des Augenlichts beraubt und
aus Braunschweig durch die Biaesen
vertrieben, starb er 10. Nov. zu Ottensen
bei Altona.
11) K. Friedrich August Wilhelm,
Herzog von Braunschweig, Enkel des vorigen,
Sohn des bei Quatrebras 16. Juni
1815 gefallenen àr# ogs Friedrich Wilhelm
riedrich! und der Prinzesfin
Marie von Baden, geb. 30. Okt. 1804 zu
Braunschweig, wurde im Ausland erzogen
und kam nach dem Tod seines Vaters
unter der Vormundschaft des Prinz-Reenten,
nachherigen Königs Georg IV. von
ngland zur Regierung. An dessen Statt
leiteten der hannöverische Minister Graf
Münster (s. d.) und der braunschweigische
Minister v. Schmidt-Phiseldeck die Staatseschäfte,
bis 1823 durch Metternichs Einsuaß
K. die Selbständigkeit erlangte. Der
Herzog, welcher schon feih durch sinnliche
Neigungen, Hartnäckigkeit und Geldgier
die Besorgnis seines Vormunds erregt
hatte, regierte nun nach Laune und Willkür
und brachte das ganze Land gegen sich
auf. Durch einen Aufruhr 6. Sept. 1830
sah er sich zur Flucht veranlaßt und ward
vom Bundestag für abgesetzt erklärt. Er
nahm dann seinen bleibenden Aufenthalt
in Paris und siedelte erst 1870 nach Genf
über, wo er 19. Aug. 1873 starb. Unver-235
söhnt mit seinen Verwandten, vermachte
er sein bedeutendes, namentlich an Diamanten
reiches Vermögen der Stadt Genf.
2) K. d bne,
1 . der Kühne, Herzog von
Burgund, geb. 10. Nov. zan zu Dijon,
Sohn Herzog Philipps III., des Guten,
und der Prinzessin Isabella. von Portugal,
trat 1465 an die Spitze eines Bundes der
französischen Großen, fiel in Frankreich
ein und zwang trotz der unentschiedenen
Schlacht bei Montlhkry (im französischen
Depertement Seine-et-Oise, 16. Juni
1465) den König Ludwig XI. von Frankreich
zu einem ungünstigen Frieden. 1467
folgte er seinem Vater im Herzogtum Burgund
und widmete sich fortan völlig der
Aufgabe, dasselbe in ein Königreich umzuwandeln,
das er durch Lothringen, die
Schweiz und das südliche Funtreich zu
vergrößern gedachte. Seine Bemühungen,
Kaiser Friedrich III. zu seiner Anerkennung
als König von Burgund zu veranlassen,
scheiterten 1473. Nachdem er
1474—75 die Stadt Neuß (im Mutigen
Regierungsbezirk Düsseldorf) vergeblich
belagert hatte, zog er gegen die Schweizer
u elde, wurde aber von ihnen bei Granson
(im Kanton Waadt, 1. März 1476)
und bei Murten (im Kanton Freiburg,
22. Juni) geschlagen. Als er dann die
von den Dottringonn besetzte Stadt Nanch
wiedererobern wollte, wurde er daselb
von einem Entsatzheer der Schweizer und
Lothringer unter He Renék b. Jan.
1477 besiegt und fiel in der Schlacht.
Aus seiner Ehe mit Isabella von Bourbon
zinterlich er nur eine einzige Tochter,
aria, welche den Erzherzog Maximilian,
den spätern Kaiser, heiratete. Vgl.
Rodt, Die Feldzüge Karls des Kühnen
(1844—45, 2 Bde.).
Pohe nzollern.
13)K. Anton, Fürstvon Hohengollern-Sigmaringen,
Sohn des Fürsten Anton
und der Prinzessin Antoinette Murat,
geb. 7. Sept. 1814, folgte seinem Vater
nach dessen Abdankung 27. Aug. 1848 in
der Regierung, trat aber 7. Dez. 1849 das
Fürstentum an Preußen ab und siedelte
nach Düsseldorf über. 1858 wurde er
preußischer Ministerpräsident, gab aber