Full text : Reden und Aufsätze aus dem Kriege.

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erregt.  Die  englische  Regierung  lässt  ihre  Leute  ruhig  an.  die
Phantasien  glauben,  dass  statt  der  sechs  versenkten  U-Boote  deren
hundert  auf  dem  Meeresgrunde  liegen.  Sie  enthält  der  Welt  weiter
vor,  wie  sich  die  Tonnage  des  Ein-  und  Ausgangs  der  Seeschiffe
in  britischen  Häfen  seit  dem  Beginn  des  uneingeschränkten  U-Bootkriegs
  eestaliet  hat.  Vor  allem  unterschlägt  die  englische  Regierung
  seit  Februar  auf  das  strengste  alle  Zahlen,  die  auf  die
Lage  des  Getreidemarktes  ein  Licht  werfen  könnten.  Bei  der
Kohlenausfuhr  werden  die  Angaben  über  die  Bestimmungsländer
unterdrückt.  Die  monatliche  Handelsstatistik,  die  sonst  mit  anerkennenswerter
  Promptheit  stets  etwa  bereits  am  10.  des  folgenden
Monals  veröffentlicht  wurde,  ist  schon  für  den  Februar  verspätet
und  lückenhaft  ausgegeben  worden,  für  den  März  ist  sie  bis  heute
noch  nicht  erschienen.  Es  ist  bedauerlich,  dass  uns  durch  diese
plötzliche  Zurückhaltung  das  Urteil  über  die  wirtschaftliche  Wirkung
  des  U-Bootkriegs  erschwert  wird;  aber  die  Sache  hat  auch
ihre  erfreuliche  Seite:  es  ist  nicht  anzunehmen,  dass  England
plötzlich  schweigsam  wird,  um  seine  Stärke  zu  verbergen.

Im  übrigen:  was  sichtbar  bleibt,  genügt,  um  uns  ein  Bild
zu  geben.

Ich  beginne  mit  dem  Frachtraum.  Sie  wissen,  dass  in  den
erslen  beiden  Monalen  des  uneingeschränkten  U-Boolkriegs  mehr
als  1600000  Tonnen  versenkt  worden  sind,  wovon  wohl  erheblich
melır  als  1  Million  Tonnen  auf  die  englische  Flagge  entfallen.

Die  Schätzungen  über  die  heute  noch  verfügbare  englische
Handelstonnage  gelen  auseinander;  aber  einerlei,  ob  man  höher
oder  niedriger  schätzt,  ein  Verlust  von  mehr  als  1  Million  Tonnen
in  zwei  Monaten  ist  für  England  nur  kurze  Zeit  erträglich.  Ein
auch  nur  annäheınder  Ersatz  durch  Neubauten  ist  ausgeschlossen.
Im  Jahre  1914  hat  England  durch  Neubau  einen  Zuwachs  von
1600000  Tonnen  gehabt;  1915  waren  es  noch  650000  Tonnen,
1916  nur  noch  580000  Tonnen,  trotz  aller  Anstrengungen.  Dabei
wurde  der  normale  Abgang  der  englischen  Handelsflotte  in  Friedenszeilen
  allein  auf  700000  bis  800000  Tonnen  im  Jahr  geschätzt.
Durch  ein  Forcieren  der  Neubautätigkeit  das  Verhängnis  aufhalten
zu  wollen,  ist  ein  aussichtsloses  Beginnen.  Der  Versuch,  die  neutrale
Tonnage  wieder  durch  Zuckerbrot  und  Peitsche  in  den  britischen