Jalob II. 41
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Augsburg, die Hochstetter in Nürnberg, die Roth in Ulm endlich zum
Opfer gefallen sind; aber die Fugger haben auch diese Krise überstanden;
sie-mußten nur für einige Zeit in ihren Geschäften sich einschränken.
Jakob II. war 1525 gestorben; das Erbe seines Namens übernahm
sein Neffe Anton, der wohl etwas vorsichtiger und zurückhaltender
als sein waghalsiger Oheim, doch sonst die Geschäfte nach
dessen Traditionen fortführte. Es waren beides aber Männer, die
durchaus nicht in ihrem Ziffernwerk erstickten, die Großes und
Schönes gefördert haben, wie geborene Fürsten. Jakob ist es zu
verdanken, daß die italienische Renaissancebankunst Eingang nach
Deutschland fand; in der Sankt Anna-Grabkapelle in Augsburg,
die zur Ruhestätte der Familie bestimmt war, ließ er in diesem
Stile herrliche Grabdenkmale errichten; das Fuggerhaus eben daselbst
zeigte hinter der einfachen Fassade des Bürgerhauses eine unerhörte
Pracht in den Innenräumen, hochberühmt waren die kostbaren
Badestuben. Er zeigte aber auch Fürsorge für arme Bürger
in einem Ausmaße, das das Verständnis für soziale Forderungen
in jener Zeit weit übertraf: er schaffte in einem eigenen, nicht unbeträchtlich
großen Stadtteile in Augsburg kleine Wohnungen für
Unbemittelte. Noch jetzt mag man durch die engen Gassen dieses
Viertels wandern und die niederen blumengeschmückten Häuser sich
betrachten; jene Stiftung ist zu altem Zwecke bis auf den heutigen
Tag erhalten geblieben. Das Quartier hat den Namen der „Fuggerei“
erhalten. Mit demselben Namen war bisher das protestantische
Volk gewöhnt gewesen, die Geld= und, wie man meinte, Wuchergeschäfte
des wenig beliebten katholischen Bankhauses zu bezeichnen
— nun erhielt dies Wort einen ganz anderen Klang. Der Neffe
stand in Dingen der Wohltätigkeit und Kunst dem Oheim nicht
nach, wenn er auch etwas wortkarg und sparsamer mit Geld und
Reden durch die Welt gegangen ist nach dem Wahlspruche: „Schweigsamkeit
stehet wohl an.“ Reiche Stiftungen und die Gründung einer
bedeutenden Bibliothek verschafften ihm den Beinamen: „Hort der
Armen und Gelehrten“.
Achtzehn Jahre nach jenem gefährlichen Zeitpunkte, an dem das
Haus Fugger ins Schwanken geraten war, stand Herr Marcus an
der Spitze des Hauses, einer der ersten großen Pferdekenner und
Pferdezüchter des Jahrhunderts, der darüber auch ein dickes Buch
geschrieben hat. Und dessen Reichtum beschrieb nun ein Ritter,
der damals (1575) mit seinem Lehensherrn, Heinrich von Lieg-