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wärtigkeiten müde, sein Amt nieder — Schweitzer saß noch im
Gefängniß — und die dritte Generalversammlung in Leipzig wählte
den Hamburger Perl, den unbedeutendsten unter allen Nachfolgern
Lassalle's, zum Vereinspräsidenten. Natürlich überwarf sein aufgeblasener
Eigensinn sich gleichfalls mit der Gräfin, und so gründete
diese denn Ende 1866, nach der vierten Generalversammlung des
Vereines zu Erfurt, die berühmte „weibliche Linie“ Lassalle's, aus
welcher später die köstlichsten Nullen, die Försterling und Mende,
hervorgegangen sind.
Das große Jahr 1866 war selbstverständlich für den nationalgesinnten
Sozialismus Deutschlands in demselben Maße Anlaß und
Ursache zu innerer und äußerer Stärkung, als für den vaterlandslosen
Kommunismus ein Trauerjahr. Noch vor Ausbruch des
Krieges war Schweitzer frei geworden und bereiste ganz Deutschland
mit großem Erfolg. Er warnte seine Arbeiter vor der Lüge
der „Freiheit" des Bundestages und des großdeutsch-österreichischen
Partikularismus. Er trat kräftig ein für das geschichtliche Recht
und Geschick Preußens, die deutsche Frage befriedigend zu lösen.
Und so laut auch jetzt von neuem seine Gegner gegen sein „Lumpenthum“
und seinen „Verrath“ donnern mochten, nicht blos sein bei
vielen Tausenden verbreitetes Blatt war eine Macht geworden, auch
die Weltgeschichte gab seinen Prophezeihungen recht. Denn der verschrieene
„Junker“ von Bismarck verlieh das allgemeine Stimmrecht,
die erste und fast einzige Forderung der Arbeiter, welche
Lassalle bei Beginn seiner Bewegung aufgestellt hatte.
Dieser Erfolg erfüllte die Lassalle'schen Arbeiterschaaren mit
ungemessenen Hoffnungen auf die Zukunft. Schon bei den Wahlen
zum konstituirenden Norddeutschen Reichstag, im Februar 1867, stellte
der einzig leidlich sichere Wahlkreis (Elberfeld-Barmen) nicht etwa
den Vereinspräsidenten Perl, sondern von Schweitzer als Kandidaten
auf, und auf Schweitzer's Loosung gaben dessen Wähler in der
Stichwahl den Ausschlag zu Gunsten Bismarck's gegen Forckenbeck,
als „Huldigung für den Minister, der aus eigenem Antriebe den
Arbeitern ein Volksrecht zurück) gegeben, welches die liberale
Opposition für Euch zu fordern so hartnäckig vergessen hatte.“
War also auch der Lassalleanismus im konstituirenden Reichstage
des Norddeutschen Bundes nicht vertreten, während der damals
erst bis zum „Demokraten“ gehäutete oder geläuterte Herr Bebel den
Sitz für Glauchau-Meerane dort einnahm, so erlangte doch Schweitzer
nun auf der fünften Generalversammlung seines Vereines in Braunschweig,
Mitte Mai 1867, einstimmig die Wahl zum Präsidenten.
Er stand von da ab vier Jahre an der Spitze des Vereines,
nächst Lassalle die interessanteste Gestalt, welche die Leitung deutscher
Arbeitermassen übernommen hat. Sehr begabt und vielseitig