Full text : Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

Sächsische  Weltchronik  —  Salzburg.

einem  Köhler,  Georg  Sömitt,  der  den
Ritter  gefangen  nahm.  Seine  Genossen

aben  darauf  den  Prinzen  Ernst  gegen
Iicherung  der  Straflosigkeit  frei.  Kunz
wurde  14.  Juli  1455  zu  Freiberg  entbauptet.

Sächsische  Weltchronik,  s.  Sachsenchronik.


Südowa,  Dorf  in  der  böhm.  Bezirkshauptmannschaft
  Königgrätz,  an  der  Bistritz
  und  der  Straße  von  Horitz  nach
Königgrätz  gelegen,  bildere  nebst  dem  südlich
  davon  liegenden  Holawald  3.  Juli
1866  den  Schauplatz  eines  Teils  der

Schlacht  von  #Snigrö)  (s.  d.).
Sainte-Marie  aux  Chenes  (sPr.  fiängtmarih

  o  schähn),  Dorf  im  deutschen  Bezirk

Lothringen,  Landkreis  und  Kanton  Metz,

nördlich  bei  Gravelotte,  wurde  18.  Aug.
1870  von  den  Sachsen  und  der  preußischen
  Garde  während  der  Schlacht  bei
Gravelotte  (s.  d.)  erstürmt.

Saint-Germain  en  Laye  (spr.  flängschermäng
  ang  läh),  Stadt  im  franz.  Departement
  Seine-et-Oise,  an  der  Seine,
denkwürdig  durch  den  Frieden,  welchen
hier  Brandenburg  mit  Frankreich  und
Schweden  29.  Juni  1679  abschloß.  Darin
gab  der  Große  Kurfürst  seine  Eroberungen
in  Schwedisch-Pommern  mit  Ausnahme
eines  Strichs  am  rechten  Oderufer  auf.
Brandenburg  wardurch  Meinders,  Frankreich
  durch  Pomponne  vertreten.

aint-Privat  la  NontagKne  (spr.  sängpriw
  la  mongtänns),  Dorf  im  deutschen  Bezirk
  Lothringen,  Landkreis  und  Kanton
Metz,  nördlich  von  Amanvillers,  wurde
18.  Aug.  1870  in  der  Schlacht  bei  Gravelotte
  von  der  preußischen  Garde  und  den
Sachsen  nach  äußerst  blutigem  Kampf
erstürmt.  Dadurch  war  der  Sieg  zu  Gunsen
  der  Deutschen  entschieden  (s.  Graveotte).



Saint-Quentin  (pr.  ssäng-kangtaͤng),
Stadt  im  franz.  Departement  Aisne,  an
der  Somme,  berühmt  durch  den  Sieg  der
ersten  deutschen  Armee  unter  General  v.
Goeben  über  die  französische  Nordarmee
unter  Faidherbe  19.  Jan.  1871.  Dieser

tte  westlich  und  südlich  der  Stadt  mit  zwei

orps  Stellung  genommen  und  wurde  in
siebenstündigem  Kampf  von  drei  preußi-379



schen  Divisionen  total  geschlagen.  Der

Verlust  betrug  auf  beiden  Seiten  je  3000

Mann,  dazu  büßten  die  Franzosen  10,000

Gefanene  ein.

t  Salier,  Stamm  der  Franken,  s.  Franen.


Salische  Kaiser,  s.  Fränkische
Kaiser.

Salm,  ehemals  gräfliches,  jetzt  fürstliches,
  aber  merdiat  Rirntes  Geschlecht;  s.
Rheingraf.

Salza,  Hermann  von,  Hochmeister
des  Deutschen  Ritterordens,  geboren  um
4180  auf  dem  Schlosse  Salza  (Langensalza)
  in  Thüringen,  trat  in  den  Deutschen
Orden  und  wurde  1210  zum  Hochmeister
erwählt.  Nachdem  er  Friedrich  II.  in  den
vierten  Kreuzzug  1228  begleitet  hatte,  begann
  er  1230  die  Eroberung  des  Landes
der  heidnischen  Preußen  (s.  Deutscher
Orden).  Doch  nahm  er  fort  und  fort  an
den  Reichsangelegenheiten  thätigen  Anteil,
  5  den  tieden  von  anz  Ee
mano  wischen  Kaiser  und  Papst
und  folgte  Frdrich  II.  ibzg  auf  dem
Zuge  gegen  seinen  aufständischen  Sohn
Heinrich.  Nachdem  er  1237  die  Vereinigung

  des  Ordens  der  Schwertbrüder  mit

dem  Deutschen  Orden  herbeigeführt,  begab
  er  sich  nach  Italien  und  starb  19.  März
1239  zu  Barletta  in  Apulien.
Salzburg,  ehemals  ein  reichsunmittelbares
  Erzbistum  im  bayr.  Kreis,  umfaßte
  zu  Ende  des  15.  Jahrh.  die  Bistümer
  Brixen,  Chiemsee,  Freising,  Gurk,
Lavant  (die  beiden  letztern  in  Kärnten),
Regensburg  und  Seckau  (in  Steiermark),
und  der  Erzbischof  beanspruchte  auch  über
das  Bistum  Passau  die  Rechte  eines  Metropoliten.
  Das  Gebiet  des  Erzstifts  lag
zwischen  Oberbayern,  Osterreich,  Steiermark,
  Kärnten  und  Tirol  und  war  erheblich
  größer  als  das  heutige  österreichische
Herzogtum  S.  Der  Erzbischof  war  Reichsfürst
  und  päpstlicher  Legat  und  führte  seit
1750  den  Titel  eines  Primas  von  Deutschland.
  Obwohl  das  Salzurger  Land  schon
im  7.  Jahrh.  vom  heil.  Rupert  für
Christentum  gewonnen  war,  hat  erst  Bonifacius
  739  in  S.  ein  Bistum  errichtet.
Papst  Leo  III.  erhob  dieses  798  zu  einem
Erzbistum,  dessen  Sprengel  sich  bald  im