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haben, so lange wenige und minder zahlreiche Spnoden gehalten
wurden; aber eben dieses seltenerc Synodenhalten beruhte
theils auf der geringern Anzahl von Vischöfen in einer
Provinz, theils auf dem ruhigern Zustand dieser Gemeinden.
Die arianischen, nestorianischen und eutychianischen
Streitigkeiten hatten ihren Sitz mehr im Orient als im Occident;
dort mengte sich auch persönliches Interesse der großen
Bischdfe von Alerandrien, Constantinopel und Antiochien
zugleich mit ein; also war auch mehr Betriebsamkeit, mehr
Partiemachen und mehr Zusammenhalten, und überhaupt um
so viel jünger ein großer Theil dieser abendländischen Kirchen
war, als der größere Theil der morgenländischen, um so
mehr mußten auch erstere in der ganzen Entwiklung ihrer
Verfassungen zurück bleiben, besonders da vielleicht auch noch
lange Zeit mehr Heidenthum in den abendländischen Provinzen
als im Orient war. .
Sobald aber entstandene Streitigkeiten theils einzelnen
Bischoͤfen, die sich der Sache vorzuͤglich annahmen, entschiedeneres
Ansehen verschafften, theils Nothwendigkeit mehrerer
Synoden mit sich brachten, und Alles im Occident zur
Nachahmung der orientalischen Verfassung reif genug war:
so kamen auch da Metropolitansitze auf, und auch da (man
vergleiche nur die Geschichten von Rom, Mayland und Aquileja)
war alsdann ewiger Krieg zwischen den Metropolitanen,
weil jeder nach und nach Herr des andern zu werden
fuchte, und also auf jede Ausübung seiner Gewalt aͤußerst
eifersüchtig war ?).
*) Mosheim (Instit. H. E. pag. 156.) giebt eine in vielem Betracht
falsche Vorstellung von der Hierarchie des vierten Jahr--hunderts.
Da seine Geschichte, wegen der historischen Kunst
und schönen Schreibart, womit sie abgefaßt ist, wie bisher, wohl
Spittler's sämmtl. Werke. I. Bd. 4.