Lehrsätze des Generals v. Clausewitz. 5
es auch der Krieg, und das kann bis zu der Höhe steigen, auf
welcher der Krieg zu seiner absoluten Gestalt gelangt.
„So wird also der politische Zweck als das ursprüngliche Motiv
des Krieges das Maß sein, sowohl für das Ziel, welches durch den
kriegerischen Akt erreicht werden muß, als für die Anstrengungen,
die erforderlich sind. Aber er wird dies nicht an und für sich sein
können; sondern weil wir es mit wirklichen Dingen zu tun haben
und nicht mit bloßen Begriffen, so wird er es in Beziehung auf die
beiderseitigen Staaten sein.“
2. „Der Krieg ist . . ein Akt der Gewalt, um den Gegner
zur Erfüllung unseres (politischen) Willens zu zwingen. Um
diesen Zweck sicher zu erreichen, müssen wir den Feind wehrlos
machen.
„Solange ich den Feind nicht niedergeworfen habe, muß ich
fürchten, daß er mich niederwirft; ich bin also nicht mehr Herr
meiner selbst, sondern er gibt mir das Gesetz, wie ich es ihm gebe.
„Nun könnten menschenfreundliche Seelen sich leicht denken,
es gebe ein künstliches Entwaffnen oder Niederwerfen des Gegners,
ohne zu viel Wunden zu verursachen, und das sei die wahre Tendenz
der Kriegskunst. Wie gut sich das auch ausnimmt, so muß man doch
diesen Irrtum zerstören; denn in so gefährlichen Dingen, wie der
Krieg eins ist, sind die Irrtümer, welche aus Gutmütigkeit entstehen,
gerade die schlimmsten. Da der Gebrauch der physischen
Gewalt in ihrem ganzen Umfang die Mitwirkung der Intelligenz
auf keine Weise ausschließt, so muß der, welcher sich dieser Gewalt
rücksichtslos, . . bedient, ein Übergewicht bekommen, wenn der
Gegner es nicht tut. Dadurch gibt er dem anderen das Gesetz, und
so steigern sich beide bis zum Außersten, ohne daß es andere
Schranken gäbe als diejenigen der innewohnenden Gegengewichte.
„So muß man die Sache ansehen, und es ist ein unnützes, selbst
verfehltes Bestreben, aus Widerwillen gegen das rohe Element die
Natur desselben außer acht zu lassen.
„Wollen wir den Gegner niederwerfen, so müssen wir unsere
Anstrengung nach seiner Widerstandskraft abmessen; diese drückt
sich durch ein Produkt aus, dessen Faktoren sich nicht trennen lassen,
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