210 110. Frisca an Leiexiz (12. Januar 1711).
ihren Stand und Sitz gehabt, beantwortete Se. Excell. mit einer geschickten Gesenrede,
worauf die in eineın Kästlein am untern Ende der Tafel stehende silberne
Schaustücke, auf deren forderen Seite das Königliche Brustbild mit gewöhnlicher
Umschrifft. auf der hinderen das Sinnbild der Gesellschafft. so zugleich ihr zum
Siegel verordnet: ein gegen das Sternbild des himmlischen Adlers sich aufschwinsender
Adler mit dem Spruch Cognata ad sidera tendit und in dem Abschnitt Societas
Scientiarum Regia fundata Berolini Optimi Principis natali XLIV., zu sehen, durch
den Secretarium der Societaet erstlich Sr. Excell. und folgends den andern Mitgliedern
nach einander gereichet. wie nicht weniger ein von deın Professore elegantiorum
literarum bey der Königlichen Fürsten- und Ritter- Academie allhie, Herrn Neukirchen,
auf diese Fever verfertigtes sinnreiches Gedicht ausgetheilet, und letzlich
Se. Excell., so wie Sie bev der Ankunfft empfangen, bey dem Abschied wieder an
Dero Wagen geleitet worden.
Durch solche offentliche Niedersetzung, welche in zahlreicher Gegenwart derer,
so derselben beyzuwohnen beliebet, ınit männiglichs Vergnügen vollzogen worden,
hat endlich diese Gesellschaft die längstgewünschte Gestalt und mehrere Fähigkeit
erlanget, demjenigen zu obliegen, was ihr Zweck. und die Vorschrifften ihres
grofsmächtigsten Stiffters von ihr erfordern, allermassen von solcher Zeit an die
Versammlungen in der eingerichteten Ordnung fortgesetzet werden, von deren Ausrichtung
in Zukunfft die gelehrte Welt, ob Gott will, nicht unangenehme Früchte
zu hoflen hat.
110.
(Vergl. Geschichte der Akademie S. 175).
Aus Frıscuens Brief an Lrırnız vom ı12.Januar 1711.
[Fıscner, Feiscnens Briefwechsel mit Leiesız S. 32 1.)
HochEdler pp. Dafs Ew. Excell[enz] mich bey dein Hferrn] von Prinzen
recommendiren und mich zu denen (Junalitäten, die Sie mir in der Recommendatieon
beylegen, geneigt aufmuntern wollen, erkenne ich mit allem gehörigen Respect und
versichere, dals ich eifferigst beinühet seyn werde, mich solcher Affection, durch
welche ich auch bey einem solchen grolsen Königljichen] Minister bekannt werde.
nicht unwürdig zu machen. Ich werde ein Stündlein ablauern, demselben meine
Aufwartung abzustatten. Den 4. December war die Societät auf dem Öbservatorio
beysammen. Es wurde die neue Verordnung ausgetheilt und ein jedes Departement
wehlte einen Directorem. Es wurde vorher eine Eintheilung herum geschickt, da
sich ein jeles Membrum unterschreiben mulste, in welchem Departement es witzuarbeiten
beliebte. Herr Krug war nicht dabey, ist aber doch in der Classe Mediva
und Physica zum Director gewelhlt worden. Es kamen auch zwev neue Meımbra
nit, als Hferr] Hofprediger Achenbach und Hjerr] Dr.Volkmann, Rector im Jochimthal[jschen]
Gymnasio. Die Franzosen fielen im 3. Departement, nemlich in der
Cultur der teutschen Sprach und teutschen Llistorie auf den Herrn] Rath Schott
und überstimmten die Andern mit ihren Votis, weil er ihnen wegen der französischen
Sprach besser an die Ilanud gehen könne. In Summa: weil die Societät noch in
infantia ist oder dieselbe kaum verlassen, so passirten auch bey einigen Umständen
solche Dinge, die dieses Alter zu haben pflegt. Die Herrn Directores wehlten hernachimahls
den Il[ferrn] Hoffprediger Jablonski zum ersten Vicepraesidenten in einer
sonderbahren Zusammenkunft. In diesem Neuen Jahr, zu dessen glücklichen Anfang
E.w. Exe[ellenz] hiemit gebührend gratulire und alle fernere Prosperität anwünsche.
ist die Societät wider beysammen gewesen, da ihr dann das Inaugurations-Reglement
vorgelesen wurde. welehe den Tag nach dem Crönungs - Gedächtnüs geschehen soll.
Es wurde auch resolvirt. [an] welchem Tag wöchentlich die Conferenzen künftig