Aummer 831.
rung der Kriegsinvalidenfürsorge in Bayern
erlassen. Die umfangreichen Vorschriften werden
heute in der „Bayerischen Staatszeitung“
verösfentlicht werden.
Die Not-Reifeprüsungen haben am
Montag an der Kgl. Lehrerbildungsanstalt in
Freising für die sechse Klasse begonnen. Nach
deren Beendigung am Schlusse dieser Woche
werden die Absolventen mit Rücksicht auf den
großen Mangel an Lehrkräften im Kreise Oberba##e#n
sofort in die Schulpraris entaffen- Eine
2 te Klasse *e alsdann nicht mehr.
Schaffun von Arbeitsgelegenheit.
Die ##eiiogemeinschaft für das Baugewerbe
im Gau Südbayern hat an die Gemeindeverwaltungen
von Brannenburg, Rottach,
Törwang. Pöttmes, Ettenbeuren, Schwindkirchen,
Unsernherrn, Bisckofswiesen, Maierhosen
und Buch a. Buchrain Eingaben gerichtet
und gebeten, mit den für die Gemeinden bereits
genehmigten Schulhausneu= und Qumbauten,
deren Inangriffnahme durch den Krieg hinausgeschoben
wurde, baldmöglichst zu beginnen.
Gleichzeitig wurde an das jeweils zuständige
Bezirksamt die Bitte um Unterstügung dieser
Wünsche bei den in Frage stehenden Gemeindeverwaltungen
gerichtet.
Das GEGlückslos. Der Haupttresser
201000 Ml. der Kriegsinvaliden--Handwerter-Lotterie
siel einem Nürnberger Landsturmmann
zu, einem kleinen Beamten, der Vater von sechs
Kindern ist. Dem glücklichen Gewminner w#urde
der Betrag durch die Firma Brüder Schuler
bereits ausbezahlt.
Das Christl. Volksbureau und Arbeitersekretariat
(Nosenheim, Innstraße
Nr. 37 I ist am kommenden Donnerstag, den
4. März in der Zeit von 9 12 Uhr vormittags
und 123 4 Uhr nachmittags wieder dem
allgemeinen Besuche geöffnet. Personen, welche
Rat und Auskunft benötigen in Fragen der
Arbeiterversicherung, des Arbeits= und Dienstvertrages,
in Heimatrechts-, Verehelichung-,
Vormundschafts= und anveren Recktsangelegenheiten
seien liermit auf diese Gelegenheit unentgeltlicher
Auskunflerzeilung aufmerlsam gemacht.
Wohltätigkeitsabend. lleber den am
Sonntag veranftaltefen Wohltätigkeitsabend der
Freien Turnerschaft liegt uns ein längerer Bericht
vor. Wir werden ihn in der nächsten
Nummer veröffentlichen.
Eeute
litz
Ein gewaltiger Schneesturm
am Montag über das Land dahin. Mit
und Donner hat der März seinen Einzug gehalten.
Vormittags schon wehte scharfer Westwind.
Gegen 3 Uhr nachmittags artete er in
entseglichen Schneefsturm aus, der ein heftiges
Gewitter im Gefolge hatte. Es donnerte und
blitzte mehrmals wie im Hochsommer. Dabei
ging eine Masse Schnee nieder, daß es ganz
dunkel wurde. Der Berkehr auf den Straßen
war stark gehemmt. Glücklicherweise war das
Unwetter nur von kurzer Dauer, wenn es auch
fast den ganzen Nachmittag weiterschneite. Dagegen
wiederholte sich der Sturm in der verflossenen
Nacht; heftig tobte er wieder gegen
1 Uhr. Nackrich ten aus München und Augsburg
besagen, daß auch dort gesiern ein heftiges
Wintergewitter mit Schneesturm seine
Herrschaft zeigte.
Gefunden. Eine Kindermütze wurde vor
acht Tagen gefunden, ferner eine Geldbörse
mit Inhalt. Ab zulolen im magistratischen Geschäftszimmer
Mr. 2.
Strohmehl ols Nahrungsmitel.
Berklin, 26. Febr.
Unter der Ueberschrift „Eine neu: Qunelle der
Volksernährung veröffentlicht der „LV.-A.“ einen
spaltenlangen Artikel, dem wir folgendes
entnehmen:
Der Privatdozent an der Berliner Universität
r. Hans Friedenthal Bat einen Weg gefunden,
reiche Nährwerte aus einem recht unbeachteten
und billigen Material zu gewinnen. Dieses
Material ist es klingt sehr seltsam — das
Stroh. Das Stroh steckt voller Nährfubstanzen,
aber wir hatten bis jetzt nichts von ihnen,
denn diese Nährsubstanzen lagen tief versteckt
in unverdaulichen Zellhäuten. Wenn es gelang,
die ungenießbaren Zellhäute zu beseitigen, dann
war das Problem gelöst und Dr. Friedentha
hat es auf eine sehr einfache Weise gelöst: Er
hat die Jellb äute sozusagen zerrissen, er hat es
gemacht, wie man es etwa mit einem Apfe#l
macht: Man beseitigt die unverdauliche Schale.
Er hat dann das Stroh zu Mehl gemahlen.
Natürlich ist das nicht ein Einfall von heute
auf mrorgen; langjährige Versuche in der Jerreißung
von Gemüsezellen, die die wissenschaftliche
Welt kennt, gingen dieser Entdeckung voraus.
Monatelang donnerten in dem stillen Vorort,
in dem Friedenthals Laboratorium steht,
die Motoren der verschiedenen Mühlen und aus
dem lärmenden Apparat gingen dann die Gemüsepulver
hervor. Die Herstellung von Strohmehl
kann ohne Anwendung großer technischer
Mittel bewerkstelligt rerden. Zu einer guten
Ernährung des tierischen Körpers ist nötig, daß
eine Nahrungszufuhr von wenigstens hundert
—
amen##### ause#
Kilogramm des Körpergewichtes erfolgt. Ein
einziges Kilogramm Strohmehl enthält aber
nicht weniger als 7000 Kalorien. Das Strohmehl
enthält 1,2 Proz. Eiweiß, an Stärte,
Zucker, Tertrin, Pflanzensäure also den sogenannten
stidstosfreien Ertrakten 13 Proz.
Von den 22 Proz. Rohfaser ist, wie sich herausgestellt
hat, ein volles Drittel ausnützbar
und dieses Drittel enthält Zellulose, Zukkerarten
und vor allem die für den Aufsbau
des Körpers so wichtigen Mineralsalze und
Aschen. Dr. Friedenthal hat aus Strohmehl vor
den Augen seiner Laboratoriumsgäste, vor Gelehrten,
Beamten, Landwirten, Brot gebacken
und es schmeckte wie unser gutes Roggenbrot,
das etwa die bekannten Kümmelbrötchen enthalten.
Er hat nur mit Zusatz von Salz und
Fett Suppe gekocht, er hat Brei hergestellt und
er hat das höchsie Erstaunen jedes Feinschmelkers
erregt; denn die Suppe und der Brei hatten
merkwürdigerweise den Geschmack und das
Aroma von frischem Gemüse. #an könnte sagen,
diese Speisen schmeckten nach jungen Schon.
Man darf nicht vergessen, das Strohmehl
hat schon nichts mehr mit seinem Begriff Stroh
zu schaffen. Eben dadurch, daß es gemahlen
wurde, sind alle Bestandteile, die gerade das
Sitoh ausmachen, nämlich die harten, ungenießbaren
und unverdaulichen Zellhäute, gründlich
zerstört. Das sogenannte Strohmehl ist
laum etwas anderes mehr, als richtiges Getreidenährmehl.
Ein Zentner Haferstrohmehl
lostet heute gemahlen ungefähr drei Mark. Ein
Zentner Haser aber ungefähr 13 Mark. Aber
selbst wenn man gewillt ist, diese Summe zu
bezahlen, man bekommt den Hafer jetzt nicht
mehr. Nichts sprickt aber gegen den weiteren
Verkauf ron Stroh. Der Preisunterschied ist
also gewaltig. Dazu lommt, daß beispielsueise
Haferstrohmehl! den doppelten Nährwert an
Substanzen hat, als oben angegeben.
Mit der Herstellung von Strohmehl ist uns
also ein neues Mittel zur Streckung unserer
Getreidevorräte an die Hand gegeben. Das
Strohmehl wird beispielsweise mit Melasse verarbeitet
und ist dann in Kuchenform ein sehr
billiges und durchaus ausreichendes Schweinesutter.
Weiter stellt man daraus künstliche Körner
für Hühner und Pferde her. Die Herstellung
von Strohmehl stellt die bereits gefährdete
Muptechterhaltung. unseres Bieh= und Haustierbestandes
auf eine ganz neue Grundlage und
die Fachmänner sind eifrig dabei, durch Versuche
dem Strohmell die weitesten Anwendungsinöglichkeiten
zur Viehfütterung zu geben.
Aber aller Voraussicht nach dürften die wohlschmeckenden
Getreidesubstanzen des Strohes
auch für die menschliche Ernährung noch eine
große Rolle spielen und zwar nicht nur in
Kriegszeiten.
Wir geben diesen etwas sehr optimistisch gehaltenen
Artikel auszugsweise nur mit allem
Vorbehalt wieder.
Feldpostbeiese und Feldpoflkarken.
Aus dem Kriegsleben im fernen
Osten.
Der Maschinensetzer Fr. K. des Rosenheimer
Anzeiger, welcher in einem Landsturm-Inf.-Bat.
im Osten steht, schreibt uns unter dem 14. Za
nuar aus Russisch-Polen:
Am 29. November marschierten wir von
Thorn ab, als Fortsetzung des Marsches auf
dem Rückweg von Plock über Lipno. Als
Marschziel war uns Richtung Lodz bekannt, wo
zu dieser Zeit gerade die großen Kämpfe stattsanden.
Der Marsch ging über Cornezk, Sokolowo,
Dombrouitza nach Leszyza, wo ein Teil
unseres Bataillons einquarliert wurde. Es war
ein Marsch von vier Tagen mit 23 bis 35 Kilometer
im Tag. eine Kompagnie wurde in
Thum einquartiert. Hier blieben wir zwei Tage,
als vormittags der Besehl eintraf, ##n Komragnie
werde in Ozortow verwendet. Unser
Einmarsch dert wurde begleitet vom Kanonendonner
von Lodt her, welches 21 Kilometer
entfernt ist. Dielse Stadt selblt blieb von den
Schrecken des Krieges versckon
Unser Dienst bestand in Ltadtpatrouilen.
Bewachung von erbeuteten russischen Ausrüstungsstücken,
Gewehren, Munition und auch
deutschen Wassen, die vom Schlachtfeld zurücklamen.
Eine Hauptaufgabe war auch die Ueberwachung
der Ortsausgänge bezüglich der Ausfuhr
von Lebensmitteln. Es ist keinem gestattet,
ohne Erlaubnis etwas auszuführen, wie auch
einzelne Personen an ein bestimmtes Quantum
gebunden sind. Allgemein groß war der Brotniangel,
sodaß auch Wucherpreise bezahlt werden
mußten. Die Bäckereien waren schon früh
am Tage von der Bevölkerung belagert, um
ctmas von dem Brote 31 erlangen, und manche
mußten ohne Brot wieder beimgehen. Die Soldaten
hatten hiebei ein Vorrecht, und manche
aus der Bevölierung ersuchten uns, ihnen Brot
zu besorgen.
Die Bevölkerung ist Vmischt- Juden, Polen
uhd Deutschsprechende. Das Zusammenleben ist
dementsprechend. Die, Freiwerdung von Lodz
wurde von den Ozorkomwer Tden lebhaft begtüßt,
wahrscheinlich regen des Handels und
wegen ihrer Rückkehr in dlese Stadt und umgelehrt.
Während wir hier acht Tage dieser
—
2
Wärmeeinhetten, sogenannten Kalorien, pro
tneedlichen Beschftigung nachgingen, dounerten
auf dem Marsche nach Sklerniewice. Der
von Lodz her die Kanonen, rasselten die Bagagen
Tag und Nacht durch die Stadt, und als
letztere in längeren Abständen durchfuhren, die
Geschütze ihre eisernen Grüße aus weiterer Entsernung
den Nussen entgegensandten, wirkte diese
Stille nicht wohllnend, sondern eher ungewohnt,
unheimlich.
Am 14. Dezember wurden wir von einem
westsälischen Bataillon abgelöst, uir selbst wurden
nach Zgierz, 12 Kilomeler von Ozorkoo
und 7 Kilometer von Lodz entfernt, kommandiert.
Es war der gleiche Dienst wie in Ozorlow,
nur kam die Bewachung von zwei Fabrilen
dazu, in denen Wolle beschlagnahmt
wurde, nmelche nach einigen Tagen nach Deutschland
abtransportiert wurde. Hier sprachen sehr
viele Einwohner deutsch und wir fühlten uns
ordentlich heimisch in den Quartieren. Hier
gab es auch Bier aus Lodz, welches natürlich
ron uns lebhaft begrüßt wurde. Doch macht
sich bei uns eine gewisse Sparsamkeit geltend,
die sich auch auf das Bier erstreckt, denn jedem
widerstrebt die Bezahlung von Mucherpreisen,
wie sie oft gefordert werden. Staubzucker kostete
das Pfund 40.—45 und auch 50 Pfg. umso
leurer, wenn man bedenkt, daß ein russisches
Psund um 100 Gramm geringer ist. In Zgierz
fuhren auch mehrmals öflerreichische Munitionswagen
durch. Um Zgierz wüteten etwa 17
Tage die Kä i#pfe, doch sind außer einer abgebraunten
Fabrik keine größeren Schäden bemerkbar.
Bemerkenswert und sehr zu begrühen ist in
Polen das Fehlen der Franktireursbewegung.
Selbst abends gehen wir ohne Waffen in der
Stadt umher. Auch an anderen Orten konnten
wir von einer solchen Bewegung nichts bemerken.
Doch sollen Verräter unter ihnen sein, die un.
sere Artillerieitellungen usw. vertaten. Nich
besonders erfreulich für uns war die Nachricht,
daß wir am 24. Dezember früh (Ul. Abend)
abmarschieren sollten nach Slierniewice, und wir
begrüßten es mit Freuden, als der Befehl abgeändert
wurde auf unbestimmtes Verweilen.
Konnten wir doch jetzt Weihnachten festlich begehen
und im Kreise der Kameraden deutsche
Weihnachten feiern. Als Festsaal diente ein
Theatersaal, die Musik besorgte ein Landsturmmann
am Klavier, und als Hauptweihnachtsgabe
gab es Bier. Dieses alles sowie der Gesang
und Vorträge trugen zu einer animierlen
Stimmung bei. Ich mußte zu meinem größten
Leidwesen die Feier bald wieder verlassen, denn
ich war auf Wache. Die anderen Wachen hatten
es besser getroffen, denn sie wurden abends
cingezogen, weil inzwischen der Befehl eingetroffen
war, daß es andern Tags früh sortgehe.
Weihnachten! der erste Feiertag fand uns
führte uns über Strykow und Glomno, die arg
mitgenommen wurden. Es ist grauenhaft anzusehen
zerschossene Kirchtürme, ganze Häuserreihen
eingeäschert, nur die Kamine und die
weißen Kachelöfen sind meistens noch zu sehen.
Wir wurden in einer Orschaft unmeit Glowno
einquartiert. Dabei ging es mit den Raumverhältnissen
etwas knapp zu. Wie so ganz anders
war dieses Weihnachten. Eine gewisse Wehmut
beschlich uns, wenn wir nach Hause dachten.
von der Heimat sprachen. Als wir uns in der
polnischen Bauernstube auf den Voden streckten,
sangen wir „Stille Nacht“, wie man es bei
uns zu Hause vielleicht zu gleicher Zeit auch
sang. Als Weihnachtsschmauß kochten wir
abends Kartoffeln, die wir von unseren Ouartierleuten
kauften. Die Leute gaben sie an
sangs nicht gern, aber als wir immer wieder in
sie drängten, ihnen das Portemonnaie zeigten.
und alle Freundlichkeit aufwendelcn. ##leinten“
sie auf und wir bekamen dann soviel wie wir
wollten, sodaß wir gar nicht alle essen konnten.
Als Festtagsgetränk fungierte Tee, urelihen uir
aber an den anderen Tagen auch hb#n. Der
Tee ist neben dem Kafsee unser tägliches Getränk,
da wir rohes Wasser nia)n genießen
durfen wegen Gesahr der Erkranlung und gekochtes
Wasser nicht besonders gut sanmmeckt.
Am andern Tage ging es weiter nach Skierniewice,
uo wir uns heute noch bes inden. Hier
stießen wir auch wieder auf unser Bataillon.
Es verlautbarte zwar einmal, daß nie wieder
wandern sollten, aber es blieb le#her alles
beim Alten. Der Dienst besteht hier außer
der anderen Wache aul, aus der Bewachung
des Schlosses des Zaren, in dem das Kommando
einquartiert ist. Auch ein Weinkeller
und eine Brauerei werden bewacht.
Unser Einmarsch war auch hier weeder von
Kanonendonner begleitet, denn unweit von bier
war die Schlacht im Gange und hat auch heute
noch ihre Fortsetzung. Die Geschütze 53
außerhalb der Stadt ununterbrochen und erst
nach mehreren Tagen ließ das Geschützfeuer
nach, jedoch nie um ganz zu verstummen. In
der Silvesternacht, in der ich gerade auf Stadtpatrouille
war, setzte das Feuer wieder besonders
heftig ein ein Neujahrsgruß für die
Russen! Vom 9. auf 10. Januar hörte man
nachts das Gewehrfeuer bis in die Stadt herein.
Daneben leuchteten die Scheinwerfer und donnerten
in Abständen die Geschütze. Wie es heißt,
fand seitens der Russen ein Angriff statt, der
zurückgewiesen wur Seit acht Tagen ist es
am Himmel wie bei einent auf iehenden Gewitter.
Unausgesetzt splelen die Mehendene es ist
z Wetterleuchten, das eine nah, das andete
ern.
gern wurden sie von uns beantwortet.
Marsch.
Mittwoch, 3. März 1015
Unsere Flieger sind immer rührig. Vor
fünf Tagen hatten einige ihre Zelte hier. Sie
werden von den Russen heftig beschossen, deren
Schrapnells in unmittelbarer Nähe der Stadt
platzen. Es ist ein eigenartiger Anblick, wenn
der Flieger seine Kreise zieht, wenn die Schrapnelle
in der Lust um ihn herum explodieren.
Man sieht einen grohßen Funken, dann ein Wöllchen,
und so kann man manchmal viele solcher
Wöllkchen am Himmel beobachten, während der
Flieger ruhig die Lüfte durchzieht. Sie haben
einen gefährlichen Dienst, diese Braven, welche
soviel zur Erkundung beitragen.
Auf Nenjahr trafen auch Liebesgaben für
uns ein, auch gestern kamen solche an. Wir
wurden überreichlick bedacht. Es gab soviel
Wäsche und Leckereien. daß sich jedermann versorgen
konnte. Wir ,chleckten wie die Kinder
und hatten auch eine Freude wie diese. Es
sehlten nicht Karten zum Tarocken, nicht die
Mundharmonikas und auch nicht das banerische
Bier. O edles Naß, wann nerden wir
Dich wieder in vollen Zügen geniehen können!
Wir mußten Obacht geben, daß uns nicht zuviel
hinunterrutschie und die Freude eiwas län
ger dauerte. Auf jeden Mann trasen etwa sechs
Päccchen Rauck tabal, sehr viel JZigarren und
Jigaretten, Schnupftabat und Pfeisen. Viel
wurde getan im Vaterland, und man hört
nur Stimmen der Anerkennung und der Bewunderung
über diesen Opferfinn. Manche Padd, en
waren mit Adress e der Geber verĩehen und jehr
Eine
Kleine schrieb in eine Zigarrenschachtel folgen
des herzliche Zeitelchen: „Mein lieber, lieber
Soldat und Krieger! Bitte schicke mir auch
einen (Gruß und eb du gesund bist und ob du
dich gefreut hafl. Herzliche Grüße und fröhliche
Weihnachten.“ Einer Zigarettenschachtel lag fol
gender Jetlel bei: „Lieber Bayer! Schreiben
Sie mir, wenn Sie etuns brauchen. Viel (blück
wünscht . . .“ Beide Gaben stammten von
München und wurden natürlich sofort beant-Nortel.
Ein Unglück für uns wäre es. wenn wir auf
den Marsch müßten, denn da wir alle unsere
Gaben im Tornister unterbringen mußten, würde
es hübsch schwitzen heißen trotz des Winters.
der hier einstmeilen sehr manierlich ist und un
noch keine große Kälte gebracht hat. Doch d
Lebluchen uswm. nerden bald den Weg anres
Irdischen gehen und den Zigarren und dem
Nauchtabat wird ebenfalls arg zugesenzt, sodaß
der Statusquo bald wieder hergestellt sein wird
und das drohende Uebel eines Zurückbleibens.
beim Marsch in die Ferne gerückt ist. Es war
ein Glück, daß die Liebesgaben mit Wäsche
anlamen, verschiedencs fing schon an zu reißen.
Doch nun muß ick schließen. weine HKerse geht
bedenllich zur eieine ir # in nicht in
meinem Bejiz. (.
Speechsaal.
(Ohne Verantwortung der Redaktion.)
Das Kollegium der Gemeindeberollmächtigten
hat in der Sihung vom 2.1. Febrnar über
die Tätigkeit des Stadigärtnerei Verwalters
Stange zu Gericht geiessen und dessen „reinsten
Vandalismus“ einftimmig verurteilt. Es handelte
sich um das Ausholzen zwischen den bei
den Brücken am rechtsseitigen Mangfsalluser.
Rict eine Stimme erhob sick zu seinen Gunsten.
Einige Tage sind nun darüber hingegangen,
während welchen der Fall in der hiesigen Einis
ohnerschaft lebhaft besprocken wurde und mit
großer Einmütigkeit wurde für den starl angegrissenen
Mann Partei genommen.
Mancher wandelte unterdessen an die Stätte
des „vandalischen Wütens“ und war sehr erstaunt,
daß sich an dem altgewohnten Bild
doch recht wenig geändert habe, ja, wenn ihn
nicht das neben dem Damm aufgerichtele Holz
eines bessern belehrt hätte, würde so ancher
unbeach#el vorbeigegangen sein. Das umsomehr,
wenn erst die Bäume wieder belaubt
sind. Wie da von 151) 200 abgeschnittenen
Bäumen gesprochen werden kann, ist unerfindlich,
und Uebertreibung schadet nur. Diese
Bäume waren seit ca. 6 Jahren bereits zum
Aushieb bezeichnet, daran hat sich bisher niemand
gestoßen. Wie mit allem anderen in der
Wilt, se i#t76 auch mit den Bäumen; auch sie
haben eine beschränkte Lebensdauer und müssen
fallen, so ihre Zeit gekommen. Wie schnell
Fa. voch ihr Wachstum in unseren Mangfallauen.
Ver erinnert sich noch, wie seinerzeit der Teil
bes rechten Mangsallufers ob der Eisenbahnbrücke
zur Kussteinerstraße vom K. Forstamt
radikal abgetrieben wurde und wie dort der
jeyige Eschenbestand beranwouchs,
Herr Stange hat durch das, was er in Nosenheim
unter manchmal recht schwierigen Verältnissen
geschaffen hat, sich die allgemeine
Anerkennung der Einur ohnerschaft ernorben und
viesem Urteil haben sich auch die unsere Stadt
besuchenden Fremden gern angeschlossen. Gewisse
Kritiken gehen immer fast von einer
und derselben Stelle aus, das ist und bleibt
deren Spezialität. Das war auch der Fall.
als vor einigen Jahren die vom Fir- unterfalten
und halb entwurzelten Beum #e# links-Hiitigen
Ufer entfernt werden muß#1, obw wohl
sich damals um eine Zwangslage handelte,
die Entfernung vom K. Flußbauamt angeotdnet
war,
–—
——