Metadata : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

 

 

 

„Nosenheimur  Ameiger“  erscheint  Uglich  nachmlliags  4  Uhr  (mit  Ausnahme  der  Sonn·
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Rosenheimer  Tagblakt

RKosenheimer  Anzeiger

 

 

2-  *½
"  *  Ole  einspaltige  Petitzeile  im  Anzelgentell  koflel  15  .,  die  Pelitzelle  im  Reklameteil  40  M.
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Amlliches  Publikations-Organ

 

Runmer  209  aun  Protus  u.  Hyazinthus

Jür  Völkerbund  und  Schiedsgerichk.

Kopenhagen,  9.79.  Der  10.  nerdisse
interparlamentarische  Kongreßschloß

gestern  seine  Tagung  ab,  nachden  er  einstimmig
folgende  Entschließung  angenommen  hatte:

Die  10.  nordische  inlerparlamentarische  Delegiertenversammlung
  erklärt  den  dauernden  Frieden
  am  besten  durch  die  Errichtung  eines  Bölkerbundes

  gesichert.  Ein  solcher  alle  Staaten
  umsassender  Friedensbund  wäre  nicht  allein
das  wirksamste  Mittel  zur  Vorbeugung  des  Krie-Kes,
  er  würde  zugleich  allen  Nationen  die  Bedingungen
  für  ein  unabhängiges  Dasein  und  freie
wiirtschaftliche  Entfaltung  sichern.  Es  wäre  von
gKrößter  Bedeutung,  wenn  der  Völkerbund  auf
der  gegenseitigen  Verpflichtung  der  Staaten  aufgebaut
  würde,  jeden  Streitfall,  der  nicht  durch
diplomatische  Mittel  lösbar  ist,  einer  friedlichen
  Behandlung  zu  übergeben,  so  daß  zun
wenigsten

I1.  Streitfragen,  die  von  beiden  Parteien  als
Rechtsstreitfragen  betrachtet  werden,  endgüllig
entschieden  werden,  je  nach  der  Wahl  entweder
durch  einen  sekten  Gerichtshof  für  inter.
nationale  Rechtspflege  oder  durch  den  bektehen.
den  Haager  Schiedsgerichtshof:

2.  jeder  andere  Streitfall  einein  internationa.
len  Untersuchungsamt  und  Vergleichungsamt  zur
Lösung  übergeben  wird,  wobei  die  beteiligten
Staaten  sich  verpflichten,  innerhalb  der  für  die
Beilegung  festgesetzten  Frist  zu  keinen  Machtmitleln
  zu  greifen.  Die  Frist  für  die  Beilegung  darf
nicht  zu  kurz  bemessen  sein  und  das  Amt,  in
dern  die  beteiligten  Parteien  selbst  vertreten  sin
soll  das  Recht  haben,  den  Parteien  einen  Vorschlag
  *0  Lösung  des  Streites  zu  unterbreiten.
Es  soll  als  Zentralorgan  für  die  einzelnen  eingesetzten
  Acmier  dienen  önnen.

urrtre  Gewerkschaften
die  Mittelmächte
„  Notkerban,  9.  9.  Die  „Morningpot“
zeldet  den  Austritt  der  Delegierten  der  Waliser-Bergarbeiter
  aus  der  Trade-  Union,  weil  der
Gewerkschaftskongreß  in  Derby  eine  Friedensaufsorderung
  an  die  Mittelmächte
beschlossen  hat.  Der  Austritt  bezieht  sich  auf  den
Beschluß  des  Kongresses,  in  dem  dic  Mittelmächte
aufgefordert  werden,  in  Beantwortung  der
Kriegsziele  der  Alliierten  ihre  Friedensbedingungen
  bekamtmgeben  und  den  Weg  zu  einer
Beendigung  des  Krieges  anzubahnen.
Lloyd  George  und  die  Rede  Solfs.
s  Basel,  9.  9.  Nach  einer  Meldung  des
„Daily  Erpreß“  erklärte  Liond  George,  er  persönlich
  fühle  keine  Veranlassung,  auf  die
Rede  des  deutschen  Staatssekretäre  Dr.  Solf
durch  eine  Erwiderung  einuur  eimugehen.

D#  schlacr###  in  Beslen.
Abenböbericht.

WIIB.  Berlin,  9.  9.,  abends.  Antlich.

Beiderseits  der  Straße  Peronne  Cambrai
sind  erneute  Angriffe  der  Engländer  gescheitert.


Von
Neues.

den  übrigen  Kampfabschnitten  nichts

4
Die  stockende  Offensive.

*  Rotterdam,  9.  9.  Tie  „Morningpott"“
meldet:  Seit  drei  Tagen  ist  kein  merlbarer
Fortschritt  un  Vorrücken  der  Allülerten  mehr
feftzustellen.  Der  Vonnarsch  stöht  anscheinend
auf  schwer  zu  nehmende  Hindernisse,
eu  deren  Beseitigung  längere  Vorbereitungen
nbtig  sind.

La  Fere  in  Flammen.
enf,  9.  9.  Wie  ein  Lyoner  Blatt  berichtet
  2  La  Fere  in  Flammen.

Französischer  Heeresbericht  vom  8.
September  nachmittags:  Nördlich  der
Oise  bernächtigten  sich  die  Fram#sischen  Truppen
des  Dorfes  nnessis  und  sind  an  den  St.
Quentin-Kanal  herangekommen.  Südlich  der
Oise  rückten  sie  in  Richtung  Seronis  und  in  Ge
gend  Lafjaur  sowie  nordlich  von  Celles  vor.  An

 

Mittwoch,  11.  September  1918

Englischer  Angriff  an"der.  Straße

F  L

Peronne-Camorai  gescheitert.

La  Fere  in  Flammen.  —  Die  Bersteifung  des  deutschen  Wider
standes.  —  Abgeschlagener  englischer  Angriff  an  der  nu  ,

Front.  —  Die  Gerüllchte  Über

einen  Kanzlerwechfel.

 

der  Aione  hielten  sie  trotz  mehrerer  deutscher  Angriffe
  ihre  Stellungen.  In  der  Champagne
brachten  zwei  Handftreiche  Vefangene  ein.
Französischer  Heeresbericht  vom  8.
September  abends:  Im  Laufe  des  Tages
  verwirklichten  unsere  Truppen  einen  neuen
Fortschritt  nördlich  der  Somme.  Wir  nahmen
Fluqukeres  und  Happencourt;  östlich  dieses  Dorses
  nahmen  wir  le  Hamel.  Südlich  der  Somme
wurde  der  Widerstand  des  Feindes  besonders
hartnäckig  bei  nördlich  und  östlich  von  St.  Siinon
  gelieferten  Kämpfen.  Evesnes,  das  von  den
Deutschen  angegriffen  und  zum  Teil  von  ihnen
genommen  wurde,  ist  nach  erbittertem  Kampfe
wiedererobert  worden,  wobei  wir  100  Gefangene
machten.  Artemos  nordöstlich  von  St.  Simon
ist  in  unsere  Hände  gefallen.  Auf  beiden  Ufern
der  Oise  haben  wir  öftlich  von  Fargniers  und
westlich  von  Servais  Boden  gewonnen.
l  Englischer  Heeresbericht  vom  8.
September  nachmittags:  Bei  Einbruch
der  Nacht  hatten  unsere  Truppen  gestern  Nillevoque-Ste.
  Mille  (°)  und  den  größeren  Teil  des
Havrincourt-Waldes  in  Besitz  genommen.  Gee'tern
  Abend  und  während  der  Nacht  fand  ein  örtlicher
  Kampf  östlich  von  Hermiers  und  im  Abschnitt
  westlich  von  Annentieres  statt,  ohne  die
Lage  wesentlich  zu  verändern.  MWestlich  von  La
Vassee  machten  unsere  Patrouillen  neitere  Fort.
schritte  in  den  Stellungen  des  Feinde
Englischer  Heeresbersct  bom  83.
September  abende:  Auf  dem  sdlichen
Teile  der  Schlachtfront  sind  unsere  Truppen  jetzt
in  das  Gebiet  der  Verteidigungsstellungen  eingetreten,
  das  früher  von  uns  gegen  die  deutsche
(Märzoffensive  eingerichtet  wurde.  Der  Feind  bietel
  vennehrten  Widerstand  in  diesen  vorbereiteten
Verteidigungsstellungen.  Heute  fanden  scharfe
Kämpfe  an  verschiedenen  Punkten  statt.  Unsere
Truppen  drängen  vorwärts  und  gewannen  Boden
  in  Richtung  auf  Vennand,  Hesbescourt  und
Epehy.  Oertliche  feindliche  Angrisfe  wurden  heute
südwestlich  von  Ploegsteert  und  östlich  von  Wulverghem
  mrückgeschlagen.  Auf  der  übrigen  englischen
  Front  ist  nichto  von  besonderem  Interesse
muH  elden.  Die  Zahl  der  von  den  englischen
Truppen  in  Frankreich  gemachten  Gefangenen
kberschreiet.  in  der  ersten  Septemberwoche
19000

Vie  Erelguisse  in  Rupland.

Bolschewistische  Erfolge  gehen  Kasan.

§  Moskau,  9.  H.  In  der  Richtung  auf  Kasan
  sind  mehrere  Ortschaften  von  den  auf  dem
rechten  Ufer  operierenden  Heeresteilen  genommen
  worden.  Zwei  schwere  sowie  zwei  leichte

Geschütze  und  27  Maschinengewehre  wurden  er

beutet.  Die  Sowjeltruppen  sind  um  einige  Wer't
der  Stadt  Kasan  nähergerückt.
Rache  für  das  Attentat  auf  Lenin.
*s  Moskau,  9.  9.  Alle  Provingzialsowjets
haben  beschlossen,  das  Attentat  auf  Lenin  mit
dan  spstematischen  Massenterror  gegen  die
Gourgeois  und  ihre  Agenten  zu  beantworten.
*Petersburg,  7.  9.  (Wiener  Korr.=Bureau.)
  Bisher  wurden  als  Vergeltung  für  die
Ennordung  Uritzkis  512  sogen.  Gegenrevolutidnäre,
  darunter  10  rechte  Sozialrevolutionäre,  erschossen;
  die  Namen  der  Erschossenen  wurden  bisher
  nicht  veröffentlicht.  Die  erite  Liste  der  im
Falle  eines  neuen  Attentats  zu  erschiehenden  Geiseln
  wurde  vcröffentlicht.  Sie  unfaßt  121  Nainen,
  mei't  vormalige  Offiriere,  darunter  die
Eroßfur#een  Dimitri  Konstantinowitsch,  Paul

 

Alerandrowitsch,  Nikolai  Michailowitsch.  Georg
(Michailowitsch  und  Gabriel  Kon-  lantinowitsch.
Die  Zarin  kommt  nach  Spanien.

5  Geuf,  9.  9.,  Journal  des  Debats“  meldet
aus  Madrid:  Der  Königliche  Hof  befahl  die
Vereit=  tellung  des  königlichen  Schlosies  von  San
Sebafstian  fur  die  Zarin  mit  ihren  Töch,=tern.
  Nach  dieser  offi#iofen  Verlautbarung  hal
die  Zarm  die  Bedingungen  der  Bolschewif  ten  angenommen
  und  auf  ihre  Anipruche  auf  den  sinaniiellen
  Nachlaß  des  Jaren  im  In,  und  Auslande
  für  sich  und  ihre  Rechtonachfolger  Ver-Jicht
  geleiftek.

—...n——z
Allgemeines  vom  brieg.
[Der  englische  Geschwaderchef  bei
Karleoeruhe  abgeschossen
*  Berlin,  9.  9.  Bei  dem  Luftangriff  auf
Karleruhe  ist  es  dei  Vizefeldwebel  Emil  Baer
gelungen  den  englischen  Geschwaderchef  abzu.
schießen.  Seine  Kampfftaffel  hat  aus  desien  Geschwader
  funf  Elug-zeuge  herausgeschossen.  Vizeicldur
  ebel  Baer  wurde  für  seine  Tapferkeit  zum
Offi:er  befördert.
Bulgarischer  Berichk.
Sofia,  7.  9.  Matedonische  Front:
Eüdlich  von  Gewgheli  steigerte  sich  das  feindliche
Artilleriefeuer,  das  seit  einigen  Tagen  mit  wechselnder
  Heft#gkeit  andauerte  und  zeitwesse  ausgesetzt
  hatte,  in  der  letzten  Nacht  zum  Trom,
melfeuer,  unter  dessen  Deckung  englische  Abteilungen
  unsere  vorgeschobenen  Stellungen  bei
dem  Dorfe  Schowo  angriffen,  an  einer  Stelle
sich  unseren  Gräben  näherten,  durch  das  Feuer
aber,  mit  dem  wir  sie  empfingen.  und  teilweise
un  Handgemenge  voll  ändig  zurückge
schlagen  wurden,  wobei  sie  empfindliche  Ver.

lanr  erlitten.
Ausland.

Günniger  Verlauf  der
Verhandlungenmit  Spanien.

 

Geuf,  9.  9.  Nach  Depeschen  aus  Madrid

kann  die  Beendigung  der  deutsch-spanischen  Verhandlungen
  als  bevorstehend  angesehen  werden.
laura  und  Dato  erklärten,  der  Ministerrat  weram
  23.  September  eine  alle  Teile  zufriedenstellende
  Lösung  veröffentlichen.

Vomsee  genderkriegsgesestschaften.

Von  geschätzter  Seite  wird  der  Deutschen
Vollswirtschaftlichen  Korrespondenz  (Nr.  60  vom
6.  August  1918)  aus  dem  Weiten  Berlins  geschrieben:
  Man  macht  sich  kaum  eine  Vorktellung
  davon.  melche  Mißstimmung  und  Erbitterung
  in  meiten  Bevolkerungskreisen  gegen  die
Kriegsgesellschaften  herrscht.  Von  ihrer
Leschäftlichen  Tätigkeit  ganz  zu  schweigen,  machen
  sie  sich  sogleich  nach  ihrer  Begründung  dadurch
  mißliebig,  daß  sie  in  den  teuersten  Stadt- 



teilen  des  Westens  der  Reichshauptstadt  große

Häuser  mieten  und  ungczählte  Familien
zum  Verzuge  zwingen.  Den  Hausbesitzern
  werden  ungewöhnlich  hohe  Mieten  geboten,
was  natürlich  die  Veranlassung  zu  baldig't  möglicher
  Kündigung  der  bisherigen  Mieter  bietet.
Wohl  Tausenden  von  Familien  wurde  dadurch
ein  Ummg  aufgenötigt,  und  was  ein  solcher  in
diesen  Tagen  bedeutet,  davon  wissen  die  Betroffenen
  ein  schmerzliches  Lied  zu  singen.  Nicht
nur,  daß  sehr  viel  Geld  aufgewendet  werden
mußte,  um  den  Uming  zu  bewerk'telligen,  ha

 

K##t.:  Protus

 

446.  Jahrong

..—
ben  die  Juneigungen  der  Kriegs  —  Aur
die  westlichen  Stadtteile  auch  bewirkt,  daß  die
Wehnung=  preise  allgemein  eine  sehr  beträcht
liche  Steigerung  erfuhren,  und  daß  aus
einem  Ueberfluß  ein  bedenklicher  Mangel  an
Wohnungen  dort  eimstanden  imt.  Noch  jcht  hält
das  Hautermieten  durch  die  Kriegsgesellschaf
len  in  unrenninderter  Slärle  an,  die  Mietsver.
träge  werden  in  der  Regel  wohl  auf  wei  Jahre
geschloßfen.  mas  iin  Hinblick  auf  die  dauer  der
IZwangeun#schaft  schlinmen  Befurchlungen
Raum  geien  konnte.  Von-  allgemeinen  Gesichtspunkten
  aus  wird  man  aber  fragen  dürsen:  Ist
es  notmerdig,  daß  die  Kriegsgesellschaften  gerade
  in  den  teuersten  Stadtteilen  des  Westens
ihrc  ohnehin  recht  anfechtbare  Ta#igkeit  aus.
üben,  oder  daß  sie  sich  mit  einem  Lurus  aus.
katien,  der  nachgerade  dein  Spott  anheimgefallen
  it?  F  Arbeit,  die  dort  wirklich  ge—

 

 

Für  die
leistei  witd,  genugen  sicherlich  weniger  prunkvoll
aurget  tattele  Raume,  um  so  mehr.  weil  die  Eri
stenz  dieiet  Gesellschaften  Got:  sei  Dank  zeitlich
begreum  it.  Eine  weilere  Anregung  zu  fparsamerer
  Wirtichaft  mußte  weiterhin  die  Erwägung
  bieten,  daß  es  schließlich  doch  die  (Gesarnt.=heit
  der  Burger  ifl,  welche  die  Mittel  fur  den
prunkvollen  Haushalt  aufbringen  muß-  Aber
am  beschuerlichiten  wird  empfunden,  daß  so  ungesählte
  Vamilien  durch  die  Kriegogesellschaften
in  Not  und  Sorge  versetzt  werden,  weil  sie  ausgemietet
  vorden  sind.

Folikische  Rundschau.

Zur  Jollfrage  in  Salzburg.

Die  Jentralelelle  der  Handelspolitischen  Vereinigung
  der  landwirtschaftlichen  Korperschaften
Banerns  einschließlich  Mullerei  und  Mäljerei
äußert  sich  zu  der  Nachricht  der  „Deutichen  Bergwerls#zeitung“,
  wonach  inan  sich  in  Salzburg  auf
den  neuen  Voischlag  eines  Provisorimns  volli
ger  Jollireiheil  auf  die  Dauer  von  iu;  if  Jahren
einigen  nolle,  u.  a.  mie  folgt:  Wa  diesen  Vorschlag
  anlangt,  so  enthalt  der  Gedanke,  sofern
man  den  Nachdruck  auf  das  Provisorium
ohne  jede  Nebenabsicht  legl.  ##ifellos  einen  gusen
  Kern.  Es  ware  ünmerhin  recht  wunschenswerl,
  wemn  man  die  an  sich  durchaus  begrüßensmerle
  Verliefung  des  politischen  Bundnsses  der
Mitlehnachte  zunäch  ##  bon  dem  schuierigen  Vebiet
  der  ni  frlick  ....
heiten  loslosen  lonnte.  Fr  eine  Loiung  der
Zollfragen  it  eine  möglichite  Veschleunigung
angesichts  der  auch  in  der  Uebergangszeit  noch
lange  anoimal  bleibenden  wirtschafltlichen  Verhältnisse
  ja  nicht  geboten.  Solange  die  Knappheit
  an  Nahrn  ng  muitteln  und  Rohftoffen  anhatlt.

ist  sogar  ein  Weg  z  empfehlen,  der  in  der
Ueberganger#i#  ein  Sy#ein  moglichster  gegen:

seiliger  Auebilse  unter  Angleichung  der  hierm
nolmendigen  Mahnahmen  im  Gebiet  der  Mit

telmächte  ermöglicht.  In  dieser  Uebergangszeit
bedarf  es  eines  gegenseitigen  Jollschutzes  naturgemäß
  nicht;  auch  in  den  Kreisen  der  Landwirtschaft,
  Mullerei  und  Malerrei  denkt  kein  vernünftiger
  Nensch  daran,  einen  Verkehr  mit  Zollschutz

  in  dieser  Zeit  zu  fordern.  Die  Forderungen
  wirlchaftlicher  Körperschaften  nach  Aufrechlerhallung
  des  bemährten  Prinzips  der
Schugzollpolitik  auch  Oesterreich  Ungarn  gegen

über  sind  jelbitverständlich  Forderungen,  die  fur
die  spälere  Friedenszeit  berechnet  sind,  wenn  der
Abbau  der  anormalen  kriegewirtschaftlichen  Verhältmisse
  beginnt.  Gegenüber  dem  Gedanken
eines  Ausnahmeustandes  mit  Jollfreiheit  im
gegenseitigen  Verkehr  der  Mittelmachte  in  der
anonnalen  Uebergangszeit  ware  also  an  sich
nichts  einmwenden,  wohl  aber  gegen  die  Befristung
  emes  solchen  Prooisoriums  gleich  auf
fünf  Jahre.  Cine  solche  Befristung  muß  ohne
weitercs  ben  Eindruck  erweden,  als  wolle  man
die  spätere  Zollfreiheit  vorbereiten.  Gegenüber
solchen  Ablichten  hat  naturgemän  die  bayerische
Landwirticafl,  Mullerei  und  Maleerei  denselben
energischen  Einsoruch  zu  cerheben,  wie  gegenüber
  den  Planen  einer  Jollunion,  eines  teilweisen
  Zolladbaues  und  dergl.  Vielleicht  kann
aber  der  Cedanke  des  Provisoriums  einen  Schritt
meiter  führen,  indem  man  die  Jolkfragen  Fweckmahig
  aln  mnächi  uherhanpt  nicht  vordringlich

 

chi  eden