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elendesten Hütten am Bette der Kranken, um sie zu pflegen und zu
trösten; müde Wanderer nahm sie auf und erquickte und beschenkte
sie. Keine Arbeit war ihr zu mühsam oder zu niedrig, wenn sie
damit andern einen Dienst erweisen konnte. Niemand entließ sie
ohne ein freundliches Wort; keiner, der um ihre Hilfe bat, schied
von ihr ohne Trost und Unterstützung. „Wie eine Königin saß sie
inmitten des Volkes.“ so spricht von ihr ein Zeitgenosse, „aber sie
tröstete alle, die ein Leid zu tragen hatten."“
Fünf Kinder schenkte sie ihrem Gemahl, drei Söhne und zwei
Töchter. Ihrer Erziehung widmete sie sich mit allem Ernst und
mit großem Eifer. Sie erlebte die Freude, daß alle ihre Kinder
zu trefflichen und an Körper wie an Geist wohlbegabten Menschen
heranwuchsen. Den jüngsten Sohn Brun bestimmte König Heinrich
auf die besondern Bitten der Mutter hin für den geistlichen Stand.
Er stieg in der Folge als Erzbischof von Cöln zu den höchsten
geistlichen Würden empor. — Durch ihre Sanstmut milderte Mathilde
gar oft den Sinn des Königs, der zu Heftigkeit und Zorn
geneigt war. Ihre Fürbitten erreichten es nicht selten bei Heinrich,
daß strenge Strafurteile, die er über Schuldige gefällt hatte,
gemildert wurden. Aber nicht immer vermochte sie den Sinn des
Königs gnädig zu stimmen und die einmal verhängte Strafe von
dem Schuldigen abzuwenden. „Ließ das Gesetz keine Gnade zu,
dann war sie sehr betrübt und nicht minder der König selbst darüber,
daß er das Flehen seiner Gemahlin nicht erhören konnte.“
Für alle Unternehmungen Heinrichs suchte Mathilde durch die
Kraft des Gebetes einen günstigen Ausgang zu erflehen. Namentlich
bei den Kriegszügen Heinrichs verweilte sie unablässig Tag und
Nacht im eifrigsten Gebete. Für solche herzinnige Teilnahme an all
seinem Wirken und Streben wußte König Heinrich seiner Gemahlin
großen Dank. Aber auch noch in anderer Weise fühlte er sich ihr
zu Dank verpflichtet. Die große Anhänglichkeit des Sachsenvolkes
verdankte Heinrich zu einem guten Teil seiner Gemahlin. Als eine
Tochter des berühmtesten Geschlechtes unter den Sachsen genoß sie
ein besonders hohes Ansehen bei allem Volke. Ihre hohen Tugenden,
ihre unbegrenzte Mildtätigkeit erwarben ihr die Liebe des
Volkes. Da konnte es denn nicht ausbleiben, daß das Volk auch
ihrem Gemahl mit gesteigerter Verehrung und Liebe anhing.
3.
Die Innigkeit der Liebe zwischen Heinrich und Mathilde tritt
so recht überzeugend hervor in dem Abschiede, den sie voneinander
nahmen, als Heinrich auf dem Totenbette lag. — Als König Heinrich