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jener Tage Theil nahm, nur mit dem bedeutenden Unterschiede,
daß nicht der Mangel an den Gefühlen der Pietät von Jugend
auf sein inneres Wesen erkältet hatte, spricht seine Ansicht aus:
„Es ist recht jedes für die Gesellschaft gefährliche Dogma zu bekämpfen:
die Autorität der Priester, die Absurdität einen Gott zu
essen. Aber der wahre Philosoph wird um des Wohles der Gesellschaft
willen da stehen bleiben, wo die Religion beginnt mit
den Gesetzen des Staates enger verbunden zu sein, und wo das
Dogma, indem es nicht mehr schädlich ist, immerhin ein Irrthum
sein mag, ein Irrthum nämlich, welcher dann der Gesellschaft
nützlich ist. So ist es z. B. mit der Meinung eines anderen Lebens."
Der König entgegnet: „Ich denke ungefähr wie Fontenelle:
wenn ich die Hand voll Wahrheiten hielte: so würde ich sie nicht
öffnen, weil das Volk nicht verdient aufgeklärt zu werden. Ich
gestehe übrigens zu, daß, wenn ich die Wahl hätte zwischen allen
christlichen Sekten: so würde ich die protestantische wählen, weil
sie die wenigst schädliche ist. Ich bin ferner fest überzeugt, daß
man einem Jeden die Freiheit lassen muß zu glauben, was er für
glaublich hält. Man lasse Unsterblichkeit zu. Ich bin nicht dawider,
wenn man nur einander nicht verfolgt. Was die Sitten
betrifft: so möge man in allen Zeitaltern und überall nachforschen:
man wird überall dieselbe Verderbnis der Sitten finden, weil
nicht die Meinungen die Kraft haben die Menschen zu ändern,
und weil die Leidenschaften in jedem Lande und in jedem Zeitalter
dieselben sind. Bilden Sie sich ein, was Sie wollen: die Zügel
der bösen Handlungen finden Sie nur in Leibesstrafen und in der
Schande. Das hält einige Menschen zurück und hindert sie der
Gesellschaft zu schaden. Die Strafen dagegen eines anderen Lebens
werden vor den bereit liegenden Vortheilen des Eigennutzes, des
Ehrgeizes vergessen. Dies kommt daher, weil die Gegenwart die
Menschen empfindlicher reizt, als die Gefahren nach einem Tode,
den sie noch entfernt glauben. Also, mein Lieber, werden die