Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

s1.  II

 

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Rosenheimer  Anzeige

„  I4.  Mörz  1915

  

 

 

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Rosenheimer  Tagblakt

 

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Sim##ches  Publikallons-Organ

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Neue  große  Niederlagen  der  Russen  in  Polen.

7.400  Ruffen  gefangen,  3  Geschütze  und  10  malschlnengewihre  erbeutct.

Vor  neuen  Erceignisten  an  der  vrerufront.  —  Das  zerschollenc  Ulcuport.  —  bie  Beute  des  Eufskrenzers  „Primz  eltel  frieckrich“#.  —  boland

pegen  den  encilichen  Flapgenbrirug.

—  T#crc  Fortichrute  lu  den  Kkämpfeu  bei  Prasanosz.

—  Dergrabene  ruflische  Geschütr.  —  Grobe

Käuc  in  den  Karparhen.  —  Die  fcrbuchen  Scuchesopfer.  —  Reuc  englisch-kranzösische  Mmißrlolge  vor  den  Dardaneilcn.  —  hulfluches
bombardement  auf  dem  Schwarzen  Mecer.  —  bder  japanssche  Druck  auf  Cbina.

Dee  Rriegslage.

Wiederholt,  weil  nur  in  einem  Teil  der  lehten
Nummer

WTB.  Großes  Hauptgquartier,
12.  März,  vormittags.  Amtlich.

Westlicher  Kriegsschauplatz.

Drei  seindliche  Linienschiffe,  begleitet  von
einigen  Torpedobooten,  feuerten  gestern  auf
Bad  Westende  über  70  Schuß,  ohne  irgendnelchen
  Schaden  anzurichten.  Als  unsere  Batterien
  m  Tätigkeit  traten,  entfernte  sich  das
seindliche  Geschwader.

Die  Engländer,  die  sich  in  Neuve  Chapelle  festsetzten,
  stießen  heute  Nacht  in  östlicher  Richtung
or;  sie  wurden  zurückgeschlagen.  Auch  nördlich
von  Neuve  Chapelle  wurden  gestern  schwachere
englische  Angrifsc  abgeschlagen.  Die  Kämpfe  in
sener  Gegend  sind  noch  im  Gange.

den

S

In  der  Champagne  herrschte  im  allgemeinen
Ruhe.  In  den  Vogesen  war  wegen  heftigen
Schnectreiben?  die  (Gefechtstätigkeit  nur  gering.

Oestlicher  Kriegoschauplotz.
Neue  rusi'sche  Niederlagen.  —  Abermals
7.400  Mussen  gefangen.

Nordlich  des  Auguitomoer  Waldes  wurden
die  Russen  geschlagen.  Sie  entzogen  sich  durch
schleunigen  Abmarsch  in  Richtung  Grodno  einer
volligen  Niederlage.  Wir  machten  über  4000
Gejangene,  darunter  zuei  Regimentskomman

deure,  und  eroberten  3  Geschütze  und  10  Ma
schinengewehre.  Auch  aus  der  Gegend  von

Augustouo  hat  der  Feind  den  Nückzug  auf

.  ——  ————  —  —

Grodno  ang  etreten.

VNordursulich  Ostrolenka  nahmen  wir  im  An
griff  3.sfiiere  und  2211  Mann  Leiangen.
Nördlich  und  nordwestlich  Praszunysz  schritt  unjer

Angriff  Jort  Ueber  321##  Gefangene  blieben
hier  *r—  in  unserer  Hand.

Ir##i  große  Siege  haben  sich  die  Zla-  in
ihren  amtlicken  Bekauntmachungen  zuge
ben,  den  Sieg  bei  Grodno  und  den  bei  .
——————.———————————————J...-'

szunsz.  In  beiden  Schlachten  behaupten  lie  je
zuri  deutiche  Armeckorpa  gelchlagen  oder  ver
nichtet  zu  haben.  Wenn  die  rusüsche  oberste
Hecresleitung  im  Ernite  dieser  Meinung  war,
so  werden  die  Ereignisse  der  letzten  Tage  sie  über
die  Lampfkraft  unserer  Truppen  eineo  anderen

belehrt  haben.  rre  mit  so  beredten  Worten

 

 

 

 

verkündete  O  ffensive  von  Grodno  durch  den
Augustomoer  Walde  ist  bald  gescheitert.

Erfahrungen  der  dort  vorgegangenen  Truppen
schildern  die  ersten  Säße  unserer  heutigen  Verössentlichung.


6•1———

Bei  Praszunl  siehen  unsere  Truppen  Qach
vorüberg  ehendem  Ausweichen  wieder  vier  Kilometer

  nördlich  dieser  Stadl.  Seit  ihrer  Aufgabe
  sind  auf  dem  RKampffelde  zwischen  Weichsel
  und  Orj#r  11  460  Russen  gefangen  genome
men  worden.

Oberste  Heeresleitung.

r“  4  4

„Nördlich  der  Auguiower  Waides  wurden
die  Russen  geschlagen.“

 

zunächil  zurucklogen.  Veruchsio  ligl  man  dur
Vorgehen  der  Russen  auch  auf  der  ganzen  ubri
gen  Front,  bei  Lemm.  ürolenta.  Praszunen.
so  muß  man  zu  der  Uekerengung  lommen,  das
es  sich  hierbei  nicht  mehr  um  ein:elne  orllich:
Vorsftöste,  sondern  um  eine  auf  einem  einhei:
lichen  Plan  Veruhende  großze  Altihn  bandelte.
wobei  die  Kunst  der  Ritisen.  immer  wieder

neue  Krafte  Beranzuzienen,  wie  Auch  die  Zatig
keit  und  Harlnäckigleil,  mil  der  sie  ihre  Angrifft
durck  fuhrten,  alle  Acktung  verdienen.  Aber  d

russische  Triumpk  hat  nicht  lange  angehalten
Nach  der  neuen  Niederlage  des  russischen  Nord
flugels  ist  die  Absicht  der  Russen,  den  Krieg
wieder  ins  Feindesland  zu  tragen,  aufe  nen
vereitelt  worden.  Es  ist  kaum  zu  optimislicch.
wenn  man  annimmt,  daß  die  Gefahr  eines  Ein
falle  auch  nicht  sogleich  wiederlehren  wiro
Dem  auch  an  der  übrigen  Front  in  Nordpoler
bis  nach  Prasmysz  im  Westen  sind  die  russt
schen  Angriffe  überall  abgewiesen  worden,  zum
Teil  mit  großen  Berlusten,  wie  der  heutige
Tagesbericht  zeigt.  Es  scheint,  daß  überall  wie
der  die  deutsche  Vorwärlsbemegung  eingesetz“
hat.  Alle  in  allem  kann  man  mit  dem  Aerlau#
dieser  Kampfe  in  Polen  nordlich  der  Weichsel
und  im  äußersten  Osten  zufrieden  sein.

—  ——

HNlichen  Leid  und  den
Hindenburg  übermittel  x

an  der  Marne  Lar#en  Foenr  (Geschafte.
Uund  Privalhamer  geslaggt.

 

Algeweines  vom  kRrieg

Ausbruch

D  Kaiser  vor  dem  des
Krieges.

12.  März.  Aus  Neunork  wird
tg.“  gemeldet:  Der  amerikanische
Journalist  James  Creelman,  der  vor  einigen
Wocken  plotzlich  in  Berlin  starb,  hatte  lutz
vor  seinem  Tode  eine  Unterredung  mil  dem
deutschen  Reichskanzler,  die  jent  in  den  amerikanischen
  Zeilungen  beroffentlicht  uird.  Herr
v.  Bethmann  Hollueg  erklarie,  daß  er  die  letzte
Zeit  vor  dem  Krieg  Tag  und  Nacht  mit  dem
Kaiser  zusammen  rc.  um  den  drohenden  bu
tigen  Konflilt  in  ledzter  Stunde  zu  verhüten.
„Diese  Bemuhungen“,  so  bemertte  der  Reichs
lanzler.  „den  Frieden  der  Welt  zu  erhalten,
nicht  nur  sein  eigene:  Voll,  fondern  auck  die
anderen  Volker  Surern“  vor  dem  unauriprech
Verlunten  eine  allge  neinen

march  ein  Ergeb#is,  das

er

Berlin,
der  „Kreuz

Krieges  zu  ben  Nrer.

 

 

 

uns  diese  frohe  Kunde,  wir  wissen  alld.  was  den  gea  obnlichen  Aus  erud  seines  Gesichtes  an
wdapiut  zum  Audruck  aarracht  sein  ĩoll.  „Zie  derten“  Immer  und  irtiner  ujeder  be  hnen
Rusien  fsind  geschlagen.“  da  i#  eine  bemichl  ter  Reich#elanser  den  Kor  al-  den  gr  ohler
Aunlwort  auf  dic  russischen  #oß  vuuns  cherrien  der  Friedenm#uren  de:  .  „  anen  n  4
leuten  Tage,  ut  denen  sie  fiün  Ccfollge  buir!  miameten  und  arte-  teie  benc..  arbein
ten,  von  denen  nio  die  Rede  sein  tonnte.  In  ten  fur  den  Feieden.  Ihn  fnn.  wie  der  KNaier
der  letzten  Zeil  meldeien  hamlich  die  ruffinler  Wort  für  ###in  seinem  64,  wegraphischen  Appeit
VGeneralital##b###richte  trinmpliierend,  die  Rusten  an  den  garen  ände?#  ich  fab.  Wie  e  zwicher
hällen  nach  glanzenden  Siegen  wieder  die  Lirie;  dem  einen  Vort  #und  dem  anderen  schwanlur.
Mariampol  Simns  Aunuowo  beiebt  n  aln  er  mit  einer  Au'erterliamleit,  die  unmo
riampol  liegt  an  der  Scheschupre,  sunnettir  1½  zu  beickreiben  i2.  da:  Wonrt  iuckhte.  das  den
von  Kowno,  Simma  Kiilomerer  sumis  garen  beeinflussen  lannte.  Curopa  vor  der
von  an  der  Bahmlinie  Zumalli  Olita.  Hi###a##de  Kccelzen.  93..
von  Auguftomo  i'n  leiannt.  Darnach  hülier  1  ...2“„  .-IichdicNttifcntotedcrkkufisssKilometerrw
  T«7«7«7I"«781«4’U«"
oitptcnfjiiktmt  GmmronLitestlpcrgskttctl1er1.  Verlin,jJ,-1«1kk-x1  ipmw
-n-,eiqtbafsdicqcuismqtoicttrijitccist"«·.d«:«.!Uii-.snunm-(  die  dllende  Parier  8
setzten,  vor  denen  sich  die  deutichen  Grenziruppen  lalnotiz:  „Nach  dem  ériola  Tn'erer  Warien

#er
Seitdem  sind  aber
Monate  vergangen  und  die  Fahnen  sind  braußen
geblieben,  alien  AUnbilden  der  Witterung  aus
gesetzt.  Jür:  Farben  sind  verblaßt,  sie  lind
beschmunt  und  haufig  in  Feßen.  Ware  esr  un
ler  diesen  Umilanden  nich  briier,  sie  herein
zunchmen  und  ipater  durch  neue  zu  ersetzen.
wenn  die  Nachriät  vom  definitiven  Sieg  ein
treffen  wird'  (U.),  Der  Tenps“,
gesteht,  daß  Paris  seit  der  Schlacht  an  der
Marne  leinen  Grund  zur  Flaggen  Hatte.  wil!
mit  so  weisem  Ratc  vielleich:  nur  der  pe  inlichen
Notwendigleit  vorbeugen,  die  Fahnen  am  Tag
der  definitiven  Niederlage  einzielen  zu  muisen.
belgischen  Verrai.
12.

Gegen
Brussel,  Marz.  Der  00,  lg

neur  erläßt  folgende  Bekanntmachung:  In  der
letzten  Zeit  mußte  durch  die  deutichen  Militar
verite  eine  große  Anzahl  Belgier  wegen  ver
suchten  Landesverrats  mit  Zuchthaus  bestraft
werden,  weil  sie  weurpjiichtigen  Landoleulen  bei
dem  Versuche,  zum  feindlichen  Heere  zu  gelangen,
behilflich  waren.  Ich  warne  megen  der  schweren
darauf  stehenden  Strafen  erneut  vor  einem  sol
chen  Verbrechen  gegen  die  deutschen  Truppen.

 

 

der  dami

 

Vergiftete  Waffen.

London,  12.  März.  DTie  „Daily  Mail“
meldet  aus  Manchefrer:  Gestern  wurden  zwei
Brüder  holländischer  Abflammung  zu  je  25
Pfund  Sterling  verurteill,  weil  sie  im  Schausenter
  eines  Tak  akladene  ein  Messer  von
Gurkh  as  ausgenellt  Batten  und  darunier  chrieben:
  „Ein  vergistetes  Wurfmesser,  wie  es  jetzt
von  den  Gurkhas  mit  Giyls  gegen  die  dm.
ichen  verwendet  wird.“

bom  westlichen  Reiegsschaupiatz.

Bor  neuen  Freigunissen
an  der  Anerufront.

Mari.  „Tijd“  meldet
se  bedeutenden  Truppenbewegungen
  durch  gam  Belgien  halten  ar.  In  Rousse
laire  find  Tamende  von  Soldaten  angekommen
und  sofort  nach  der  ##ernirom  weitergegangen.
In  Vrugge  lreisen  gane  Zuge  Soldaten  ein;
«  ;ltqc-m-ts«or«1.«scstdcrcblclbcn
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Wegevrerhül:  versucht  werden,  die  Dpernn—ss
  ura  vren.  Ehe  die  Tausende  von
Truppen  jem  von  Beugge  nach  der  Front  zoden,
  tien  der  lom:  samirende  General  eine  beneiernde
  Aniprack  Dieiĩe  wieder.
tolen  sich  sx-  t  2

#

Amierdam,.  12.

aus  Eluns:  D

 

I  ½  1  34
da  Nau.

Zinenen

Das  zerschoffene  Nieuport.

Haang.  1%.  Marz.  Nach  einer  Londoner
Privaldepesche  des  Nienwe  Courant  ül  Nien.
hort  durch  erneute  Beschießzung  mit  deutschen
(Geichunen  allerschwersten  Kalibers  vollig  in  einen
  einsigen  Trümmerhaufen  verwandell  worden.
  Da  die  Deckung  fur  die  englischen  und
belaischen  Truppen  kaum  noch  in  Frage  tomme.
ware  die  Raumung  Nicuports  wabricheinlich,
doch  wurde  der  Ort  im  Fenerbereich  der  englicch
  belgischen  Artillerse  Pleiben.  (Z.)

Rom  lotbringischen  Kampfgebict.
Basel,  12.  Märs.  Im  Berner  .„Bund“
schildert  Oberst  Muller  seine  Reise  durch  das
serbringicke  Kampfgebiet.  Er  erblickt  in  der
der  dortigen  Heereslörber  aus
Cinu  ohnern  allet  Teile  der  Reiches  ein  Zeugnis
für  die  Einheit  und  Einigkeit  des  deulschen  Vol.
les,  wie  sie  vor  dem  Kriege  in  der  neuen  Ge.
shichte  noch  nie  erlebt  norden  ist.  Er  sagt:
Deutschlands  Feinde  verrechneten  sich  stark,  wenn
sie  vor  dem  Kriegsausbruch  aus  den  Uns#immig.
ieilen  zu  ischen  den  norddeutschen  und  juddeutchen
  Stammen  Vorteil  zu  ziehen  hofften.  Alle
Truppeneinbeiten  in  diesem  Verbande  weisen
volle  Bestande  auf,  Abgänge  werden  stets  mit
neu  ausgebildeten  Freiw#lligen.  Rekruten  oder