Full text: Handbuch für Preußische Verwaltungsbeamte. Erster Band. (1)

1332 Abschnitt XXVII. Jagdrechtliche Bestimmungen. 
§s. 32. Im Mangel anderer Bestimmungen gehören vierfüßige wilde Thiere 
und wildes Geflügel, in so fern beide zur Speise gebraucht zu werden pflegen, zur 
ausschließenden Jagdgerechtigkeit. 
§. 33. Andere wilde Thiere sind in der Regel ein Gegenstand des freien 
Thierfanges. . 
§. 34. Dahin gehören auch Wölfe, Bären, und andere dergleichen schädliche 
Raubthiere. 
S. 35. Doch dürfen dergleichen Thiere (§§. 33, 34) in Wäldern und Jagd- 
revieren von denjenigen, denen daselbst keine Jagdgerechtigkeit zukommt, nicht aufgefucht, 
noch weniger Jagden darauf angestellt werden. 
#§. 36. Was für Arten der wilden Thiere weder gejagt, noch sonst eingefangen 
werden können, muß durch besondere Gesetze und Verordnungen ausdrücklich bestimmt 
sein. 
Hohe, mittlere und niedere Jagd. 
§. 37. Zur hohen Jagd werden gewöhnlich nur Hirsche, wilde Schweine, Auer- 
ochsen, Elenthiere, Fasanen, Auerhähne und Hennen gerechnet. 
§. 38. Wo die Provinzialgesetze keine mittlere Jagd bestimmen, gehört alles 
übrige Wild zur niedern Jagd. 
Von Hunden auf fremdem Jagdreviere. 
§s. 64. Niemand darf auf fremden Jagdrevieren Hunde laufen lassen, die nicht 
Daer finem Knüppel, welcher sie an der Aufsuchung und Verfolgung des Wildes hindert, 
versehen sind. 
8. 65. Ungeknüppelte gemeine Hunde, ingleichen Katzen, die auf Jagdrevieren. 
  
Zu Anmerkung 2 auf S. 1331. 
gültig in der Niederlausitz, E. Crim. XI. 192 —; für Sachsen: altrreußische 
Landestheile Holz-, Mast= und Jagdord. für das Herzogthum Magdeburg und Fürsten- 
thum Halberstadt 3. Okt. 1743 (Lentze, Halberst. Prov. R. S. 180); ehemals Kal. 
sächsische Landestheile Jagdmandat 8. Nov. 1717 (Pinder, Prov. R.) und Publ. Patent 
15. Nov. 1816; Altmark märkische Jagdord. 20. Mai 1720 (Rabe l. 531); für 
Westfalen: Holz-, Forst-, Jagd- und Grenzord. 4. März 1738 für das Fürstenthum 
Minden und die Grafschaften Ravensberg, Tecklenburg und Lingen (Schlüter, Prov. R. 
S. 90), Kurfürstl. Kölnische Jagd-, Busch= und Fischereiord. für das Fürstenthum 
Münster 9. Juli 1759 und 27. April 1770 (Schlüter S. 177), Bergische Jagdord. 
17. März 1804 (Scotti, Samml. II. 1049), Kurf. Köln. Jagdord. 10. Febr. 1792 
(Schlüter S. 420), Rügeord. für die Fürstl. Salm'schen Aemter Ahaus und Bocholt 
18. Febr. 1804 (Schlüter S. 428), Jagd- und Waldord. für Kleve, Geldern, Märs 
und Mark 13. Juli 1765 (Scotti III. 1649); für die Rheinprovinz: Vd. 18. Aug. 
1814 (Lottner, Samml. I. 156); 21. Sept. 1815 (Lottner I. 329, nur in der 
Gegend zwischen Saar und Mosel gültig), Jülich-Bergische Jagd= und Forstsatzung 
8. Mai 1761 (Scotti I. 499); für Hannover: vergl. Jagdord. 11. März 1859, 
im Uebrigen fehlen Sondervorschriften über die Jagdbarkeit; für Hessen-Nassau: 
Kurh. Landestheile, Hess. Regulativ 29. Nov. 1787, Kurh. Jagdstraftarif 30. Dez. 
1822, Wildpretstaxe 18. Dez. 1841; Kurh. Ges. 26. Febr. 1854 und 7. Sept. 1865 
(Dalcke, Jagdrecht 3. Aufl. S. 125 f.), Großh. hefs. Landestheile, Jagdstrafges. 19. Juli 
1858 Art. 7, Nass. Landestheile Forst= und Jagdstrafges. 6. Jan. 1860 5. 23 (Dalcke 
S. 127f.), Amt Homburg Vd. 3. Sept. 1841 Nr. 2 (Homb. Arch. S. 347), Amt 
Meisenheim Ges. 25. Sept. 1855 Art. 1 (das. S. 794); bairische Landestheile Vod. 
5. Okt. 1863 (Dalcke S. 129); für Frankfurt a. M. fehlen Sonderbestimmungen 
über die Jagdbarkeit; für Hohenzollern: Jagdschonges. 2. Mai 1853 (G. S. S. 
178); für Schleswig-Holstein: Forst= und Jagdord. 2. Juli 1784 (Chron. Samml. 
1784 S. 135); für Lauenburg nur Wildschonges. 26. Febr. 1870. 
Wilde Kaninchen gehören gemäß §. 15 Wildschadenges. 11. Juli 1891 (G. S. 
S. 307) nicht mehr zu den jagdbaren Thieren. Ihr Fangen in Schlingen ist daher nicht 
mehr aus #s. 292, 293 R. Str. G. B., sondern höchstens als Uebertretung einer 
etwaigen Polizeivd. strafbar, E. Crim. XXIV. 326.
	        
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