Und wird in solchem Falle der Kriegesbrauch
ihn selbst rechtfertigen.
Uebrigens verbleibe mit aller ersinnlichen Hochachtung
Euer Ezzellenz ete.
Hamburg, den 11. Januar 1713
Graf von Welling.
Schreiben
von dem Königl. und Krursächsischen Herrn Feldmarschall
Grafen von Flemming und dem Königl.
däntschen Herrn General en Chef von Scholten an
Sr. Königl. Majestät von Schweden Rat, General
und General-Gouverneur der Herzogtlimer Bremen
und Verden Herrn Grafen Welling.
den 13. Jannar 1713.
Mein Herrl
1.
Wir haben aus Ihrem an Uns abgelassenen
Geehrten die Ursachen, welche Euer Erzellenz wegen
Verbrennung Altonas anführet, ersehen. Weil wir
nun Parteien sind, so wollen wir keine Richter sein;
es werden Leute genug sein, die darüber urteilen
werden.
2.
Unterdessen wird Euer Exzellenz uns erlauben
ihm zu sagen, daß keine Gleichheit zwischen dem,
was zu Altona und dem was zu Stade geschehen,
ist. Stade ist eine befestigte Stadt, welche den Waffen
Sr Majestät von Dänemark widerstanden und
gegen welche erlaubet gewesen, sich aller Mittel, derer
man sich insgemein um einer Stadt zu bemächltigen,
bedienet zu gebrauchen. Altona aber ist eine
offene Stadt und ohne Verteidigung, und wir glauben
nicht, daß man jemals eine Bombardierung
mit einem Brand, welchen man mit der Fackel in
der Hand machet, vergleichen können.
Das ist eben dasselbe, als wenn man eine unvermeidliche
Metzelung in einer Schlacht oder in
einem Sturm mit einer Niedermachung der Leute,
welche sich nicht verteidigen und die nicht im Verleidigungszustande
sind, vergleichen wollte.
3.
Die übrigen Ursachen der Verbrennung von Altona,
welche bekannt gemacht worden, gehen dahinaus,
daß man daselbst Magazine anlegen und Brot
backen wollte. Es ist aber gewiß, daß keine Magazine
in Altona gewesen, oder wenn welche gewesen,
waren sie so wenig beträchtlich, daß man deswegen
nicht über 2000 Häuser hätte verbrennen
und viele Tausend Einwohner zum Bettelstab, ohne
davon einigen Nultzen zu haben, bringen müssen.
Auch hat man nicht an die Ursache der Magazine
in der Antwort, welche der Herr Graf Steinbock
den Deputierten von Altona gegeben, gedacht. Man
hat sich nur dabei mit dem Hinweis auf Stade,
worauf wir genug geantwortet zu haben meinen,
begnüget.
Unser Dommerland
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4.
Was die Feuerkugeln, welche man in Stralsund
und Wismar geschossen, anlangt, beziehen wir uns
auf das, was wir wegen der Bombardierung von
Stade gesagt haben. Dieses ist erlaubet, aber die
freiwilligen Anzündungen sind abscheulich.
5.
Was die Führung unserer Alliierten betrifft, so
glauben wir, daß Euer Exzell. wohl den Unterschied
zwischen den Exzessen, welche ohne Order und
denen so mit expressen Orders geschehen, zugeben
werde. Der Herr Graf Steinbock selbst machte vor
einigen Monaten sehr wohl diese Unterscheidung,
als man von einigen Exzzessen, welche durch die
russischen Soldaten begangen worden, redete und
sragte er, ob sie Order gehabt, solches zu tun. Und
da man ihn versichert hatte, daß man nicht nur niemals
dergleichen Order gegeben, sondern auch die
Urheber dieser Exzesse bestraft hätte, sagte er, daß
ihm lieb wäre, es zu wissen; hinzufügend er könne
diejenigen, welche dergleichen Exzesse ohne Order
täten, wenn sie in seine Hände fielen, nicht als
Kriegsgefangene sondern als Mordbrenner traklieren.
Was Euer Exzellenz überdem von der Führung
unserer Alliierten wird anführen kemen, wird
leicht sein durch das Recht der Repressalien zu begründen.
Euer Exzellenz
seits nach der
erinnere sich nur, was Ihrer-Schlacht
von Narva ist ausgeübet
worden. Hat man wohl vorher dergleichen Grausamkeiten
begangen? Diejenigen, welche Urheber
der ersten sind, müssen für alles hernach Begangene
antworten. Euer Exzellenz wissen, daß kein anderes
Fundament im Bölkerrecht ist als die Uebereinkunst
und das Beispiel. Nach demjenigen, welches
Ihr uns gegeben, wird unsern Herrschern erlaubet
sein, Euch andere zu geben, welche von gleicher
Natur sein können und solches nach dem Völkerrecht.
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Es deucht uns, daß die schwedische Moderation
(politische Mäßigung) in Seeland bei dieser Gelegenheit
nicht müsse angeführet werden; denn der
König, Euer Herrscher, war dahin nicht als Feind,
sondern als Garanteur des Friedens kommen und
konnte allda keine Feindseligkeiten ausüben.
7.
Was Sachsen anbelangt, so war Eure Leutselig—
keit und Eure Humanität auch Euer Interesse.
Mit 23 Millionen, welche Ihr aus Sachsen gezo—
gen, hätte man es wieder aufbauen können, wenn
es ganz wäre eingeäschert worden; hättet Ihr
wohl Eure Armee kleiden, rekrutieren und beriiten
machen können?
Dem sei nun wie ihm wolle; diese zwei Exempel
beweisen genugsam, daß der Brand und die
Handlungen der Inhumanität mehr durch die Minister
und Generale des Königs von Schweden als