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BUECHERSCHAÄU.
Der Deutsche Herold. Zeitschrift für Wappen-,
Siegel- und Familienkunde. Herausgegeben vom
Verein »Herold« in Berlin. 39. Jahrg. 1908.
Nr. 2: Berichte über die Sitzungen vom 17. Dez.
1907 und 7. Januar 1908. — Eine unbekannte Originalzeichnung
Goethes mit dem Wappen Zelters.
(Mit einer Tafel und Abbildung.) — Danmarks Adels
Aarboog 1908. — Die Familie Schottelius. (Schluss).
— Grabinschriften der lutherischen Kirche in Rinteln.
— : Das Siegel der Hüttener Harde (Bergharde).
(Mit Abbildung.) — Zu ]J. Z. Hartungs-Brief vom
Jahre 1667. — Bücherschau. — Vermischtes. — Anfragen.
— Antworten. — Briefkasten.
Nr. 3: Berichte über die Sitzungen vom 21. Januar
und 4. Februar 1908. — Was soll der Heraldiker von
historischer Wappenkunde wissen. (Mit Abbildungen.)
— Der Grabstein der Markgräfin Anna von Baden
(T 1474). (Mit Abbildung.) — Kirchenbücher Estlands.
— Grabinschriften der lutherischen Kirche in
Rinteln. (Schluss.) — Steininschriften zu Stift Fischbeck
in der Graftschaft Schaumburg. — Goethesche
Ahnentafeln. — Ein genealogisches Hülfswerk. —
Zur Abwehr. — Bücherschau. — Vermischtes. —
Zur Kunstbeilage. — Anfragen. -— Antworten. —
Briefkasten.
Monatsblatt der Kais. Kön. Heraldischen
Gesellschaft „Adler“. VI. Bd. Wien 1908.
Nr. 27: Mitteilungen der Gesellschaft. — Subskriptions-Einladung.
— Das Wappenrecht bürgerlicher
Personen. — Friedhofs-Notizen. — Literatur. — Anfragen.
-— Antworten.
Heraldisch-Genealogische Blätter für adelige
und bürgerliche Geschlechter. Monatsschrift,
herausgeg. von Prof. L. Oelenheinz und H. von Kohlhagen.
5. Jahrg. 1908.
Nr. 1: Die altertümlichen Grabdenkmäler der
Stadt Rothenburg o. Tauber. — Die Merkmale der
Stilisierung. — Ueber das bürgerliche Wappenrecht.
— Zur farbigen Wappentafel. — Heraldische Musterzeichnungen.
— Das weibliche Thronfolgerecht in
den deutschen Bundesstaaten. — Bücherbesprechung.
— Briefkasten.
Nr. 2: Versuch einer geschichtlichen Entwicklung
der Genealogie. — Die altertümlichen Grabdenkmäler
der Stadt Rothenburg o. Tauber. — Zur Geschichte
des holländischen Wappens. — Zur farbigen Kunstbeilage.e
— Zum Wappen von Sulzer-Warth. —
Christoph von Zedlitz. — Das weibliche Thronfolgerecht
in den deutschen Bundesstaaten. — Geschlecht
Habsburg.
Aus der Geschichte der Familie Varrentrapp.
Von Werner Constantin von Arnswaldt, Darmstadt
Druck und Kommissionsverlag von Gebrüder Knauer,
Frankfurt a. M. 1908. 8°. 146 und XV Seiten und
VII Tafeln. 8 M.
Der Verfasser hat unter Benutzung sorgfältiger
Vorarbeiten des verstorbenen Frankfurter Stadtbibliothekars
Dr. von Nathusius-Neinstedt und einer
kurzgefassten handschriftlichen Familiengeschichte
von 1822 sowie auf Grund eingehender archivarlischer,
Forschungen in dem vorliegenden Werk_eine
sehr lesenswerte Schilderung des Werdegangs eines
tüchtigen deutschen Geschlechts geliefert, das eine
Reihe hervorragender Männer aufzuweisen hat.
Die seit der Mitte des 17. Jahrhunderts in
Frankfurt a. M. ansässige Familie Varrentrapp hat
ihren Namen von einem bei Hattingen in Westfalen
gelegenen Bauerngut von 400 Morgen, welches
schon 1253 als Varintrappe erwähnt wird. Der
Varentrapbach, der die dazu gehörige Mühle treibt,
ist schon im Jahre 837 als Farnthrapa nachgewiesen.
Als erster Hofmann wird Hillenbrandt to Varentrappen
in einem Hattinger Weistum von 1534 genannt,
doch kommen schon früher Träger des
Namens vor. Da das Gut nach dem Anerbenrecht
unteilbar war, ist es erklärlich, dass Söhne, die den
Hof nicht bekamen, auswärts studierten.
v. Arnswald hat aus Universitätsmatrikeln und
anderen Urkunden interessante Nachrichten über
mehrere Kleriker des Namens aus der Kölnischen
und Münsterschen Diözese, die sich nahe bei Hattingen
berührten, zusammengestellt, von einem 1399
zu Erfurt immatrikulierten Gottfiied Varentrappe
bis zu dem Schulmeister und späteren Vicar des
Liebfrauenaltars zu Bochum Johannes Varentrappe,
der 1465—1520 erwähnt wird. Der interessanteste
unter ihnen ist Albrecht Varentrapp, 1400 baccalaureus,
seit 1407 Dekan der Artistenfakultät in Prag, wo
er bei dem Nationalitätenstreit eine Rolle spielte,
der im Mai 1409 den Auszug der deutschen Studenten
zur Folge hatte. Später war er Abgesandter der
Universitäten Leipzig und Köln auf den Konzilien
von Konstanz und Basel und wurde 1420 von
Kaiser Sigismund, der ihm drei Jahre vorher einen
Wappenbrief ausgestellt hatte, zu Unterhandlungen
mit Papst Martin V. bevollmächtigt.
Die 1614 beginnenden Hattinger Kirchenbücher
weisen als Besitzer des Stammgutes den Johann
Varentrap zur Farentrap, 7 1632, einen Enkel Hillenbrandts,
nach. Das Gut blieb noch drei Generationen
in der Familie und kam dann um 1720 durch Heirat
in den Besitz der Familie Mahler, die noch heute
auf der Varentrappe sitzt. Wahrscheinlich ein Bruder
des Johann war Diederich Farentrapp, dessen Sohn
Moritz sich in Hattingen als Kaufmann niederlies,
von wo zwei seiner Enkel nach Frankfurt a. M.
übersiedelten. Der jüngere von ihnen Henrich
Abraham (1662—1728) vermählte sich mit Katharina
Amalia Weidmann aus Speyer, einer Schwester des
Begründers der Weidmannschen Buchhandlung in
Leipzig. Beider Sohn, Franz Varrenirapp (1706 bis
1786), wurde dadurch auf den Buchhändlerberuf
hingewiesen und gründete 1731 in Frankfurt a. M.
die Varrentrappsche Buchhandlung, die von seinem
Sohne Johann Friedrich (1742--1814) und seinem
Enkel Franz (1776—1831) fortgeführt wurde und
sich von vornherein grossen Ansehens erfreute?).
Ein jüngerer Sohn Johann Friedrichs, der Professor
und Dr. med. Conrad Varrentrapp in Frankı)
Die Varrentrappsche Buchhandlung gab seit
1742 ein Genealogisches Reichs- und Staatshandbuch
heraus, welches bis 1805 regelmässig
jedes Jahr, danach aber nur noch in grösseren
Zwischenräumen erschien. Auf dieses Handbuch
möchte ich als Quelle für Familienforschung hinweisen,
namentlich auf den zweiten Teil, der ein
ziemlich ausführliches Beamtenverzeichnis der zahlreichen
grossen und kleinen deutschen Territorien
enthält.