daß diese Fragen sich auch auf das Gebiet der auswärtigen
Politik warfen, und zwar auf die Auseinandersetzung
der Grenzen, indem der Gewalthaber in Frankreich nicht
gemeint scheint, die alten Grenzen anzuerkennen und
nun der Krieg zwischen Rußland und den Westmächten
ausgebrochen ist, von dem man nicht weiß, wohin er
führen wird. Die Mächte haben ihre wahre Position noch
nicht gefunden, und wir haben deshalb gefährliche innere
und äußere Kämpfe zu erwarten. Die mehr liberalen
Potenzen haben sich mehr auf die Seite der Türkei geschlagen;
die mehr konservativen, mit Ausnahme Öster:
reichs, auf die Seite Rußlands. Durch die Unbesonnenheit
des russischen Kabinetts ist der Talisman, welcher
die Geister in Ruhe fesselte, gelöst worden, und alle
diese gewaltigen Regungen, welche in der jüngsten Zeit
gebannt worden waren, tendieren nun wieder gegeneinander.
Auch das aber istnoch nicht das letzte Wort der heutigen
Geschichte. Weil alles auf dem tiefen Boden der
europäischen Geschichte beruht, so erweckt der Rückblick
auf die Erfahrungen der Vergangenheit die Hoffnung,
daß aus den größten Gärungen und Gefahren, in
denen zu leben, geschweige denn zu regieren, einen
hohen Grad von Energie und Umsicht erheischt, wieder
vernünftige Zustände hervorgehen werden; um so mehr,
als die materiellen Entwicklungen der Dinge in der größten
Ausbreitung begriffen sind.
Und so will ich hiermit schließen mit den Worten, mit
den Macchiavell seinen ‚‚Fürsten‘ eröffnet: „Was ich in
langer Zeit gelernt habe, biete ich dir in wenigen kurzen
Sätzen dar.“ Mein Ziel ist aber das entgegengesetzte.
Während von Macchiavell der Fürst zur Ruchlosigkeit
aufgefordert wird, ist mein Streben vielmehr, Ew. Majestät
in Ihren Tugenden zu befördern.
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