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aus Ruhleben (Kreis Teltow) 10, aus Pronikau (Kreis Löbau i. Westpr.) 11, aus Neu-Zielun
(Kreis Strasburg i. Westpr.) 12, aus Berlin 26 und aus Recklinghausen 32 Fälle
angezeigt. Von den Pocken betroffen waren die Regierungsbezirke Königsberg (5 Orte mit
8 Fällen), Gumbinnen (1 mit 1), Marienwerder (5 mit 26), Berlin (1 mit 26), Potsdam
(1 mit 10), Frankfurt (1 mit 1), Stettin (1 mit 1), Oppeln (1 mit 2), Magdeburg (1
mit 3), Merseburg (1 mit 1), Münster (1 mit 32) und Düsseldorf (1 mit 1). — Unter
den 112 Erkrankten befanden sich 34 Ausländer, und zwar 17 Togoneger, 16 Russen,
1 Portugiese und 1 zwar in Deutschland geborene, aber aus Rußland zugereiste Person;
34 entfielen auf die nahe den Grenzen des Reiches gelegenen Kreise.
Im Reg.-Bez. Königsberg erkrankten in Imten und auf dem Gute Karpau
(Kreis Wehlau) 2 russische Arbeiter im Alter von 20 und 21 Jahren, von denen der eine
etwa 14 Tage vor seiner Erkrankung aus Russisch-Polen zugereist war; bei dem anderen
war die Zeit seiner Ankunft unbekannt. Ueber den Impfzustand ist nur angegeben, daß jeder
2 deutliche Impfnarben hatte; wann die Impfung stattgefunden hat, ist nicht zu ersehen.
Der Verlauf der Krankheit war in beiden Fällen leicht. Die Ansteckung ließ sich nicht
nachweisen. — Im Kreise Neidenburg kamen 6 Pockenfälle vor. In Illowo erkrankte
am 5. März ein 1 jähriges, ungeimpftes Kind und 6 Tage später der 37 jährige Vater
desselben, der zwar geimpft war, wie oft und mit welchem Erfolge konnte aber nicht ermittelt
werden; beide Kranke starben. Die Ansteckung ist vermuthlich aus Rußland erfolgt.
Von diesen Fällen wurde die Krankheit auf eine in demselben Hause wohnende 20 jährige
Magd übertragen, welche im 12. Jahre mit Erfolg wiedergeimpft war und deutliche Impfnarben
hatte. Die Pocken waren diskret und der Verlauf leicht. — In Klein Tauersee
erkrankten 2 11 jährige Knaben, welche einmal mit Erfolg geimpft waren und deutliche
Impfnarben zeigten, leicht an diskreten Pocken, einer von ihnen war außerdem noch einen
Tag vor seiner Erkrankung, also im Inkubationsstadium, ohne Erfolg wiedergeimpft. Die
Ansteckung wird wie beim ersten Falle auch hier auf Russisch-Polen zurückgeführt. — In
Rywoczyn wurde ein 35 jähriger Arbeiter, über dessen Impfzustand nichts zu ermitteln
war, leicht von diskreten Pocken befallen. Die Ansteckungsquelle blieb unbekannt.
Im Reg.-Bez. Gumbinnen starb an Pocken ein 15 jähriger Hütejunge aus
Marggrabowo (Kreis Oletzko). Angaben über den Impfzustand des Verstorbenen sowie
über die Entstehung der Krankheit sind nicht gemacht.
Im Reg.-Bez. Marienwerder kamen 26 Fälle zur Anzeige. — In Riesenburg
(Kreis Rosenberg) erkrankte und starb die 6 jährige Tochter einer russischen Arbeiterin an
den Pocken. Das Kind war mit seiner Mutter 10 Tage vor der Aufnahme in das
Krankenhaus aus Rußland zugezogen; ob das Kind geimpft war, hat sich nicht feststellen
lassen. — In Pronikau (Kreis Löbau i. Westpr.) wurden vom 11. Mai bis Anfangs
Juni 11 Pockenfälle ermittelt. Am 11. Mai erkrankten in einer Familie 2 Söhne im
Alter von 22 und 9 Jahren leicht an diskreten Pocken; von ihnen war der ältere im
12. Jahre mit Erfolg wiedergeimpft, der andere nur einmal erfolgreich geimpft. Am
13. Mai wurde ein 15 jähriger Scharwerker, der auch mit Erfolg wiedergeimpft war, von
den Pocken befallen und starb nach 5 Tagen. Durch diesen Todesfall wurde die Krankheit
erst als Pocken erkannt; es hatten nämlich kurz vorher in dem Orte Windpocken geherrscht,
und die ersten Pockenfälle waren noch als solche angesehen worden. Da infolgedessen die
Vorsichtsmaßregeln nicht rechtzeitig getroffen waren, wurden noch 8 Personen angesteckt.
Ein ungeimpftes Kind im Alter von 4 Monaten und ein 2 Tage vor der Erkrankung,
also im Inkubationsstadium, geimpftes Kind im Alter von 1 Jahr starben, die übrigen
Fälle verliefen leicht. Von diesen war ein 18 jähriges Mädchen vor etwa 6 Jahren