Full text : Meyers Großes Konversations-Lexikon. Dritter Teil. (3)

Kars  —  Kiew

sammengestelltes  deutsches  Korps,  das  besonders  im
Aug.  1916  hervortrat;  vgl.  Bd.  II,  S.  210  ff.

Kars,  Stadt  und  Festung  in  Russ.-Transkaukasien,
  als  Sperrpunkt  der  Straße  Alexandropol—-Erzerum
  strateg.  bedeutend  (val.  Bd.  II,  S.  137),  war
seit  Nov.  1914  heftig  umkämuft.

"Kartoffelbrotgeist-,  von  den  Engländern  1914
geprägtes  Spottwort  für  den  deutschen  Geist  von
1914,  der.  sich  auch  durch  die  Einführung  des  Karloffel-Brotes
  (K-Brotes)  nicht  klein  kriegen  ließ.

Kasematte,  schußsicherer  Hohlbau  in  Festungswerken
  zur  Unterbringung  von  Truppen,  Geschützen
und  Vorrälen,  dient  auch  in  Form  von  Gängen  dem
Verkehr  in  und  zwischen  den  Befestigungsanlagen.

Kathen,  Hugo  von,  deutscher  General,  geb.  27.
Aug.  1855  in  Freienwalde  a.  O.,  Gouv.  in  Mainz,
März  1914  General  der  Infanterie,  an  der  Sommeschlacht
  hervorragend  beteiligt,  ferner  beim  Übergang
über  die  Düna,  der  Einnahme  von  Riga  (Korpsführer),
  der  Eroberung  der  Insel  Osel  sowie  als  Führer
der  8.  Armee  der  Frühjahrsoffensive  1918  im  Westen.

Katsch,  Hermann,  Kriegsberichterstatter  d.-Tägl.
Rundschau,  geb.  10.  Sept.  1853  in  Eisenach,  war  anf.
Maler  in  München,  dann  Bühnenschriftstell.  in  Berlin.

Katzelmacher,  volkstümliche  österr.  Bezeichnung
für  die  Italiener  (nach  den  Händlern  von  Terrakottafiguren
  (Kätzchen  usw.]  genannt).

Kauffahrteischiffe.  über  die  Bewaffnung  der  K.
durch  England  s.  Bd.  II,  S.  154,  über  den  Notenwechsel
  der  deutschen  und  amerikan.  Regierung  Bd.  II,
S.  156  ff.  (kaukasischen  Grenzgebiete  s.  S.  125  ff.

Kaukasien,  vgl.  Georgien;  Über  die  Kämpfe  im

Kautschuk  (Gummig),  s.  Bd.  I,  S.  301.

Kantsky,  Karl,  Sozialist,  geb.  16.  Okt.  1854  in
Prag,  begründete  1883  die  wissenschaftlich-sozialdemokratische
  Zeitschrift  »Die  neue  Zeite,  die  er  während
des  Bestehens  des  Sozialistengesetzes  von  Zürich  und
London  aus  leitete,  war  seit  1890  in  Stuttgart,  seit
1897  in  Berlin  tätig,  lieferte  1891  den  Entwurf  für
das  -Erfurter  Programme  der  sozialdemokr.  Partei,
schrieb:  „Einfluß  der  Volksvermehrung  auf  den  Fortschritt
  der  Gesellschaft;  „Das  Erfurter  Programm";
„Karl  Marx'  ökonomische  Lehrene  u.  a.  vom  Standpunkt
  der  materialistischen  Geschichtsauffassung.  Seit
Ende  der  1890er  Jahre  wurde  seine  Verfechtung  der
reinen  marxistischen  Lehre  von  Bernstein  angegriffen.
1918  sichtete  K.  als  Unterstaatssekretär  im  Auswärtigen
  Amt  das  diplomat.  Material  zum  Kriegsausbruch
  (11.  Nov.  1918  bis  1.  Jan  1919),  das  aber  die
Schuld  Deutschlands  nicht  erwies  (als  Buch:-Wie  der
Weltkrieg  entstand,  Berl.  1919).  Amtlich  wurde  die
Sammlung  später  von  Graf  Montgelas  und  Prof.

K-Brot,  s.  Brot.  (Schücking  herausgegeben.

Keelinginseln,  s.  Kokosinseln.

Kei  Hara,  japan.  Staatsmann,  Vorsitzender  der
Seijukaipartei,  wurde  als  erster  Nichtadliger  Sept.
1918  Ministerpräsident  und  bahnte  damit  die  parlamentarische
  Regierung  in  Japan  an.  Vgl.  Japan.

Keilberg,  Gipfel  in  der  Champagne,  südöstlich  von
Reims,  war  in  der  franz.  Champagneoffensive,  bes.
April  und  Juli  1917,  heftig  umstritten.

Keim,  August,  deutscher  General  und  Militärschriftsteller,
  geb.  25.  April  1845  in  Hessen,  Leiter  der
Jahrbücher  für  die  deutsche  Armee  und  Marine-,
schrieb  Regimentsgeschichten,  stand  seit  1909  an  der
Spitze  des  Vaterländ.  Schriftenverbandes,  seit  1912
auch  an  der  des  Wehrvereins  und  wurde  Anfang
1915  Gouverneur  der  belg.  Provinz  Limburg.

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Kellerhand,  s.  -rztliche  Kriegsbeschädigtenfürsorgee,

  S.  178.

emmel,  beherrschender  Gipfel  südwestlich  von
Mern,  war  vom  25.  April  bis  31.  Aug.  1918  in
deutschem  Besitz;  vgl.  S.  101,  104.

Kenseikai,  japan.  Konstitutionspartei,  die  sich
Mitte  Nov.  1916  aus  den  Mehrheitsparteien  bildete.

Keogh,  Sir  Alfred,  engl.  Mediziner,  Generalstabsarzt,
  geb.  8.  Juli  1857,  1904—  09  Leiter  des
engl.  Mil.-Sanitätswesens,  später  Rektor  der  Akademie
der  Naturwissenschaften  und  Technologie,  war  im
Kriege  Chef  des  besamten  Feldsanitätswesens.

Kerenski,  Alexan  der  Feodorowitsch,  russ.
Politiker,  geb.  1881  in  Wolsk  (an  der  Wolga),  Rechtsanwalt
  in  Peiersburg,  seit  1907  Mitglied  der  Trudowiki
  (Partei  des  kleinen  Mannes),  seit  1912  Mitglied
der  Duma  (für  Saratow),  im  Kriege  als  Vermittler
zwischen  der  bürgerlichen  Opposition  und  den  Sozialisten
  tätig.  wurde  1917  Just  »,  dann  Kriegsminister.
Juli  Ministerpräsident  mit  diktatorischen  Befugnissen,
nach  dem  Zusammenbruch  der  auf  Drängen  der  Entente
unternommenen  K.-Offensive“=  am  Dnjestr  (Juli)
von  den  Bolschewisten  8.  Nov.  1917  gestürzt,  12.  Nov.
bei  Jarstaie  Sselo  geschlagen  und  floh  nach  London.
ild  s.  bei  S.  226.

Kermanschah  (Kirmanschah),  persische  Stadt
nordöstl.  von  Bagdad,  wurde  1.  Juli  1916  von  den
Türken  genommen  und  bis  1917  mehrfach  umlämpft.

Kern,  Berg  in  den  Julischen  Alpen,  sow.  Krn.

Kessel,  Gustav  von,  deutscher  General,  geb.  1.
April  1846  in  Potsdam,  gest.  27.  Mai  1918  in  Berlin.
1891  Oberst  und  Kommand.  der  Schloßgardekomp.,
1892  des  1.  Garderegiments  z.  F.,  1899  Generalleutnant,
  1901  kommand.  General,  1911  Generaloberst,
  beeinflußte  seit  1910  als  Oberbefehlshaber  in
den  Marken  das  öffentliche  Leben  weitgehend.

Kettenhandel.  über  die  Verordnung  zur  Bekämpfung
  des  K.3  vgl.  Bd.  I.  S.  428.

Khaki  (pers.,  staub-,  erdfarbig  «),  geköperter  Stoff
aus  Wolle  und  Baumwolle  für  die  engl.  Uniformen.

Kiantschan,  6.  März  1898  als  deutsches  Pachtgebiet
  auf  99  Jahre  erklärt  (vgl.  Bd.  II,  S.  14,  15,
Lyff.  und  149),  an  der  Südküste  der  chines.  Provinz
Schantung  und  der  K.-Bucht,  mit  der  Hauptstadt
Tfingtau.  Nach  dem  Fall  von  Tsingtau  (7.  Nov.
1914;  vgl.  Bd.  III,  S.  123  und  Bd.  I.  S.  265)  wurde
K.  japan.  Schutzgebiet  für  die  Dauer  des  Krieges  und
kam  im  Frieden  von  Versailles  1919  an  Japan,  das
sich  verpflichtete,  es  später  an  China  zurülckzugeben.

iel.  K.  war  auch  im  Kriege  Haupthafen  der
deutschen  ferslotte  (ogl.  Bd.  II,  S.  108f.).  —  Von
K.  ging  4.  Nov.  1918  mit  der  Verweigerung  der  Ausführung
  des  Befehls  zum  Ausfahren  der  Flotte  die
deutsche  Revolution  aus.  Vgl.  Deutsches  Reich,  S.  219.

Kielee  (Kielcy,  Rirlz#y  Hauptstadt  des  russ.
poln.  Gouv.  K.,  wurde  21.  Aug.  1914  von  den  österr.=ungar.
  Truppen  besetzt,  aber  Nov.  geräumt.  Am  12.
Mai  1915  wurde  K.  wiedererobert  und  war  bis  Ende
Sept.  Sitz  der  österr.-ungar.  Militärverwaltung  für
die  besetzten  Teile  Polens.

Kiental,  Ort  bei  Bern,  wo  24.—29.  April  1916
die  zweite  „Zimmerwalder  Konferenz=  der  unabhäng.
Sozialisten  der  kriegführenden  und  neutralen  Staaten
tagte.  In  Frankreich  wurden  die  radikalen  Sozialisten
  daher  auch  Kientaler  genannt.  *m

Kiew,  Hauptstadt  der  Ukraine,  befestigter  Militär.
bezirk  des  russ.  Heeres,  Hauptausgangspunkt  der  Anmarschlinien
  gegen  Osterreich  und  Sammelplat  aller

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