6 1. Jahrgano
und Felertage). —
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Rosenh
V## 2. Mai 1915
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U der Inserdien- nncbme 1 Uhr mmoge Nach bitrm Seitpunkt konn für Aufnohme in die lausende Tagesnummer nicht mehr goran#ert werden. Für schlecnneschriedenes Manuitripi wird keine Verantwortung ubernommen.
Die Festung Düntirchen in unserem wirkungsvollen Artilleriefeuer.
5.lo 1 im t Pucgerbombardemcak. — b.scitßu ꝗ von Relms. — Lpern eim zweltes Scdau. — Dlt erfolgreichen Kämpfe bel Lpern
7r– .
cin renguscher Genc àl yrfalken. — Derscukic cuglismt bamplfer. — Kohol u. Muniilon in england. — Unfer vordiingen in Souversement
Suwalk#. — Dm v#rnchtung des „tcon Gamb #ua“. — dor türkifsche Sech und die Kämpfe auf Gallipoll. — Das allatisch: Dardancilcuuscr
vom Frincke geläaubert — Schwerc selndliche Derlustc vor den Dardaneilen.
Engl. Walausbrüche über die Gefangenenbehandlung
in deulschland
WIIH,. London, 30. April.
sagte Lord Newton: Auch wenn man alle Möglichleiten
und Uebertreibungen berücksichtige,
tönne man doch nicht länger zweifeln, daß die
britischen Kriegsgefangenen in Deutschland abscheulich
behandelt würden, schlechter, als Gefangene
anderer Nalionen. Die schlechte Vekhandlung
begann mit der Gefangennahme und
wurde schlimmer, als sie nach dem Veslimmungsort
gebracht wurden. In manchen Fällen
sei ihr Leben nahezu unertraglich demacht
durch kalte beabsichtigte Grausamkeit, die ab
stofender sei, als ein Wutauobruch weniger zi-Tilisierter
Völler. Die Gesangenen würden in
manchen Lagern nur halb ernährt und halb bekleidet,
und alleo das nur, weil sie britischer
Nalionalilat waren. Wenn die britischen Offiziere
außerst schlecht behandelt wurden, so sei
die Behandlung der Soldalen unvergleichlich
schlechter.
Newtkon sprach sich gegen Repressalien aus
u. sagte: Wir haben einen außerst unglücklichen
Fall von Repressalien vor Augen. Wir gaben
den Deutschen einen Vorwand, den sie natürlich
benützten. Nach allgemeiner Ansicht waren auf
eine mehr oder minder selbständige Aktion
Churchills deutsche Gefangene von Unterseeboolen
verschieden von anderen Kriegsgefangenen
behandelt worden, mit dem Ergebnis. daß
Deutschland in rachsüchtiger Tyrannei Vergel
lung übte. Newton llagie namentlich daruber,
daß 39 britische Offiziere, darunter ein schwerverwundeler
Sohn Goschens, für die Vergellungemaßenahmen
ausersehen wurden. Er hoffe
auf eine Ankündigung der Regierung, daß gewisse
Ossiziere für ihre Taten verantwortlich
gemacht würden. Eine andere Form indirekter
Vergeltung läme in Betracht bezüglich des deutschen
Eigentums. Dies wäre wohl die einzige
Drohung, die auf Deutschland Eindrud machen
lönnte. Wenn das geschähe, würde sich wol
Deutschlands Haltung gegenüber den Gesangenen
sosfort ändern.
Im Oberhaus
—
Lord Kitchener sagte: Ich hatte als Soldat
Achtung or den Offizieren der deutschen Armee.
Mit dem größten Widerstreben bin ich
genötigt, die schlechte Behandlung britischer Gefangener
durch die deutsche Armec als unbe
streilbar wahr anzunehmen. Beständig lamen
Zeugnisse von unseren geflüchteten Gesangenen
und aus französischen, belgischen, russischen und
amerikanischen Quellen. Sie überzeugten Alle,
die die Aussagen prüften, daß die Unmensch
lichleit, die die deutschen Behörden besonders
gegenüber den britischen Gefangenen an den
Tag legien, außer Zweisel stehe. Die Gesange
nen murden nackt ausgezogen und in verschie
dener Wrise mibchandelt, in einigen Fällen kal
ten Blutes erschossen. Selbst verwundete Of
füriere wurden nulwillig beleidigt und häufig
geschlagen. In den Gefangenenlagern bitten
dir Gesangenen rielsach aus Mengel um Nah.
rung. Sie wurden anders behandelt als die
Franzosen und Russen.
Kilchener sagte zum Schluß, Deutschland hade
riele Zahre hindurch vor der zirilisierten Welt
als große Militärnation posiert und in reichem
Maße militärische Fäh igkeit und Mut bewiesen,
aber es hälle auch einen Standard militärifscher
Ehre und militäriichen Verhaltens aufstellen
müssen, der ihm die Achiung, wenn nicht die
Freundschaft der Nationen erworben hatte.
Statt dessen habe es sich Zu Handlungen erniedrigt,
die auf immer sein: Geschichte beflecken
würden und die mit der barbarischen
Wildheit der Derwische welteisern. Er glaube
nichi, daß es Soldaten inend einer Nalion,
auch unter den Deutschen gebe, die sich nicht verzlich
des Malels schämiten, der- über den mililarischen
Beruf gebracht sei. Die Verwendung
betläubender Gase sei ein Verstoß gegen die
Haager Konvention.
Die folgenden Redner Lord Lansdowne,
Grensell und Albemarle tritilierten den Ne
pressalienmarkt Churchilis. Lord Lurzon sagte:
Mehr als einmal während des Krieges seien
Anzeichen selbständiger Handlungsweise von S.i
len Churchille bemertt worden. Die Regierung
dürfe sich nicht wundern, menn die Wieder
holung die Aufmerlsamleil des Hauies errege.
wie sie zweifellos liese Beunruhigung und Be
sorgnio im Lande hervorgerufen habe. Es
herrschten Zweisel, ob Ch urchill bei diesen Hand
lungen die Unterstützung des Seelords gehabt
habe. Das lege dem Kabinelt di: Pflicht in
großerer Vorsicht bei der Kontrolle der
legen auf, als dies bis ezher geschehen ĩei.
Regierung möge vorfichtiger sein in der
wie sie ihre hohen moralichen Orundsäue lund
täte, als wie sie er bei Churchillo Ankundi
gung von Repressalien gewesen sei.
Am Schluß der Besrrechung der Bebandlung
englischer Ariegegefangene ftßr in Deutsch
land sagte Asquith: Ich sage mit allem Nach
druck und aller leberlegung. das., wenn wir
zum Ende des Krieges kommen, wir dieisen
schrecklichen Relord absichtlichter Grausamleii und
#
N.
Di
9
l
l
i:
II,
absichtlicken Verbrechens nick! vergeisen werden
oder sollen. Wir halien es für unsere Pflicht,
von den Schuldigen jede mogliche Genuglun ig
zu erlangen. Ich glaube nich!, daß wir unsere;
Pflicht gegenüber diesen tapferen, ungläcklichen
Männern und gegenüber der Ehre des Landes
und den tlaren Geboten der Humanität taten,
wenn wir uns mil weniger begnügten.
· 2 r'
Wir sind von den Engländern schon vieles
gewöhnt. Die jetzigen Get ü#ssigkeiten, zeigen
aber, daß der Gipfel der gemeinen Verlecum
dungen durch England und seine führenden Tra
banten noch nicht erreicht ist. Lord Kilchener
scheint mit seinen niedrigen Anwürfen gar vieles
vergessen machen zu wollen, was er selbst auf
dem Kerbholz hat. Er, der die Slirn hal, uber
angeblich unmenschliche Behandlung der eng
lischen Gefangenen in Deutschland zu llagen
und den blanlen Schild des deutschen Soldaten
zu begeifern, ist doch der Erfinder der berüch.
xM. eigenen Landes
tigten Konzentrationslager,
nach dem Butenlrieg ein weĩentlicher Teil des
Burenvolses elendiglich zu Grunde ging. Im
Lugen und Verleumden m er sich #oht den
Churchill, Grey und Aknni.]# Fnrein. zn r
geitellt. Wie die Gesangenen bei uns
land behandelt werden, iit hin län
auch den Englandern durch die
ded ameritanischen Bolschaflers.
nerleumdet aber in Engiand
sichllich darauf los, weil
Sünden zu verbergen hal. Und als eine Qaupt
jünde muß England die schmähliche Behand
lung der gesangenen deutschen I Boolmann
sd, afien angerechnet werden. Das zeigt auch
die jetzige Debaue im Oberhaus selbst. Gegen
Churchill und seine Kollegen sind z. B. gar
keine geringen Vorwürfe darin enthalten. Die
eigene Schuld laßt sich nicht verwischen, auch
nicht durch Frechheit und Heuckelei. Der Tag
der Abrechuung für die fortgesetzten englischen
Gemeinheiren wird schon noch anbrechen. Wenn
jemand uid vergessen darf, sich nach dem Kriege
erlitiener Verunglimpfungen zu erinnern, so ifst
esDrursckland, das sich immer wieder gif
ligeren, von einer infamen Durchtriebenheit eingegebenen
Verieumdungen aunrgesent siehl. Und
unsere Verane wortlicklen werden boffentlich nach
dem Rriege nicht veriaume n, jene Schurlen zur
Rechenschaft zu zielen, die in ihren verbrecheri
schen Lugnereien das letzte Mittel selen. Deutsch
land zu belämufen und die sinlende Zuversicht
zu heben.
" „
Verlin, . April. Einem Mitarbeiler der
„Lokalan: weiiger. erllärie der amerikanische Bot
sch afler Gerard uber die Behandlung der Kriegs
gefangenen in Deuschland u. a.: Ein Unter
schied in der Behandlung der brilischen und der
snderen Gefangenen findel nicht statl. Man
Deutsch
4 bekannt.
lulter##chungen
# lugt und
miunlter und ab
man ecigene sewe::
k lann im allgemeinen jfagen,. daß sie überall gut
und reichlich geileidel sind.
Die biesige ameri
kaniscke Bolschaft verfügt über einen Fonds,
um überall, wo hinsich-lich der Kleidung be
sondere Wünsche lan! werden, nachzuhelfen.
.
–- — —— —
Aber abgeselen. davon erhalten die Gefangenen
auch von den Lagerkommandaniuren alles No
tige. Die Bekostigung ist dieselbe wie die, die
den deutschen Truppen in den Kasernen ver
abfolgt wird. Ueber das Brot gehen uns viele
Klagen zu, da es den Gefangenen weder schmeckt,
noch bekommt:; doch ist daran wohl kaum etwas
zu ändern. Auch die Fleischrationen werden
von den Gefangenen als ungenugend erllärt.
Da die engliichen Soldaten an eine ganz be
sonders reichliche Kost gewohnt sind, so liegt
darin nichts Erstaunliches. Die britüchen Offi
ziere bellagen sich darüber, daß die Schlaf
räume nick geraumig genug sind, daß keine
gesonderten Schlafräume vorhanden sind. so
wie darüber, daß sie mit den anderen Nalio
naliläten zusammengesperri werden. Von alle
dem algeiehen, kann ich nur sagen, daß das
Schiksal der Kriegogesangenen wohl lein beneidenswerles,
cber den Ummtänden gemaß ein
volllommen ertraglides i#t. Allen etwaigen Vorstellungen
unsererseilo wird seitens der deutin
denen in und ' schen Behörde Nechnung getragen.
Hinsichtlich
der Belofligung aller in Deutschland befindlichen
Kriegegesangenen ist mir ubrigens von
dem biefigen Kriegsministerium eine neue Ver-Seite
ordnung mitgetieilt worden, die der Ernährung
der Gefangenen einige neue Momente hinzufügt
und sie damit nicht undedeutend reichlicher
macht. (.).)
NMügememes vom Krieg.
Die deutschen Gefangenen in Frank.
reich.
Hamburg, April. Der Ausschuß des
Roten Hreuzes für deutiche Kriegsgefangene
meldet: Die Ueberführung der Gesangenen aus
dem beriich ligten Casablanca auf Korsika, wie
vor einiger Zeit gemeldet ist, Bat sich sehr verzögert.
Nun wird aber damit begonnen. Die
Ririlgefangen len lommen nach den Lagern von
Izes im Departemen: Gard (/ Südfrankreich),
die Militärgesangenen in andere Lager auf
Korsĩita. (3.1
36.
Kopenhagen, 22. April. „Matin“ teilt
mit, daß die franzosischen Militärbehorden auf
Ansucken der Marseiller Hafenverwaltung
deutsche Gefangene zum Bau des Marseiller
Hafens abkommandiert haben. (3.)
„GFranzosen, man betrügt euch!"
Berlin, Ju. April. In der „Kreuzztg.“
ist zu lesen: Wie ein Mitarbeiter des „Echo
de Paris“ erzählt, hat ihm die Poit wieder
ein mit Maschinenschrift hergestelltes und mit
eigenbandiger, aber unleserlicher Unterschrift versellenes
Schriftituck ins Haus gebracht, das
unter der Ueberschrikt: Franzosen, man betrügt
euch! heflig gegen Generalstab und Regierung
zu Felde ziebt und sie beschuldigt, daß sie dem
Volle über den wahren Stand der Dinge nur
Unwalr#heiten vorsenen. Die Wahrheit ist, daß
die „Boches“ die Oberhand hätten und behalten
wurden, Frankreich aber, zur Defensive
gezwungen, seine letzten Mämeer vergeblich für
opfere. Der Schluß des Schriftstückes laulet:
Friede, und zwar sofort und sonst, wenn nötig,
auf die Barriladen! Gleichzeitig ging dem
Mitarbeiter des „Echo de Paris“ ein „erläu-=lernder
Brief' zm, der ihm mitteilte, daß
1I1½°1000 solcher Schriftstucke in Paris verteilt
seien und jeden Tag weiter verteilt würden.
denn die Komodie habe nun lange genug gedauert.
(J.)
Die englische Kohlennot.
London, 30. April. Die ., Times“ erfährt,
raß die Negierung beabsichtigt, eine Kommission
zur Kontrolle der Kohlenausfuhr einzusetzen.
Die englische Kohlenförderung ist so vermindert,)
daß es dringend notwendig erscheimt.
die Kohlen fur den eigenen Verbrauch ver-
*
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