fullscreen: Die slawischen Siedelungen im Königreich Sachsen mit Erklärung ihrer Namen.

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Stetzsch b. Dresden, 1260 Steiz, 1269 Sthetz, 1296 Stetsch, 
1311 Steesch, 1350 Stecz, -styéi Stengelei, Gestänge, Stangen- 
platz (4; vergl. Stici und Sticany Böhm. Rebanlagen befinden 
sich dort. 
asl. uUjazdü Wegritt, tsch. oujezd, üjezd Umritt, Umgang, 
Markung, umrittener Bezirk des Gutes, pol. ujazd Grenz- 
zeichen, Feldzeichen, ow. wuj5zd Ausfahrt, Fortreiten, Grenz- 
umritt behufs der Besitzergreifung. « 
Uhyst b. Bischofswerda, ow. Horny Wujezd, 1252 Wgest, BM. 
Ugyst, Ugist, Ugyist — ujazdũ, ow. wujézd Grenzumritt, Ge— 
markung [1]; s. MOA. II, 112, J. II, 25. — Wuischke b. Hoch— 
kirch und b. Weißenberg, ow. Wujek — ujazdikü, ujaädk kleiner 
umrittener Bezirk, Höfchen oder Klein-Uhyst (61). Vergl. Uhyst 
u. d. Spree b. Hoyerswerda, sehr zahlreiche Oujezd in Böhm., 
Ujazd, Ujazdy, Ujazdow Galiz. u. a. M. a. a. O. S. auch 
Zehista — zajazdl. 
asl. ulogü, tsch. ouloh, aloh, ülehl Brachfeld. 4 
Auligk b. Pegau, urk. Ulag, Ulagk, Aulagk, Aulig, Aulica 
ulog Brachfeld [1), wie Ouloh, Oulehle u. s. w. Böhm. 
asl. varũ, tsch. var, ow. war Sud, Sieden und Kochen, 
tsch. vabkeni, ow. warjenje Siederei, Kocherei, warnja Koch- 
stelle. Vergl. pariti. 
Wahren b. Leipzig, 1206 16 1367 78 1407 25 Warin, 1459 
Waryn, 1470 Warem, = vakeni, warjenje Siederei, Ort, wo 
viel gesotten und gekocht wird (4/? Vergl. Warzyce Galiz. 
(p. warz#yé sieden, kochen), tsch. Vary — Karlsbad, wegen der 
heißen Quellen; Pahrenz, Parjency, Jedovary# Böhm. — Giftkocher, 
Mukwak NLaus. — Breikocher, auch das bekannte Samowar — 
Selbstkocher. 
asl. vétrü, tsch. vitr, ow. wétr Wind, Adj. wêtrowy. 
Dürr-Wicknitz oder Wittnitz b. Kamenz, ow. Wétenca, nach 
Pfuhl statt Wôtrnica = vétrinica windiger Ort (14)], wie Veter- 
nica Kroat., Bitrinitsa Phocis. 
a#l. vezü,, tsch. vaz, ow. wjaz, nw. wiez Ulme, Rüster, 
ahd. ölme, Ume. 
Wiesa, Ob. Nied. b. Frankenberg, 1004 Wesse, BM. Wesse, 
Wese = wjazy die Ulmen (1)2 — Wesenitz oder Weßnitz Flüßchen,