Full text : Handbuch zum praktischen Gebrauch der Kreis- und Amts-Ordnung.

Früchte  und  Lasten  der  Polizeiverwaltung.  81

5)  der  Verordnung  vom  29.  Mai  1846  wegen  Erweiterung  der  Befugnisse
der  Schiedsmänner  (A.-Bl.  d.  Reg  zu  Merseburg,  S.  154);
6)  des  Gesetzes  vom  24.  April  1854,  §  5,  wegen  Ungehorsam  des  Gesindes
(Ges.-S.,  S.  216)
festgesetzten  Geldstrafen;  ferner
7)  Geldbußen,  in  welche  gerichtlich  erkannte  Freiheitsstrafen  aus  dem  Grunde
umgewandelt  sind,  weil  der  Verurtheilte  nach  seiner  körperlichen  Beschaffenheit
  mit  der  Leibesstrafe  nicht  belegt  werden  kann  (8  122,  Tit.  17,  Thl.  II
d.  Allg.  Landr.);  —
ferner  b.  zur  Schiffer-Armenkasse
die  auf  den  Grund
8)  des  Allgemeinen  Landrechts,  Thl.  II,  Tit.  8,  88  1484.  1518  u.  1540;
9)  der  Verordnung  vom  5.  Oktober  1833,  betreffend  die  Verpflichtung  der
preußischen  Seeschiffer  zur  Mitnahme  verunglückter  vaterländischer  Schiffsmänner
  (Ges.-S.,  S.  122);
c.  zur  Gemeindekasse
die  in  Gemäßheit
10)  der  Feldpolizei-Ordnung  vom  1.  November  1846,  §  47  (Ges.-S.,  S.  376);
11)  des  Gesetzes  vom  2.  Juni  1852  wegen  Diebstahl  an  Holz  und  anderen
Waldprodukten  (Ges.-S.,  S.  305);
12)  des  Reskriptes  des  Ministers  des  Handels  vom  3.  Januar  1824,  bei  Maßund
  Gewichtskontraventionen  (v.  K.  A.,  Bd.  VIII,  S.  488)
festgesetzten  Geldstrafen.
Dagegen  stehen:  "

13)  von  den  wegen  Chausseepolizei-Uebertretungen  festgesetzten  Strafen
denjenigen  Behörden,  welche  die  Unterhaltung  der  betreffenden  Chausseen  bestreiten,
zur  Unterstützung  der  Chaussee-Aufsichtsbeamten,  bzw.  ihrer  Wittwen  und  Waisen
und  zwar  bezüglich  der  Staatschausseen  /8  und  rücksichtlich  der  anderen  Chausseen
5  zu  (Verordn.  vom  3.  Mai  1850,  Minist.-Bl.,  S.  277,  und  18.  Oktober
1852,  J.-Minist.-Bl.,  S.  358).

Ferner  kommen:
14)  die  nach  dem  Gesetz  vom  23.  Januar  1838  (Ges.-S.,  S.  78)  wegen  der
Ein-,  Aus=  und  Durchgangsabgaben  festgesetzten  Geldstrafen  (Minist.-Restr.
vom  18.  Oktober  1852,  J.-Minist.-Bl.,  S.  358;  Allg.  Landr.,  Thl.  II,
Tit.  15,  §  130)
allemal  Dem  zu,  dessen  Rechte  durch  die  Defraudation  beeinträchtigt  werden,  also
auch  den  Privatberechtigten.  Dieselben  werden  von  den  Gerichten  beigetrieben  und
demnächst  an  die  berechtigten  Empfänger  abgeführt.  (J.-Minist.-Bl.,  S.  194.)
Endlich  fließen  zur  königlichen  Forstkasse,  resp.  in  den  Nutzen  der  Privateigenthümer,


15)  die  in  Gemäßheit  des  Gesetzes  vom  2.  Juni  1852  (Ges.-S.,  S.  305)

wegen  Diebstahl  an  Holz  und  anderen  Waldproduktionen  festgesetzten  Strafen.

Dagegen  stehen  dem  Fiskus  zu,  falls  in  der  Sache  ein  gerichtliches  Erkenntniß
ergangen  ist,  der  Polizeiverwaltung  dagegen  in  dem  Falle,  wenn  dieselbe  endgültig
in  solchen  Sachen  eine  Strafe  festgesetzt  hat  (J.-Minist.-Bl.  1856,  S.  193),

16)  die  Konfiskate,  sowohl  in  Holzdiebstahls-Sachen  als  in  Privat-Zolldefraudations-Angelegenheiten;



17)  die  Pfandgeld-Erlöse  in  Chausseepolizei=  und  Chausseegeld-Kontraventionssachen

(§  13  d.  Regul.  vom  7.  Juni  1844,  Ges.-S.,  S.  167).
Mascher,  Kreisordnung.  6