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Ausschweifungen, welchen sich die Kreuzfahrer überließen, waren
so allgemein und bei allen wiederholten Sittenreformen doch
so wenig in Ordnung zu erhalten, daß man sich vielleicht Vieles
nicht einzig aus der vorhergehenden Lebensart dieser Kirchensoldaten,
sondern auch aus dem Umgang mit den Griechen
und dem veränderten Klima erklären muß. So groß sonst
auch der wechselsweise Haß der Kreugfahrer und der sogenannten
Ungläubigen war, so fanden sich doch zwischen beiden
Parteien besiändige Liebesverständnisse. Gottfried von Bouillon
verdankte einen großen Theil seiner Autoritär nicht nur
seinen persönlichen Talenten, da er gewiß der edelste, tapferste
unter allen Großen der Armee war, sondern sehr viel auch
dem zufälligen Umstand, daß er eben so ferrig deutsch als
französisch sprechen konnte. Bei den häufigen Zänkereien zwischen
den Deutschen und Franzosen wax es ihm unter allen
übrigen Anführern am leichtesten, zu vermitreln, denn man
siellt sich sehr unrichtig vor, daß er kommandirender General
des ganzen Heeres gewesen sey. Bei der Belagerung von
Antiochien war der Enthusiasmus sowohl unrer den Christen
als unter den Türken so groß, daß von beiden Seiten kleine
Heere von Kindern gegeneinander ausgogen.
Wir könnten noch sehr viele solcher einzelnen kleinen
weniger bekannten historischen Züge auszeichnen, sic verlieren
aber meistens zu viel, wenn sie aus dem Ganzen der Geschichte
herausgerissen werden, und da obucdieß das Werk
durch eine, wie wir wissen, schon angefangene Uebersetzung
unter uns allgemeiner bekannt werden wird, so ist das Bisherige
zur Beurtheilung des Ganzen hiureichend. Einen wichtigen
Dienst würde der Uebersetzer dem deurschen Publikum
leisten, wenn er manche allzu unbestimmte Citare des Verfassers
ergänzte. Da im ganzen Werk die Gewohnheit berrscht,
immer nur den Namen des Zeugen und nicht die Seitenzahl