— — 13 —
Staaten von Nordamerika liefern. Ehe ihnen die californische
Goldsonne aufging, waren dortige Goldmünzen so selten, daß
ein Schriftsteller behaupten konnte: „man sehe öfter einen Adler
über die Häuser schweben, als sich in die Cassen verlaufen. "")
Seitdem hat sich das umgekehrte Verhältniß von selbst herausgebildet.
Das Silbergeld ist verschwunden, Gold aber häufig
geworden. Die Regierung sah sich daher genöthigt, Goldmünzen
bis zu einem Dollar herab, Silber aber nur in kleineren
Theilen prägen zu lassen, und, wie England vor geraumer Zeit
gethan, indem es einen geringeren Gehalt seines Silbergeldes
bestimmte, verminderten jetzt die Vereinigten Staaten den Werth
des ihrigen dadurch, daß sie ein leichteres Gewicht annahmen,
um es wenigstens als Scheidemünze im Lande zu behalten, zugleich
aber verordneten sie Gold als Standard und Silber
nur bis zu fünf Dollars als Jahlungsmittel.
Daß Deutschland sein Contigent zu den Auszügen des
Silbers vom Abend= nach dem Morgenlande gestellz, ist keinem
Zweifel unterworfen. In welcher Anzahl ?o läßt sich weder dem
Gewicht noch dem Werth nach ermitteln; denn wenn auch vielleicht
die directen Ausfuhren von hier nach London zu erfahren wären,
so dürfen diese im Verhältnisse zu den Versendungen über
andere Häfen nur gering zu nennen sein.
Eine größere Ergiebigkeit läßt sich eben so wenig von
unseren Cdeutschen) wie von anderen europäischen Bergwerken,
mit Ausnahme der spanischen, erwarten. Letztere sind bereits,
nach oben erwähnter Autorität, bei der Ausbeute in unserem
Welttheil mit 220,000 Mark Gewicht betheiligt. Es soll
zwar der dortige Erdenschooß noch bedeutende Schätze verbergen,
doch bedarf das Land, um sie zu heben, einer größerern Ruhe,
als der, welche es jetzt genießt. Denn wenn sein Zustand sich
in diesem Augenblick auch nicht so krampfhaft zeigt, wie der seines
Stammgenossen jenseits des atlantischen Meers, so fehlt doch
“) Die Zehn-Dollarstücke heißen eagle, (Adler).