Full text : Briefe und Akten zur Geschichte des Dreissigjährigen Krieges. Neunter Band. (9)

1.  1611  3

desta  resolucion.  Yo  le  dije  que  creia  lo  que  S.  A.  decia,  mas  que  Januar].
estuviese  cierto  que  todo  el  mundo  creeria  lo  contrario,  siendo  S.  A.
capitan  general  de  aquella  gente.e  EI  tiempo  es  terrible  para  Tirol
y  lo  que  mas  temo  es  que  intenten  algo  en  Austria,  de  donde  no
se  sabe  que  ayan  salido  hasta  agora  y  de  qualquiera  manera  no
pueden  dejar  de  causarse  incombenientes  grandisimos.“  Das  war
alles  vorauszusehen  für  den  Fall,  dass  man  das  Volk  nicht  befriedigen

liefen.  Zu  Anfang  des  Dezember  berief  der  Erzherzog  den  kleinen
Ausschuss  der  tirolischen  Landschaft  zur  Bewilligung  der  Mittel  für
die  Landesverteidigung  (Jäger,  a.  a.  O.,  S.  262)  und  wandte  sich
gleichzeitig  an  Brüder,  Nachbarn  und  Freunde  um  Hilfe,  so  am  1.
Dezember  an  den  Kurfürsten  von  Sachsen  (Drs.,  1.  73951,  f.  862;  Or.),
früher  schon  an  seinen  Bruder  Erzherzog  Albrecht  in  Brüssel.  —  Dieser
verlangte  am  4.  Dezember  durch  seinen  Sekretär  Julio  Mancicidor
darüber  Zunigas  Gutachten.  Zuüiga  urteilte  am  17.  Dezember:
so  lange  das  Volk  unter  kaiserlicher  Fahne  stehe,  werde  König
Philipp  kaum  gut  aufnehmen,  „de  mezeolarse  en  contiendas  domesticas“  ;
wolle  Albrecht  aber  als  Miteigentümer  Tirols  etwa  von  Burgund  aus  Hilfe
senden,  so  sei  dagegen  nichts  einzuwenden;  (Sim.,  Fasz.  2497,  f.  127;
Kop.).  —  Die  Warnungen  verdichteten  sich  gegen  dasEnde  des  Dezember;
am  26.  Dezember  1610  liess  König  Matthias  seinen  Bruder  Maximilian
bereits  wegen  des  Durchzugs  der  Passauer  erinnern  (Erzherzog
Maximilian  an  König  Matthias  am  1.  Januar  1611;  Jb.,  Regimentssachen
von  1611,  f.  77;  Kptkop.).  Hilferufe  des  Erzberzogs  beim  Erzbischof  von
Salzburg  von  1.  Jan.  (ebenda,  f.  81;  Kptkop.)  und  am  gleichen  Tag  beim
Herzog  von  Baiern  (Ma.,  111/11,  —  ;  Or.).  —  Am  7.  Januar  schreibt  der
Erzherzog  an  den  Kaiser,  er  habe  vernommen,  dass  durch  Anstiftung
einiger  dem  Hause  Oesterreich  feindselig  Gesinnter  dem  passauer
Kriegsvolk  Anleitung  gegeben  worden  sei,  nach  Verheerung  des
Bistums  Passau  seinen  Mutwillen  in  der  Grafschatt  Tirol  fortzusetzen,
weshalb  er  mit  seiner  Landschaft  Massregeln  der  Abwehr  ergriffen
habe;  er  könne  nicht  glauben,  dass  der  Einfall  mit  des  Kaisers
Wissen  und  Willen  oder  gar  auf  dessen  Verordnung  geschehen  sei,
wolle  ihm  aber  nicht  verbergen,  dass  davon  der  Länder  Abfall  und
Verlust  drohe  (Jb.,  Regimentssachen  von  1611,  f.  113;  Kptkop.).  Ungefähr
  gleichzeitig  wird  aber  der  Erzherzog  das  Schreiben  empfangen
haben,  das  am  1.  Januar  der  Kaiser  an  ihn  wie  an  den  Erzherzog
Ferdinand  richtete  und  worin  beiden  angezeigt  wird,  dass  das  kaiserliche
  Kriegsvolk  in  Tirol  seine  Abdankung  erwarten  wolle,  weshalb
die  Erzherzoge  diesem  allen  Vorschub  leisten  mögen.  (Wi.,  I.  A  1.,  Ka.
2391.  —  Kop.;  vgl.  S.  12,  Anm.  2.)  Die  Warnungen  und  Besorgnisse
scheinen  nicht  überflüssig  gewesen  zu  sein.  Ein  Bericht,  den  ein  salzbuargischer
  Beamter  im  Jahre  1612  an  Erzbischof  Marx  Sittich  über  die
Verhandlungen  des  Erzbischofs  Wolf  Dietrich  mit  dem  Kaiser  erstattet,
behauptet:  nach  Andeutung  der  nach  Salzburg  abgeordneten  kaiserlichen
Räte  [Hogenmüller)  sei  die  vornehmste  Ursache  des  geplanten  Zugs  nach
Tirol  gewesen,  dass  der  Kaiser  den  Argwohn  gefasst  habe  als  ob  sich
Erzherzog  Maximilian  der  tirolischen  Lande  mehr  als  dem  Kaiser
lieb  sei  annehmen  wolle,  wovor  dieser  sich  durch  die  Einlagerung  der
Passauer  zu  sichern  gedachte  (Wöa.,  Salzburg,  Band  10,  Fasz.  3.;
Xptkop.)..  Aehnliches  versichert  Erzbischof  Wolf  Dietrich  in  einem
Schreiben  vom  7.  Juli  1611;  (Jb.,  Ambraser  Akten,  Missiven  vom  Juli1611,
00.3;  Or...  —  Am  2.  Februar  weiss  Wilhelm  Bodenius  dem  Herzog  von
Baiern  aus  Prag  zu  berichten,  dass  der  Präsident  des  kaisorlichen
geheimen  Rats,  der  Landgraf  von  Leuchtenberg,  ibm  von  einem  Anschlag

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