&Zinleitung.
I. Herolts Leben').
Johann Herolt?) stammt aus einer in der Hallischen Geyend
ansässigen Familie. Schon 1363 erscheint in den IHallischen Kuufbriefen
ein Contz Herolt als Bebauer eines Lehensyutes zu Raibach,
'/a Stunde südwestlich von Hall; 1407 verkauft Hans Herolt von Raibuch
en Gut zu Gottwollshausen. Reinsberger Herolte, wahrscheinlich
Verwandte des Chronisten, sind mehrere in seinem Gültbüchlein
(s. unten) erwähnt, so Joseph IH. mit seinen Geschwistern, Joss 1.
mit seiner Ehefrau. Übrigens verrät lerolt seinen fränkischen Ursprung
schon durch seine Sprache, in welcher unter den Eigentünlichkeiten
der fränkischen Mundart besonders der Deminuticplural -Lich
öfters auftritt (Büchlich, Mützlich, Falkonetlich).
Sein Vater Johann Herolt war früher Pfarrer an der Etsch
auf den Fuygerschen Bergwerken gewesen und hatte von einer eigenen
Erzyrube, die er dort besass, ein ansehnliches Vermögen mitgebracht,
büsste aber 1492 einen grossen Teil duron ein durch einen Brand,
der den Pfarrhof zu Reinsberg verzehrte. 14830 wurde er durch
Götz ron Stetten als den Pfandinhaber der Obley Steinkirchen?), zu
ı) Herolts Lebensbild ist von Pfarrer Dr. Bossert auf Grund sorgfältigster
Nachforschungen in den Reinsberger Kirchenbüchern und in andern Quellen
und mit glücklicher Benützung des Heroltischen Gültbüchleins in so helles Licht
gerückt und so eingehend und frisch beschrieben, dass die gegenwärtige Darstellung
der Hauptsache nach auf diese Arbeit WVjh. 1881, 289 I. sich
gründen und für genauere Einzelheiten auf sie verweisen muss. Doch konnten
aus den Haller Kirchenbüchern von St. Michael (KB.) und aus alten städtischen
Kaufbriefen im Archiv Hall (KHR.) noch einige wertvolle Ergünzungen gewonnen
werden.
2) So die Namensform in den Urkunden KHR., bes. in den auf Johann H.
selbst bezüglichen sowie in St'.
») OA. Küngelsau am Kocher. Zur Obley Steinkirchen vraol. WYVjh.
1881, 65.
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