G 969 20
konnten. Besondere Nachfrage war nach un-
gerottetem Kakao, jedoch war gerade dieser nicht
ausreichend vertreten. Feiner Carracas= und
Puerto-Cabello-Kakao wurden in guter Beschaffen-
heit auf den Markt gebracht; die Preise waren
im Verhältnis zu den anderen Sorten nicht hoch.
Von Maracaibokakao lagen gute Angebote
vor, doch wurde von dieser Sorte hier nur
wenig gekauft. Von bestem Sommer-Arriba-
kakao wurden große Mengen in guter Beschaffen-
heit auf den Markt gebracht, die größtenteils noch
in günstiger Zeit und zu billigen Preisen verkauft
wurden. Später gingen auch die Preise für
Arribakakao sehr in die Höhe und erreichten im
Oktober den Stand von etwa 75 Cents. Dem
folgenden allgemeinen Preisrückgang mußten sich
auch die Arribasorten anschließen; Epoca-Arriba-
kakao fiel erst auf 65 Cents und sodann mit
Sommer-Arribakakao, der auf 67 bis 69 Cents
gesunken war, weiter auf 58/60 Cents. Sehr
gute Nachfrage war, namentlich im ersten Teile
des Berichtsjahres, nach Machalakakao. Die
Guayaquilsorten teilten das Schicksal der übrigen;
sie mußten den Preisschwankungen, wenn auch in
geringerem Maße, folgen und werden, da die
Zufuhren geringer als im Vorjahre waren, vor-
aussichtlich noch eine Zeit lang einen hohen
Preisstand behalten.
Aus Ceylon wurde mehr Kakao als im Vor-
jahre zugeführt; die Beschaffenheit genügte, und
die erzielten Preise waren im Verhältnis zu den
übrigen Preisen nicht hoch zu nennen.
Von Jérémiekakao wurden ansehnliche Mengen
namentlich in der zweiten Hälfte des Jahres ge-
handelt; die Preise waren verhältnismäßig niedrig,
die Beschaffenheit ließ nichts zu wünschen übrig.
Von dem gewöhnlichen Domingo= und Haitikakao,
die beide an und für sich auf dem hiesigen
Markte nicht sehr beliebt sind, da sie den ge-
stellten Anforderungen zumeist nicht genügen, lagen
wohl Angebote vor, fanden jedoch nur wenig
Beachtung. Zu den guten Erscheinungen auf
dem hiesigen Markte gehört noch der Kon gokakao;
er wird regelmäßig, wenn auch nicht in großen
Mengen, aber in guter Beschaffenheit angeboten.
Zu Beginn des neuen Jahres waren die
Verhältnisse nach dem Urteile sachverständiger
Kenner kaum etwas besser geworden. Der Markt
ist unregelmäßig und schwankend, die Preise sind
unnatürlich hoch, das Verhältris der einzelnen
Sorten zueinander ist ungesund, und noch immer
wird ein Teil des Marktes von der Spekulation
beherrscht. Eine Neigung zur Besserung kann
vielleicht in dem Preisrückgang der guten Mittel-
sorten gefunden werden. Und wenn auch die
Preise infolge der zu erwartenden Nachfrage und
der verminderten Vorräte vermutlich noch geraume
Zeit hoch bleiben werden, so hofft man doch in
den beteiligten Kreisen, daß bei regelmäßigen
Zufuhren und einem nicht künstlich hochgehaltenen
Preisstande der Kakaomarkt bald wieder in nor-
male, gesunde und vertrauenerweckende Verhält-
nisse, auch für bessere und geringere Sorten,
gelangen wird.
Eingeführt wurden nach Amsterdamer Be-
rechnungen:
nach 1906 1905 1904
Tonnen
den Niederlanden 21 231 19 295 21 126
Großbritannien 23.576 24748 27 729
Frankreich 42 194 46 569 48 395
Hamburg 47 694 43 894 47348
— Ballen
Amerika .532977470481413298
und, soweit Angaben bereits vorliegen:
nach 1907 Tonnen
1. Januar 2
Großbritanien 50. wer 22 533
. 1. Januar
Frankreich 9 31—ÖSktober- 39 944
Deutschland - 30 550
den Niederlanden - 18 368
Amerika . - 32137
Javakakao. Des Ergebnis der Kakaokultur
auf Java kann für das Berichtsjahr, verglichen
mit dem Ertrage des Vorjahres, befriedigend ge-
nannt werden. Das energische Vorgehen zur
Ausrottung der bekannten Pflanzenplagen ist
augenscheinlich nunmehr mit Erfolg gekrönt, we-
nigstens lassen die Ernteziffern diese Annahme
nicht unwahrscheinlich erscheinen. Die Stimmung
war zu Anfang des Jahres für Javakakao sehr
gut; namentlich die Mittelsorten, die besonders
vorteilhaft ausgefallen waren, fanden angemessene
Beachtung. Beste Sorten waren in der ersten
Hälfte des Jahres weniger gesucht, weckten jedoch
später mehr Interesse. Im allgemeinen wurde
während des ganzen Jahres die gesamte Zu-
fuhr in und anßerhalb der öffentlichen Ver-
steigerungen zu guten Preisen abgesetzt.
In Vorrat verblieben am Ende des Berichts-
jahres rund 1700 Ballen (zu 50 kg). Von
Javakakao wurden nach den Niederlanden ein-
geführt:
1907 etwa 14 000 Ballen
19006 k 15 000
1903 = 9000
1904 13 500
Surinamkakao. Auch im Berichtsjahre hat
die Kakaokultur in Surinam erfreuliche Fort-
schritte gemacht. Auf den meisten Plantagen
wurde besondere Sorgfalt angewandt, um den
Ertrag zu verbessern und zu vermehren; auch die