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Oannewer wird für die Ausbildung die Hälfte der Kosten vom Kreise
getragen. i sozialen Tätigkeit der preußischen Kreisverwal-Literatur:
Dr. Biesalski, Ueber die geplante Statiftik van
licher Hrühen in Deutschland. Aus der „Jugendfürsorge“, Jah
— Ders., Praktische Erzebaß e ger E“*3 il.
ard orthopödische Chirurgie, XIX. Rat Dr.
Schanz, Ueber Krüppelnot und Krüp Wese an 11,Sesonderer *—#
sichtigung Sachsens. Dresden, Zahn u. Jaensch.
JIugendvereinigungen.
„Steht man mitten im Dorfleben, so möchte man oft über
allerlei Untugend der Landjugend erschrecken. Und doch, wenn
nian diese Jungen und Mädchen genau ansieht und ihnen nahe
tritt, dann erkennt man auch, wie viel Tüchtigkeit unter rauher
Schale steckt, wie sie nach besserem Vergnügen, als dem der Wüstheit
hungern, wie sie reisen möchten zur Tüchtigkeit und nur deshalb
verlottern und verkonnmen, weil sie mit ihrer überschießenden
Jugendlust und Lebenskraft nichts anzufangen wissen, weil sie
niemand haben, der sie hält und anders führt. Dann glaubt man
doch an diese frischen Gesichter und die hellen Augen, glaubt an die
jungen, ungeschickten Brauseköpse mit ihren unklaren Begeisterungen.
Trotz aller Mängel und Schäden, es steckt ein guter
Kern in unserer Landjugend. Ich sage das, obgleich ich in einem
wenig gelobten, viel verschrieenen Dorfe am Thüringer Walde
wirke und obgleich ich mit offenen Augen um mich fehe. Unsere
Dorfingend ist nicht schlecht von Natur, ist es aber geworden und
wird es werden, wenn die zu ihrer Erziehung berufenen Stellen
in Trägheit, Feigheit und (Sleichgültigkeit bei der Jugendpflege
versagen. Trägheit, Feigheit und Gleichgültigkeit haben auf den
Dörfern schon zu viel geschadet. Sie sind die rechten Worte für
alle die Entschuldigungen und Ausreden, niit denen sich die verantwortlichen
Führer der Jugend ihrer Aufgabe und Pflicht entziehen.
Unsere Dorfjugend braucht unbedingt befondere Pflege,
mag auch deshalb manche bequeme, schläfrige Lauheit unmöglich
werden. Des Landvolkes Zukunft ist wichtig genug.“ (LPfarrer
Keil auf der 12. Hauptversammlung unferes Vereins in seinem
Vortrag „Die Erziehung der Landiugend“.)
Wohl sind längft einzelne Männer, Pfarrer, Lehrer, Gutsbesitzer,
bestrebt gewesen, die Jugend eines Dorfes oder Gutes an
freien Sonntagen oder an Wochenabenden zu fammeln, um sie fortzubilden
und zu bewahren. So war Pfarrer Brauns in
Oeffelse schon 1810 und in Thüringen mancher Seelsorger in
der Aufklärungszeit bemüht, die Dorfburschen weiter in die Kenntnis
der Natur und Geschichte einzuführen, als es die Volksschule
vermag. Aber es waren einzelne, kurze Ansätze, ohne dauernde
Arbeit und deshalb auch ohne bleibenden Erfolg. Nach einem