Volltext : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierzehnter Band. (14)

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Er  legte  vor  dem  Bette  des  Königs  und  der  Königin  seine
Papiere  aus,  referirte  da  so  lange,  als  nothwendig  war  oder
als  die  Majestäten  leiden  mochten,  und  die  Koͤnigin  war  mit
ihrem  Sticken  und  Naͤhen  nicht  so  beschaͤftigt,  daß  sie  nicht
haͤtte  sollen  bei  dem  Vorirage  des  Staatssekretärs  auch  ihre
Meinung  mittheilen  koͤnnen.

Sobald  denn  Grimaldo  das  koͤnigliche  Schlafgemach  wieder
  verließ,  so  kam  gleich  wieder  die  Kammerfrau  und  gab
dem  Koͤnige  die  Pantoffeln  und  den  Nachtrock.  So  weit  bedeckt,
  ging  der  Koͤnig  durch  das  naͤchstanstoßende  Zimmer  *)
hindurch  in  sein  Kabinet,  wo  er  sich  von  drei  franzoͤsischen
Leiblaquaien  ankleiden  ließ.  Der  Graf  von  Larco  oder  der
Marquis  von  Santa-Cruz  war  mit  dabei,  und  oft  halfen  sie
beide  mit.  Sonst  durfte  aber  kein  Mensch,  wer  es  auch  war,
bei  diesem  Lever  des  Koͤnigs  seyn.

Sobald  nun  der  Koͤnig  angekleidet  war,  so  holte  ein
Leiblaquai  den  Beichtvater  des  Koͤnigs,  den  Pater  Daubenton,
der  schon  in  dem  Spiegelsaale  wartete.  Und  wenn  dieser  kam,
so  entfernten  sich  die  Leiblaquaien;  auch  jene  zwei  Herren  entfernten
  sich  gewöhnlich,  oder  zogen  sich  wenigstens  nach  der
Thüre  zurück,  indeß  der  König  mit  dem  Jesuiten  am  Fenster
  sprach.

Die  Königin  aber  und  ihre  Kammerfrau  waren  nun  doch
einige  Augenblicke  allein,  während  daß  Philipp  bei  dem  Ankleiden
  und  bei  dem  Beichtbvater  war.  Diese  Augenblicke,
während  welcher  die  Königin  aufsiand  und  mit  Hülfe  ihrer
Kammerfrau  sich  ankleidete,  waren  böchsi  kostbar;  es  waren
die  einzigen  des  ganzen  Tages,  wo  diese  zwei  Vertrauten  allein
mit  einander  sprechen  konnten.

)  Tout  de  suile  il  Passait  dans  la  piete  vui
un  cabinct.