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berücksichtigt. Wie die hellen Crepe-Felle auf
einigen Plantagen Ceylons und der Malayischen
Halbinsel nur noch im roten Licht getrocknet
werden, so wenden auch große Kautschukfabriken,
wie z. B. die Continental-Kautschuk= und Gutta-
percha-Kompagnie in Hannover, diese Methode
in ihren Trockenräumen an. Mit Hilfe gewisser
roter appretierter Stoffe, wie man sie z. B. in den
Tropen bei Mangel farbiger Glasscheiben zur
Herstellung photographischer Dunkelkammern be-
nutzt, wird man sich überall leicht und billig
helfen können.
Als günstigste Temperatur beim Trocknen
soll sich eine solche von 40 bis 45°% C. erwiesen
haben.
Zur Entwässerung der Felle werden auf
einigen Pflanzungen Vakuum-Trockenapparate
benutzt. Dieses Verfahren hat sich jedoch insofern
nicht bewährt, als die Qualität des Kautschuks
bei absoluter Wasserentziehung im Ursprungslande
schon während des Transportes leidet. Von hoch-
geschätzter Seite wurde ich hier noch vor kurzem
darauf hingewiesen, daß die Abnehmer in der
deutschen Kautschukindustrie auf ein im Vakuum
getrocknetes Rohprodukt keinen Wert legen, daß
es vielmehr zweckmäßig sei, den Kautschuk an
Ort und Stelle nur soweit seines Wassers zu be-
rauben, wie sich das mit Walzen und Trocknen
an der Luft erreichen lasse. In dieser Hinsicht
bleibt übrigens den Plantagen in den deutschen
Kolonien noch manches zu tun übrig.
Es mag endlich nicht unerwähnt bleiben, daß
zu Anfang des Jahres 1908 Sheets, Biskuits und
* Fine Crepe- in Singapore gleich hoch notierten,
und zwar höher als alle anderen Sorten.
Die oben erwähnten Nachteile, welche das
große Volumen der Crepe-Felle für den Versand
und ihre außerordentliche Oxydationsfähigkeit mit
sich ziehen, haben dazu geführt, die Felle zu
Blöcken zusammenzupressen. Diese Blöcke
können nur mit bestimmten Maschinen hergestellt
werden, wie sie z. B. die Firma Francis
Shaw aus Manchester auf der Londoner Aus-
stellung in Tätigkeit vorführte. Das Pressen der
Blöcke geschieht mit außerordentlicher Geschwindig-
keit; die Bedienung der Maschinen ist einfach
und erfordert nur wenig Personal.
Die Dicke der in London in großen Mengen
ausgestellten Blöcke schwankte zwischen 2 und 7 cm.
Doch wird man sich wohl in Zukunft darauf be-
schränken, nur Stücke von etwa 30 cm im
Quadrat und 2 cm Dicke herzustellen, weil
diese vor der weiteren Verarbeitung in den Kaut-
schukfabriken nicht erst zerschnitten zu werden
brauchen, sondern sofort in die Mischwalzen ge-
bracht werden können. Außerdem gewähren
Blöcke von der zuletzt angegebenen Stärke den
großen Vorteil, daß sie — wenigstens bei muster-
gültiger Anfertigung — bei ihrer hochgradigen
Transparenz jede, auch die kleinste Verunreinigung
erkennen lassen. Die honigfarbenen, aus weißen
Crepe-Fellen gepreßten, durchscheinenden Para-
Blcke,
wie sie von zahlreichen Pflanzungen der
Malaiischen Halbinsel und Ceylons nach London
gelangt waren, stellen eine Form des Plan-
tagenkautschuks von bis jetzt unerreichter
Vollkommenheit dar. VBiele Besucher er-
blickten hierin den Glanzpunkt der ganzen Aus-
stellung.
Werden solche Blöcke aus sorgfältig gewasche-
nem Kautschuk und unter Vermeidung aller nach-
träglichen Verunreinigungen hergestellt, so brauchen
sie in den Kautschukfabriken nicht mehr gereinigt
zu werden, sondern können sofort in die Misch-
walzen gehen, um gefärbt oder vulkanifiert zu
werden. Durch die geringste Verunreinigung
wird diese Arbeitsersparnis unmöglich gemacht.
Deshalb werden die Blöcke im Ursprungslande
sofort in Pergamentpapier gehüllt, dessen Falzung
ein Eindringen von Sägespänen, Holzsplittern
oder Staub verhindert. Die zur Verpackung be-
nutzten Kisten sind auf der Innenseite vollkommen
glatt gehobelt oder aber, nach Art der Teekisten,
mit Zinnfolie ausgeschlagen. Im letzteren Falle
kann die Verpackung in Pergamentpapier fort-
bleiben.
Eine Pflanzung der Straits hatte einen fast
weißen, stark milchig getrübten Para-Block aus-
gestellt, der wegen mangelnder Transparenz die
oben erwähnten Vorteile der honigfarbenen Blöcke
nicht besaß. Die Herstellungsart war nicht zu
ermitteln.
Die aus absolut entwässerten Fellen gefertigten
Blöcke werden in den britischen Kolonien einfach
als - Blockse, die noch ein gewisses Maß von
Feuchtigkeit haltenden als „Wet blocks“ be-
zeichnet. Letztere werden von manchen Abnehmern
bevorzugt.
Mit der überaus handlichen Form, dem ge-
ringfügigen Volumen und der denkbar kleinsten
Oberfläche verbinden sich bei diesen Blöcken die
Reinheit und die Gleichartigkeit der Ware —
zwei Momente, von denen letzteres für den Ab-
nehmer fast noch mehr ins Gewicht fällt als
ersteres. ·
Beim Auspressen des Wassers kann man auch
Maschinen benutzen, die anstatt der Sheets, Bis-
kuits oder Felle wurmförmige Walzen von
nahezu Fingergröße liefern. Diese werden
„: Wormss genannt. Man kann die -Worms:
nicht als eine ansprechende und zweckmäßige Form
des Rohkautschuks bezeichnen. Abgesehen von dem
unansehnlichen Außeren bieten sie dem Sauerstoff
der Luft und allen Verunreinigungen von außen