Abwehr vaterlandsfeindlicher Umtriebe 311
von dem wir befürchten müssen, daß er jede Verlegenheit benutzt,
jede Front, die wir nach Süden machen, um uns, ich
will nicht sagen den Dolch, aber die Waffe in den Rücken zu
rennen, so kann ein solcher Staat nicht mit unserm Willen bestehen,
seine Fortexistenz wäre unverträglich mit der Preußens,
und derjenige preußische Minister, der die erste Gelegenheit,
die sich zur Beseitigung eines solchen Hannovers darbietet,
versäumen würde, verrät sein Land, verrät Deutschland.“ Diese
Warnung teilte er im März 1867 im Reichstage mit und auch
die Tatsache, daß Preußen vor dem Kriege, ja noch bei Langensalza
über ein Bündnis mit Hannover verhandelt habe. — Als
nun der König von Hannover auch noch nach dem Kriege
fortwährend die Rolle eines kriegerischen Fürsten Preußen gegenüber
spielte mit der Anwerbung der Welfenlegion und mit
Kriegsmachenschaften im Auslande, da erhob von neuem im
Januar 1869, wie bei dem Antrage auf Beschlagnahme des
Vermögens des Königs von Hannover, Bismarck seine warnende
Stimme, er erklärte im Abgeordnetenhause: „Wir wollen hier
nicht zu Gericht sitzen über den gefallenen Gegner, aber wir
wollen Deutschland vor Schaden bewahren, wir wollen diesen
Frevel mit dem Frieden einer großen Nation, mit dem Frieden
Europas ein Ende machen gegen diejenigen, welche für persönliche
und kleinliche dynastische Interessen sich berufen fühlen,
das Glück und die Ehre des eigenen Vaterlandes in Verschwörungen
mit dem Auslande zu bedrohen und aufs Spiel
zu setzen.“
Und in denselben Tagen erging er sich auch gegen gleiche
Umtriebe des Kurfürsten von Hessen, indem er auf das Beispiel
Coriolans hinwies, der mit den Volskern im Bunde seine
Vaterstadt Rom belagerte, aber durch seine Mutter und durch
seine Gattin zum Abzuge bewogen wurde. Es waren echt Bismarcksche
Worte, denen damals begeisterter Beifall folgte:
„Leider kann sich das Ausland sagen, daß, wenn eine Armee
siegreich bei uns vordränge, sie nicht überall auf denselben
feindlichen Widerstand stoßen würde, wie er vielleicht bei jeder
anderen geschlossenen europäischen Nation zu erwarten wäre.