Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

Aummer  126

die  Borgnge  iu  ußland.

Diie  kritische  Lage  in  Rußland.

Russische  Blätter  melden:  Der  wirtschaftliche
Verfall,  die  Transportschwierigleiten  und  alle
übrigen  etel  mhmen  einen  immer  gefährlichtren
  Charakter  an.  Die  Frage  der  Versorgung  des
Heeres  wird  immer  schwieriger.  Es  macht  sich  ein
einsthafter  Mangel  an  Bror  in  der  Armee  fühlbar,
  dessen  Beseiligung  vorläufig  nidel  möglich
ersch  eint.  Wenn  die  Sache  so  sicht,  dann  braucht
man  über  die  Versorgung  des  Hinterlandes  und
in  den  großen  Siädten  lein  Worl  merr  zu  verlieren.
  Wir  wissen,  wie  schlimm  die  Lage  in  Vetersburg
  und  Moslau  in.  Man  könnte  ohne
jede  Uebertreilung  von  einer  herannabenden
lnarchie  sprechen.

Berschiesene  Nachrichten.

Dresden  1.  Juni.  Auf  eirem  mehr  als
40000  Geviertmeter  umfassenden  Gelände  in
Niederwartha  bei  Dresden  wmird  jetzt  Deutschlands
  grösite  Kleintierzucht  und  Brulansktalt  eingerichtet.
  Umsanarein  che  moder  ne  Stallanlagen
für  Kaninchen-.  Geslugel,  Schweine  und  Ziegenzchut
  sind  nahez  urollendet.  Die  grose  Kauptbrutanlage
  i#t  zum  Auc  krrülen  von  35  000
Eiern  eingerichtet.  s

Trier,  1.  Juni.  Einer  viellöpfigen  Einbreelerbande,
  die  den  ganzen  Negierungstezir!  #unsi.
  er  machte.  inm  man  dadurch  auf  die  Spur  gelommen,
  dastes  gelang  ein  Mitglieo  der  Bande
zu  verhaften,  das  ein  umsassende:  Gelländnis
ablegte.  Die  Zahl  der  Einkrücke  ist  so  groß,  daß
der  Verhafte  le.  nid.t  eimmal  alle  Namen  der
heimgesuchten  Ortschaften  nennen  lennie.  Hauplläcklich
  war  es  aus  Fieischdielr  flahl  algesenen.

 

An  einem  cinigen  Tage  lösie  die  Vande  in
Saarbrücken  10%%  Ml.  aus  gestohlenem  Fleisch.
Wien.  Jnni.  Das  Mi#lum  Grostwardein

1.
hatte  12  Millionen  Joch  Boden  an  cine  jüddrutsche
  Finanzgrupze  verpachlet.  König
hat  nun  den  Pachtvrertrag  ansgehoven  und  sür
ungültig  erlfürt.

Bern,  1.  Juni.  Die  Jre.  drc  brach  die
Döämme  bei  Vorepue.  Die  ganze  Ebene  ilt  über—
sahwemmt.  Bghuverbindung  renoble
Lyon  in  bedroht.  #ele  Fabtilen  des  Deparlemems
  munten  inson  ge  Strommangel  den  Betrieb
  einitellen.

Stockholm,  1.  Juni.  Grosee  Brände  müten
  in  Rußland.  Nack.  Metdungen  aus  dem  Gou--vernement
  Minsl  brannten  im  Kreise  Br  erschnen
166  Wirtschaft#llöfe  nieder.  Iu  der  Nh'  und
Binter  der  FSronl  begimen  wülende  Walobrände
auf  die  Dörfer  überzugreisen.  Die  Kornjelder
des  Kreises  Vobruisli  sind  votlstfändig  zerstört.
  Angeblich  zerilörte  eine  durch  eine  deutsche
Flugbombe  cnihandene  Feuersbrunit  im  Kreise
Sluzk  40  Vanernhöfe.

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à  ##½#

 

Bavern  im  uesfwrlene  der  Zukanft.



er  Krieg  wiro  uns  nicht  nur  ein  Luftverbeh
  über  Bayern,  sondern  über  ganz  Mitleleuropa
  von  Homburg  bier  Bagdad  bringen.
In  diesem  miilteleur  «  ··  -
den  auch  ein  bcchns  etes
bieichstage  geschaffen  werden  soll,
mit  durchgehenden  Linien  bedackt.
sieht  das  von  der  Inter  nationalen
—]½ieee  ai!  iIlag)
Projelt.

     

Bayern
zwar

L
und

Luftrerausgearbeitete

das  allen  beteilidten  Regierungen  bereile
  zur  Beguta  chtung  vorliegt,  für  Bagpern
bzw.  Süddeutsch  lano  fsolgenee  Hauptlinien  vor:

Zwi#s  enstationen:

1.  Salzburg-Mülhausen.

Die  zweite  Fra.

Roman  von  Anna  Seyffert-Klinger
(56.  (Macruck  verbetm!)

Avber  er  wunte  Ia  nichts  von  dem  m  Innen
leben  dieses  saniten  Geschönfes.  J  rauer,
ihre  holdselige  Schönheit  und  harmonische  Ruhe
hatten  sein  Milleid  erregt  und  leine  Teilnahme
geweckt.  Nun  lam  eimne  andere  Frau  und  behauptete
  mit  dreifter  Sicherheit,  daß  unter  dieser

leihmäßig  kühlen,  aber  auch  herzgewinnenden
Lapem  eite  sich  die  kleinlichen  Gehler  eines  ver-8
  selbstherrlichen  Wesens  bargen.
Schon  heute  sah  der  Baron  seine  Werbung
als  eine  Uebereilung  an.
ulie  aber  war  zufrieden  mit  sich.  „Ich
habe  ihn  argwöhnisch  gemacht,“  dachte  sie,  „das
genügt  für  heute.
19.  Kapitel.

Es  war  schon  zehn  lUhr  vormitlags,  und

noch  immer  Gchtief  Irmgard  sest  und  ruhig.

vurde  aber  ichon  geirühstückt,
und  bei  der  Eheteled  des  Morgens  war
Beate  am  zugänglichsten.  Das  halte  Julie

längst  heraus,  und  daher  benuhte  sie  auch  diese
Siu  für  ihre  Intrige.
„Das  lvar  gestern  ein  wohlgelungener  Tag,
meinte  Beatle,  sich  mit  Behagen  Julies  Aufmereiemresten
  ge  efallen  lassend,  „nur  ’wollte  mir
scheinen,  als  sei  #rmi  vrrittumt  gewesen;
sie  o  gehabt  haben  #  «
Imchtc,stesft  am  dem  besten  Wege,
den  #n  Eindruck,  den  Liebenau  von  ihr
balle,  zu  verderben,=  sagte  die  junge  Frau
P40%.  Terst  stritt  sie  mit  mir  berum.

was

 

und

“t
München,  Augsubrg,  Ulm,  Stuttgart  Karleruhe,
  Straßburg  und  Mülhausen.

2.  Passau-Köln  a.  Rh.  Zwuischenstationen:
Neeenburg,  Nürnberg,  Würzburg,  Framfurt

.  M.  und  Köln.

.  Berlin-Junsbruck.  Jwischenstationen:  Leipzig,
  Plauen,  Nürnberg,  München  und  Innsbruck.

4.  Müncken-Pola.  Zwistzenktationen:  Salz.
burg.  Villach,  Triest  und  Pole

Die  erüen  beiden  Lanpilinten  Sahzturg.  Mülhausen
  und  Passau-Köln  a.  Rh.  geben  nach
Wien  weiter  une  haben  dort  Ansch  luß  nach
Konstantinopel  über  Budapelt  und  Sofia.  Somut
  ist  also,  abgesehen  von  der  Linie  Berlin-Leipzig
  Plauen-Nürnberg-  „München'  Salzburg-Triesl-
  Pola  die  Hauptroute  des  Ballanzuges
einfach  in  die  Luft  verlegt;  hier  Hamburg.  Ber-#in
  Dresdel  M'en-  Konftantinopel,  dout  Mülhausen
  Straßburg  Stuttgart-  „Karler.  #.-Munchen.Wien
  Konstantinopel.  Ein  Artilel  der  „M.

.  A.“  (Nr.  278)  macht  nun  interessante  Strek.
ten,  und  Zeitvergleiche.

Hamburg.  Konitantinopel  braucht  man  Reise:
zeit,  wenn  es  gut  geht,  sast  drei  Tage  und  zuri-Nackie,
  für  die  Strede  Straßburg.  Konilantino-Jel
  jan  die  gleiche  Zeit,  bei  einer  Durchschnilis
beschwindigieit,  des  Ballanzuges  von  60  und
65  Kilometern  in  der  Stunde.  Wie  nun  beim
ajtre.  lehr  der  Zulunf!:?  Nehmen  wir  einmal
eine  Strede  besonders  vor.  und  zwar  die  von
#ss  en  über  Salzburg  Wien  nach  Komtanti—
uspel.  Die  Entsernungen  sind:  Münden  Saiz
burn  120  Kilometer,  Salzwurg  Wien  260  Kilomeleir,
  Wien,  Budapest  210  Kilometer,  Buda
pen  Bengrao“  32#0  Kilomeier,  Belgrad  Sofin  3100
Kilomcier,  Sosia  Konstantinopel  520  Kilometer,
ergibt  inegesamt  Münd  en  Komtantinopel  1730
Kilometer;  diese  Gesamtitrede  lönnte  mit  deinm
Flugzeug  in  rund  11  Stunden  durchmessen  wer
Der  Vallanzug  braucht  für  die  gleiche
Strene  52  Stunden.  ’

.-.-cKopienfmgeizteinstweilennnd-,soff-sagslosTcsI
  nich!  eiwa  aus  Furcht  vor  unenglich  hohen
Fiffern,  sondern  vor  ungemein  niedrige  n  Zift
sern.  Wir  usssen,  daß  die  Fahrt  im  Ballanzuge
Verlin  Komlantinopel  in  der  1.  Klasse  272,  20
Mari,  in  der  2.  Klasse  179.80  Marl  kostet,
Jehnt  München  Konstanlinopel  dagegen  in  det
1.  Kiasie  2)1  Mark,  in  der  2.  177,20  Mark.  Da
die  —8—  Iis  bhahn#recke  Berlin-  Konstaminopel  Ungenütute
  Millionen  gelostet  hat,  oer  Lustverlehr

"nrraburg  Konmantinopel  aber  im  höchiten  Falle
ein  Kapital  von  rund  40  Millionen  beanspruckt,
zu  lann  nan  sich  auerechnen  wie  verhältnieme  äßig
billiger  de  Veriehr  in  der  Lust  sein  muß,  da
in  anner  Oel  und  Benzin  besondere  Betriebs
rorten  nicht  in  Frage  lommen.

 

den.

Freilich  kann  man  noch  einwersen:  Die  Besörderun:
  in  der  Luft  wird  doch  nmer  n“
mäßig  sehr  begrenzt  bleiben,  so  vaß  dadurch  die
Nenlabilität  aurkleikt  und  der  Ausgleich  nur
durc  ungehenere  Fahrtkosten  herbeigeführt  #er#
den  kann.  Der  Baltanzug  jährt  hweimal  in!
der  Wocke,  der  Lustverlehr  kann  kde  Tour  mindenens
  jünfmat  aglich  leisten.  Der  Vallaz  u
Munchen  Konflanfinopel  z.  B.  fonn  hõchtens
35  Fahrgälte  miünnehmen,  die  eine  Gesamtein!
nahn  ste  von  15  .526,40  Mark  einbringen.  Imis

Vergleich  zu  den  Kosten  ist  das  lein  Geschäst.
Za  Wirtlickteit  sieht  aber  die  Besetzung  des  Ba  l  «
unszsmes  vi  il.  riel  dünner  aus,  so  dab  der  Be.:
trag  von  1512  Tausend  Mark  wohl  noch  niemals:
seit  Beitchen  erziell  worden  ist.  Ganz  abgesehen
von  dem  Reiz  der  Neuheit  wird  die  Sicherhrit
des  Verlehrs  in  der  Lust,  verbunden  mit  erheb.
licher  Billigieit  jür  den  Personenlurusverkehr,
unstreitig  in  erster  Linie  in  Frage  kommen  und
da  der  Eisenbahn  eine  starle  Konlurrenz  sein.

Der  ungarische  Handelsminiiter  soll  ausgerechnet
  haben,  das,  der  tommende  Luftverkelr  für
dann  war  ne  gegen  soen  Baron  recht  unterduch.
Ich  war  ihr  zu  ausgelassen,  aber  wenn  ich  s#ll
bin.  #e  1  auch  nicht  zufrieden.  Man  kann  es
ihr  nur  schwer  recht  machen,  das  merlte  gessern
auch  der  Baron.“

„Jgaro“  ijt  ein  liebes,  hergiges  Kind,“
nerleidigte  Beale  warm,  „den  Männern  gegenüber
  ne  ein  wenig  töricht  und  unbe-,

  dahabenSsodasrcchthortqes
fmochcn«  Iltchtcte  Jnltcetsrsgbct»daninländer,
  den  ord,  durch  dessen  Schu,  der
Lusammenbruch  unserer  Vank  ersolgt

„Durch  Lord  Moorys  Schuld  —“  *-le.


aa,  ja,  im  Grunde  aber  durch  Irmgards
Sch#uld,  das  ist  Ihnen  wohl  gLanz  neu,  Verehrte!
  ...  Jrmgard  hatte  den  Lord  in  Gesellschaften
  vor  aller  Augen  so  aussallend  bevorzugt,
  daß  er  im  besten  Vertrauen  auf  ihre
Zuneigung  ihr  einen  Antrag  machte.  Irmgard
aber  hatie  mit  ihm  gespielt  und  wies  ihn  ab,
so  kurz  und  bündig,  daß  die  Liebe  des  Engländers
  sich  in  leidenschaflichen  Groll  verwandelte.
  Er  bestand  auf  Joforiiger  Herausgabe
  seines  Depots.  Pebold  aber  wusßte  sich
keinen  anderen  Rat,  als  das  Geld  zu  unterlchlagen
  und  es  Ihnen  i  in  Verwahrung  zu  geben.
war  von  Sinnen,  die  Aufregung  hat  ihn
dann  dahingerafft.  Das  sind  die  nicht  hinwegzuleugnenden
  Tatsachen,  alles  andere  ist  Favel,
müßiges  Geschwätz.  Hätte  Dzrmgard  den  Lord
damals  nicht  etum  Gespött  der  Gesellschaft  gerr.ri
  so  wäre  Pe  tzold  vielleicht  noch  ain  Leben.
Er  jelbit  sagte  mir,  daß  eine  woblgelungene
Spekulation  in  aus  der  Kalamität  bekreien
könne.  Und  als  Schwiegervater  deo  Lords

 

hätten  Petzold  sa  Kapttabten,  in  jeder  bellebiger
ide

 

EIIALI

die  Poftverwaltungen  so  gut  wie  ganz  umsonst
die  Postbesörderung  mit  erledigen  tann.  Injolpedessen
  werden  die  Eitenbahnverwaltungen.
die  Oberhand  für  diesen  Julunfteplan  sich  si.
chern.  Auch  Bauern  wird  dabei  im  Vordergrund
ehen.

Diese  Datlegungen  jührten  in  verschiedenen
Kreisen  zu  Beoenken  über  e#bantalsch,  „Lustschisspläne“.
  Indessen  wird  der  „MI  A.  A.“  (Nr.
233,  jetzt  aus  Kreisen  des  bayr.  e  A.  uen.
gesch  rieben:  Bei  vielen  ron  uns  schwanden  die
Zweisel,  als  in  der  Aussprache  über  die  geplante.
Personentariferhör  ung  der  Vertreler  der  baye:
rischen  Verlehrsrerwaltung  diesen  Artilel  in
einer  Frage  des  Lurusverkehrs  als.  Lewichtige,
beadltens  merie  Stimme  heranzog.  Die  Sache
besch  ästigt  die  Verlehrsverwaltungen  bereits  eingehend.
  Sie  war  schon  so  weit.  daß  die  ösler,
reichisce  Regierung  der  „Jlag“  jreie  Bahn  und
Konzession  zu  geden  bereit  war.  -

 

Isyersfsjkc  Låajwisthfjafjmr.
München,  1.  Juni.

Der  Bayer.  Landwirtschafterat  hielt  am  31.
Mai  eine  Bollversamm#ung  ab.  Wicktige  Punkie
sianden  auf  der  Tagesordnung,  Beschlüste  weiltragender
  A:t  wurden  gesaßl.  Die  wichtigste
Mittleilung  betrifst  den  Entwurf  einer  Reichsgetreidecordnung.


In  erner  Linie  beschäftigte  man  sich  mit  der
bedeutsamen  Frage  der  Vermehrung  und  Förderung
  der  Schafmcht.  Geh.  Hofral  Prof.  Dr,
Vogel  Münden  hatte  zu  dirsem  Punitte  einen
ebenso  bervorragenden  wie  erscl.  öpsenden  Bericht)
aue  gearbeitet.  Die  Kriegswirtsc  rast  hat  die  Bedeulung
  und  Nanwenein  B  einheimischen
Schaflallung  ilar  erwiesen.  **—(  die  Lehtere
iretz  aller  tatsachlich  bestehenden  veelfach  großen
Schwierigleiten  noch  mit  intensivem  Landwirkschaftebetriet
  vereinigen  läst.  Leweisen  zahlreiche
  unserer  landwirtschaftlich##a  Betriebe  auch
in  Bahern.

Die  vom  Berichteritalter  sür  die  Hebung  der
banerischen  Schafzucht  aufgeilellten  Leilsäge  sanden
  einlimmige  Annahme.  Mit  besoncerem  Inleresse
  wurd.  der  weitere  Punlt  der  Tagesoronung.
  nämlich  der  Entwurf  einer  Reichsgetreideordnung
  behandelt.  Der  erlte  Präsident  Dr.
Urhr.  von  Cetto  gab  den  vom  Slantomininerium
Innern  cem  Bayer.  Landwirtschaftorat  in
kürzeiler  Frist“  zugeleiteten  Entmurf  der  Reichsge#reideordnung
  in  seinen  wichtigiten  neuen  Beslimmungen
  betannt.  Die  Lollversammlung
flimmte  den  solgenden  Amrägen  des  Direttoriums
  des  Bayer.  Landwirtschafterates,  däs  sich
schen  tage  vorher  mit  diesem  Entwurf  eingehend
befastt  Palte,  einlimmig  zu.  Diese  Anträge  lauten:


 

des

IJ.  Es  soll  auch  im  lommenden  Erutejahr
nach  wie  vor  unser  bisheriges  bewährtes  Shitem
der  Selbstbewirtichaftung  einschließlich  der  (Oersie
auf  dem  seibie.  ändigen  Wirtschaftsgebiete  Bayern
anren  terhalten  bleiben.

Der  Beschluß,  der  3.  Vollversammlung  vom
—  1917.  „es  solle  den  Landwirten  die
—  bleiten,  eine  gewisse  Mindenmente
der  eigenen  Hersteerzeugung.  mindestens  aber  die
cigene  Erzeugung  bis  zu  20  Zentnern  im  eigenen
Betrie#e  zu  verwenden“  soll  mit  ellem  Nachdruc
  aufrecht  erhalten  Uleiben.  Denjenige  n
Wirtschaften.  welche  teine  Gerite  erzeugen,  soil
eine  entsprechende  Menge  Haser  zur  Verwendung
im  eigenen  Betriebe  belassen  werden.

3.  Bei  dem  gieichsalls  schon  in  der  3.  Vollrersammlung
  am  17.  April  1917  gefaßlen  Beschluß
  zufolge  wird  wiederholt  vie  dringende  Fordererg
  nach  ualitäts-Preisezuschlägen  für

Höhe  zu  Gevote  gestan
,  ind  Sie  allein  nugen  die  Schuld  daran,
daß  Vegoid  in  Schwierigkeiten  geraten  konme!-woilte
  Beate  sagen,  aber  die  jeu  vor  einer
Auseinandersebung  mit  dieser  Frau  schloß  ihr
n

die  .

Dadurch  sind  dreiste,  kecke  Menschen  den
zartfühlenden  gegenüber  so  leicht  ien  Vorteil,
d  ie  rücksichtslos  zur  Sprache  bringen,  was
der  Feinfühlende  nicht  über  die  Lippen  zwingt.

9  war  der  Komtesse  gegenüber  #on
einer  bezaubernden  Aufmerksamkeit,  goß  ih
Schokolade  ein,  zog  die  Fuhßbank  hern#  d
ging  auf  ihre  lleinen  bKisessalben  ein.

Dadurch  fühlte  Beate  sich  verpnichtet  und
wider  Willen  besansige  Julie  aber  hatle  ihren
Vorteil  bald  heraus.

„Sind  Sie  immer  noch  in  dem  Artu
besangen,  liebe  Verehrte,  daß  ich  Irmgar
Schaden  zufügen  will?"  fuhr  sie  bgla
sort,  „ich  wilt  Ihnen  aber  sogleich  beweisen.
daß  nichts  mir  ferner  liegt,  als  gegen  meine
Elesoochr  zu  intrigieren.  Ic  iß

wohl,  daß  Irmgard  in  die  perschlossenen  und
arscgelten  Nä#me  ihres  Elternhauses  eingebrngen
  ist.““

lchwiien  und  weidete  sich  förmillch  an
Lea  cenkeher
woher  haben  Sie  ersahren  —7“
stanrzzelie“  t  alte  Dame  endlich  falsungslos.
ulie  triumphierte.  Ulso  doch1  Endji  ich  hatte
4  —mmm-  und  vorsichtige  Komtesie

P
5

 

„Och  weiß  es.  das  mag  Ihnen  Len#gene#
fuhr  Julie  sehr  bestimmt  sort,  „.und  es  ist  ##
auch  bekanm,  daß  Irmgard  in  dem  Sckheisn

Sonntas.  3.  Juni  1%
Gerste  erhoben.  (Auf  Antrag  des  2  2.  Prasioenten
Landesölonomierats  Mittermeier  wird  folgender
Zusatz  beschlossen:  a)  Der  Neichsgetreldestelle
soll  eine  besondere  Geschäftsabteilung  für  oie
Braugerstenvert:  ilung  angegliedert  werden,  b)
die  leitenden  Beamten  der  Reichsgerstengesellschaft
  sollen  mit  übernommen  eerden,  er  der
Brauindustrie  soll  im  Aufsichtsrat  der  Reichsgetresdeilelle
  eine  Vertrelung  zugebilligt  werden.“


4,.  Bei  der  in  der  neuen  Reichs-Getreide-Ordnung
  vorgesehenen  stärleren  Heranziehung  der
Kemmunalverbände  und  Gemeinden  in  Crfüllung

  ihrer  Lieferungsverpflichtungen  muß  lesonders
  darauf  ansmerlsam  gemacht  werden.  ##nzweifellos
  große  Härten  und  Ungerechtigkeiten
entitehen,  wenn  die  einschlägigen  Maßnalmen
auf  den  Ergebnissen  von  Schätzungen  aufger  aut

werden.

5.  Im  Hinblick  aus  die  bezüglich  en  Ausführungen
  und  Beschlüsse  der  wiederholt  erwähnten
3.  Vollversammlung  vom  17.  April  1917  muß
gleichfall-  wiederholt  darauf  hingewiesen  werden,
  daß  es  insbesondere  seil  Herak  setzung  der
Selbitversorgerquole  als  doppelt  hart  u.  unhaltbar
  empfunden  wird,  daß  die  Landwirt-Arbeilgeler

  wie  Arbeitnehmer  nicht  ebensalls
  unter  die  Schwerstarbeiter  gerechnet  werden.
  Wir  müssen  aufs  nachorücklichste  auf  die
Wefahren  dieser  Unterscheidung  Dinweisen,  da
die  Ernährung  der  landw.  Bevöllerung  direlt
ungenügend  und  dadurch  die  Ernteeinbringung
besähret  ist.

6.  Das  letztere  ist  der  Fall,  wenn  e:  nicht  gelingt,
  den  dringendsten  Bedarf  an  Erntebier
für  die  Laudwirtschaft  sicherzustellen.

7.  (Zusatz  Dr.  Mahzinger.  !  Nachtragliche
aul  erordentl  che  Preiszuschlage  fur  Getreide  wie
sie  die  Heereverwallung  für  Haser  im  vorigen
Winter  und  ineobesondere  wiederum  in  den  letzten
Wochen  für  die  Ablieferung  von  angelich  freien
Hasermengen  anwendet,  sind  zu  verwersen  und
in  Zulunft  unbedingt  zu  vermeiden.  Sie  werden

meist  nur  zu  Prämien  für  die  säumigen  Ablieserer,
  gereichen  aber  den  eifrigen,  pflichtgetreuen
Nniescenen  zum  Machte  ile  und  Verdr

Reichorat  Buhl  legte  nunmehr  der  Vonrersammlung
  folgende  Aeuscerung  vor,  die  diese  zur
Kenninis  nimmt:  „Mir  erscheinen  die  neueien
lriegswirtcchaftlichen  Makregenn,  sowohl  die
Reichegetreide  eordnung,  die  Feltsetzung  mancher
Höch'stpreise,  wie  namentlich  die  Gefährdung  des
Kiel  napels  durch  die  Fleischzulagen  im  Interesie
  nicht  nur  der  Auf#ucht,  sondern  vor  allem
auch  im  Interesie  der  allgemeinen  Vollsernahrung.
  besonders  auch  der  Milchversorgung  der
Kinder  und  Kranken  in  den  Groß-Sitädien
höchst  bedenllich.  Ich  krann  mich  aus  diesen
  Gründen  nur  mit  den  jüngiten  Aus#hrungen
der  Herren  Geheimrat  Dr.  Heim  und  Dr.  Schlit
tenbauer  in  Negensburg  vollfländig  einwerflanden
  erllären.  Wenn  in  der  offiziösen  Preise  gegen
die  Vetonung  bayerischer  Wüniche  und  Anschanungen
  der  Vorwurf  des  Partilulariemus  erboben
  worden  ist.  so  weise  ich  diesen  weit  zurüek
und  eriläre,  daß  wir  uns  in  Banern  von  Reichstreue
  von  niemanden  übertreffen  lassen  und  daß
nnere  Reichsfreudigleit  selbst  die  freilich  schmerz
liche  Belastung  durch  das  Berliner  Spslem
der  Zentralisierung  erträgt.  Die  K.  Bayerifsche
Staatsregierung  ersuche  ich  aber  unlbeirrt  mil
allem  Nachdruck  in  Berlin  iDnen  Stanopunlt  zu

rertreten  und  ilire  Einwendungen  gegen  das
Berliner  V  erfabren  aus  vaterlindischen  Grun--den
  zu  erheben.  Den  Bancrischen  Lanowirtschaftsrat
  bitte  ich  aber  i  in  dieten  für  das  Durchhalten
  geradezu  entscheidenden  Fragen  in  möglichst
  enge  Fühlung  mit  den  anderen  landw.  Körberschaften
  zu  treten,  um  den  Foroerungen  unserer
  heimischen  Landwirtschaft  möglick  großen
Nachdruck  zu  verleihen.“

—

vericherte  le,  als  die  Motrone-  dor  Schres  und
Angst  laut  ausstöhnte,  „über  meine  Lippen
kommt  kein  Wort.  Eine  so  abscheuliche  Dopiiel
rolle  werden  Sie  mir  nicht  zutrauen.  Seitdem
ich  mit  Irmgard  unter  einem  Dachlnune,
Freife  ich  sie  nicht  mehr  an.  Ich  gebe  ja  offen
zu,  daß  unsere  Charaltere  zu  verschieden  geartet
  sind,  alo  daß  wir  uns  je  verstehen  könnten,
aber  sie  ist  meine  nichste  Verwandie.  und  als
lolche  gelpelticre  ich  si

ei  Dan  "|lr  leufzte  Beate,
arme  Kni  wäre  ja  auch  verloren

„Das,  was  Irmgard  gelan,  wird  mit  Juchthaus
  bestraft.“

„O,  ewige  Barmherzigkeit!“
schlos  mit  beiden  Händen  Julies  Rechte.  „Bewahren
  Sie  unser  Geheimnis,  wir  wollen  e5
Ihnen  nie  bergelien.

„Es  w  ihr  natürlich  an  der  Wiedererlangung
  einiger  Iu  Juwelen  gelegen  7“  forschte
Frau  Peßold  la

„Behüte,  nein,  ein!-  berichtete  die  alte
Dame  „eifrig.  „Die  köstlichsten  Geschmeide,  ja,
viele  Tausende  in  Banknoten  huben  vor  ihr
gelegen,  aber  davon  hat  Irmgard  nichts  anrührt.
  Sie  war  aber  überzeugt,  daß  ihr
Arier  ein  Schreiben  hinterlassen  hatte,  das
nicht  in  fremde  Hände  gelangen  durfte.  Und
Larin  hatte  das  Kind  sich  nicht  getäuscht.  Der

rief  lag  obenauf  in  dem  Geheimfach  des
W  und  ein  Vermögen  an  Gold  und
Verlen  und  Wertpapleren  dacei.  Irmgards
rechtmäßlges  Eigentum.  Und  doch  wagte  sie
es  nicht,  etwas  duron  anzurlhre

„Wie  einälitg.  Kachte  uge  alch  lollte
mur  an  ihrer  Stelle  gewesen  sein!-„das



Beate  um- 



Geframt  bat.  Sie  dürken  aganz  beruclat  kein.“.

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