nennen U mn FERIEN TE RE EEE Tre . EEE a
mungen er fürchtet.‘‘ Das belgische Außenministerium gab von diesen
Äußerungen sofort den anderen Gesandten Kenntnis!). —
Was hier Baron Solvyns von Alexander III. ahnend voraussagen
zu müssen glaubte, hat sich 1914 an seinem Nachfolger Nikolaus in
furchtbarer Weise erfüllt. —
Ein weiterer Bericht aus London vom 27. November 1891?) atmete
wiederum den Geist großer Besorgnis. Baron Solvyns teilte mit, daß
die Zuversicht auf die Erhaltung des Friedens nicht mehr so groß sei,
wie man es bis vor kurzem habe glauben machen wollen. Er fragt: „Hat
das (Londoner) Auswärtige Amt tatsächlich Angaben über die zwischen
Frankreich und Rußland getroffenen Vereinbarungen erhalten? Hat
Österreich wissen lassen, daß die von der russischen Obrigkeit längs der
polnischen Grenze getroffenen militärischen Maßnahmen an der beabsichtigten
Eröffnung eines Krieges im nächsten Frühjahre keinen Zweifel
lassen? Wird endlich der Revanchegeist, der nicht aufgehört hat, das
französische Volk zu beseelen, den aber die Befürchtung eines vorzeitigen
Kampfes bis jetzt zurückgehalten hat, am Ende einen unwiderstehlichen
Druck auf die Regierung ausüben, so daß sie den Angriff auf einen weniger
gefährlich gewordenen Feind beschließt? In London ist man überzeugt,
daß der geringste Zwischenfall plötzlich für einen Zusammenstoß als
Vorwand dienen kann, der dieses Mal ganz Europa in Brand stecken
könnte.“ Solvyns fügt hinzu, er könne den Gründen dieser Auffassung
nicht nachgehen und beschränke sich daher darauf, sie festzustellen.
Als Greindl am 6. Dezember 1891?) über die Durchreise des von Paris
zurückkehrenden Herrn v. Giers berichtete, hob er wohl hervor, daß nach
der Ansicht des Barons v. Marschall der Zar und seine Regierung von den
friedlichsten Gesinnungen beseelt seien, und daß Herr v. Giers dieselbe
Gewißheit auch hinsichtlich der französischen Regierung von Paris mitgebracht
habe; aber er fügte doch treffend hinzu: ‚Es scheint mir, daß
man allzuoft wiederholt, der Friede sei gesichert. Man würde es nicht
nötig haben, alle acht Tage auf dasselbe Thema zurückzukommen, wenn
man ganz sicher wäre, daß es wahr ist.‘
Der alarmierende Bericht des Barons Solvyns vom 19. November
1891*) war auch Greindl zugegangen. Er nimmt mit folgenden Worten
zu ihm Stellung. ‚Die Lage ist durch die Unterhaltung, die Sie die Güte
hatten mir mitzuteilen, getreu wiedergegeben. DieRegierungen beherrschen
sie nicht. Die panslawistische Partei, stärker als der Zar, entscheidet
über Krieg oder über Frieden, und die zuverlässigste Gewähr, die wir
für die Ruhe (Europas) besitzen, ist die Hungersnot in Rußland, die mit
dem Versagen der letzten russischen Anleihe in Paris zusammenfällt.‘
Greindl fügt hinzu, derartige Gedankengänge hätten den König von
Rumänien dazu bestimmt, sich mit dem Dreibunde zu verständigen,
!) Bd. V, S. 303.
?) Bd. V, S. 304.
2) Bd. V, S. 304/305.
*) Vgl. oben.
70