128 #A#teratur.
dung der Ehe dem Bande nach das eheliche Verhältniß
gänzlich auflöse, aus diesem Grunde daher
die Bestimmungen des Boyer. Landrechts, welche
nur die Wirkungen der Ehescheidung zu Tisch und
Bett betreffen, auf die Alimentationspflicht des
Ehemanneß nach aufgelöster Ehe nicht angewendet
werden könnten.
Diese Urtheile betreffen daher einen ganz anderen
Fall als derjenige ist, welcher in Frage steht.
Urth. vom 19. Febr. 1887; Reg.-Nr. 1 148|86.
Literatur.
Im Verlage von J. Bensheimer in Mannheim
erschien:
Das Babische Landrecht, unter Berücksichtigung
des Rheinischen Rechts, annotirt
nach der Rechtsprechung der deutschen Gerichte.
Von Dr. Max Hachen burg, Rechtsanwalt
am Landgerichte Mannheim. 8% S. 486. Prels
brochirt 8 Mark, elegant gebunden 10 Mark.
Was dilese annotirte Ausgabe des Badischen Landrechts,
dessen Verhältniß zum Code eivil bekannt ist, besonders
werthvoll macht, ist die Gewährung eines Ueberblicks über
die praktische Anwendung der französischen bürgerlichen Gesetzgebung
in der deutschen Rechtspflege und im Zusammenhang
mit der neueren deutschen Rechtsbildung. Die Beachtung
der Ergebnisse deutscher Rechtspflege ist für den
usus modernus Codicis Napoleonis in foro Germanico
doch mindestens von gleicher Bedeutung wie die Anbetung
der Pariser Rechtsprechung. Möge daher Hachenburg's
Ausgabe in deutschen Landen gute Verbreitung
finden. Sie ist auch typographisch vorzüglich ausgestattet.
Redakteur: Dr. Julius v. Staudinger in München.
Verlag: Palm & Enke (Carl Enke)) in Erlangen.
Druck von Junge & Sobn.