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lichsten Bildungen zeigen sich uns unter dem Vergrößerungsglase. Man
prüft Trinkwasser auf seine Güte, indem man es in einem Fläschchen fünf
Minuten lang kocht. Enthält es fremde Bestandteile, so bildet sich ein
Bodensatz; viel Kalk zeigt sich durch Trübung des Wassers, da die Kohlen-=säure
durch die Erhitzung entweicht. Gestandenes, schales, trübes Wasser
trinke man also nicht.
Eisig kaltes Wasser vermeide man lieber, 12—14° R. ist seine angenehmste
Temperatur. Morgens früh in nüchternem Zustand ein Glas frisches
Wasser trinken, wirkt vorzüglich auf die Verdauungsorgane ein, reinigend
auf Rachen und Schlund, Appetit erregend und Stuhl befördernd. Hinuntergestürztes
kaltes Wasser übt einen nicht unbedentenden Nervenreiz aus, der
bei nervenschwachen oder herzleidenden Personen zu unangenehmen Erscheinungen
führen kann. Ein kalter Trunk in erhitztem Zustande hat manchem,
der mit Krankheitsstoffen überladen war, Entzündungszustände oder Stauungen
verursacht; ja auch Hirn= und Herzschläge hat man dabei infolge der plötzlichen
Zirkulationsstörung beobachtet. Schluckweises langsames Trinken
dagegen, besonders bei gleichzeitigem Tiefatmen, ist auch in erhitztem Zustand
ungefährlich. Bei reichlichem Obstgenuß und ruhiger Lebensweise ist tägliches
Wassertrinken ziemlich überflüssig, nur nach körperlicher Anstrengung
und gesundem Durstgefühl ist es begründet. Das gewohnheitsmäßige Wassertrinken
zu allen Mahlzeiten ist etwas recht übles, verdünnt den Mageninhalt,
strengt Herz und Niere an. Nur bei gewissen nervösen Störungen mit
lebhaftem Durstgefühl lasse man zur Beruhigung schluckweise Wasser trinken,
schaffe gleichzeitig aber alle dursterregenden Speisen ab. Kinder gewöhne
man gar nicht an das fortwährende Trinken. Die aufgeklärte Hausfrau ist
für solche Mißbräuche verantwortlich. Unter den künstlichen Getränken stehen
die Moste obenan. Man hat gelernt, aus den meisten Baum= und Strauchfrüchten
köstliche „Weine“ zu bereiten, welche man durch ein besonderes
Verfahren vor der Gärung bewahrt. Es entwickelt sich in ihnen deshalb
gar kein Alkohol. Zur Blutverbesserung, als Genuß= und Festgetränk seien
sie alt und jung empfohlen. Die vorzüglichsten Weine liefert in Deutschland
die Rheingegend. Die deutsche Weinmostkelterei Lampe in Worms
a. Rh. stellt köstlichen „Burgunder"“ und „Liebfrauenmilch“ usw. her, deren
Gehalt an mineralischen Bestandteilen, Fruchtzucker und Säuren für Kranke
und Genesende sehr wertvoll sind.