thumbs : Die Frau als Hausärztin.

14  Nerven.

Unterschiede,  um  Einfluß  hinsichtlich  der  Funktionen  der  Nerven  zu  erzielen.
Fremdstoffe,  z.  B.  als  Arzneigifte  eingeführt,  äußern  sich  ost  in  hestiger  Weise
durch  ihre  Wirkung  auf  das  Nervensystem.  Die  einen  erregen,  die  anderen
lähmen  dasselbe.  Worin  derjenige  chemische  Vorgang  besteht,  welcher  sich  als
„psychologischer  Nervenreiz“  äußert,  d.  h.  was  dazu  gehört,  um  eine  natürliche
Empfindung  von  außen  nach  dem  Gehirn  zu  leiten  und  von  dort  einen  Willensakt
  nach  einem  fernabliegenden  Muskel,  das  ist  noch  nicht  vollständig  erkannt.
Die  hierüber  aufgestellten  Vermutungen  (Hypothesen)  gehören  nicht  hierher.
Sicher  ist,  daß  zu  dem  Strömen  innerhalb  der  Nerven,  den  eigentümlichen
  blibarüigen  Vorgängen  im  Gehirne  chemische  Stoffe  und  vorübergehende
Verbindungen  notwendig  sind,  die  nur  am

lebenden  Organismus  zu  beobachten  wären  und,
weil  dies  seither  nicht  möglich  war,  darum  auch
nicht  erforscht  sind.  Bekannt  ist  auch,  daß  Stoffwechselstörungen
  in  unserem  Körper  sogenannte
„Selbstgifte“  erzeugen,  die  in  einem  gesunden
Organismus  dauernd  nicht  vorhanden  sind,  und
daß  diese  in  erster  Linie  auf  das  Nervensystem
  wirlen  und  es  zu  vergiften  vermögen.
Es  muß  daher  unsere  Sorge  sein,  einerseits
durch  richtige  Ernährung,  genügende  Muskeltätigkeit,
  flotte  Darmtätigkeit  die  Bildung  solcher

Oberfia  *.  Kopfnerv  Selbstgifte  zu  verhüten  und  anderseits  uns  vor
Oberstachliche  Kopfnerven.  „:  «  .  ..
4%  Arzneivergistung  zu  bewahren,  indem  wir  in

Erkrankungsfällen  und  bei  störenden  Schwächezuständen
  uns  niemals  verleiten  lassen  —  im  guten  alten  Glauben  an  die
Wunderkraft  von  Pillen,  Salben  und  Pulvern  —,  durch  schädliche  „Medizin“
uns  zu  vergiften.  Zu  den  in  hohem  Grade  auf  das  Nervensystem  wirksamen
Fremdstoffen  gehört  auch  der  Alkohol,  von  dessen  nervenlähmender  Eigenschaft
  wir  an  anderen  Stellen  weiter  sprechen  werden.

Man  vergleicht  die  Nervenfäden  gerne  mit  Telegraphensträngen,  die
von  der  Hauptstation  ihre  Aufträge  nach  der  Oberfläche  des  Körpers  vermitteln
  und  von  dieser  die  von  außen  kommenden  Eindrücke  nach  der  Hauptstation
  —  dem  Gehirne  —  befördern,  und  man  unterscheidet  deshalb  Bewegungs=
  und  Empfindungsnerven.  Erstere  gehen  an  die  Muskeln,
geben  diesen  jenen  Reiz,  der  eine  Bewegung  auslöst;  letzterc  sitzen  in  der
Haut  und  in  allen  inneren  Organen  und  leiten  die  Empfindungen  dem  Bewußtseinsorgane,
  dem  Gehirne,  zu.  Ihrem  Ursprungsorte  nach  teilt  man  die
Nerven  ein  in  Gehirn=  und  Rückenmarksnerven,  ihrer  Verteilung,
ihrem  inneren  Bau  und  ihrer  Funktion  nach  in  Sinnesnerven,  die  Auge,
Ohr,  Nase  usw.  versorgen,  und  in  sympathische  Nerven,  welche  in
Zellhaufen  längs  der  Wirbelsäule  liegen,  mit  den  Rückenmarksnerven  in