Die 7. Karte.
Der prager (1635.) und westfaͤlische (1648.) Friede findet das alber—
tinische Sachsen auf der Hoͤhe seiner Adußeren Macht und seines Länderumfangs,
über 700 Mln. und etwa 1 Mill. Menschen (die Verluste des
Kriegs eingerechnet). Aber seine politische Bedeutung sinkt. Das Ende des
17. Jahrhunderts sieht den Uebertritt des machtigsten evangelischen Reichs-,
fürsten zum Papstthum; darauf folgen jesuitische Bekehrungsversuche,
die in den Fürstenhäusern mehr Erfolg haben, als im Volke. Geschwächt ist
außerdem des Staates Macht durch die im Testamente Johann Georgs I. begründete
Zersplitterung des Gebietes unter 4 Linien, daher giebt es eine Zeitlang
elf regierende Fürsten im wettinischen Lande. Die erste Hälfte des 18.
Jahrhunderts bringt das Land in's tiefste Verderben durch die Regierung des
Premierministers Grafen Heinrich von Brühl. Drei Kriegemit Preu-Hen
verheeren es. Allmälige Erhebung unter Kurfürst Friedrich August dem
Gerechten. Diese spätere Zeit liegt, da sie auf die äußere Gestaltung des albertinischen
Landes keinen wesentlichen Einfluß übt, außerhalb der Gränzen dieses
Abrisses. Wir haben demnach nur die Hauptthatsachen zu Ende des 17. und
Anfang des 18. Jahrhunderts zu betrachten, bis zur Wiedervereinigung der gesammten
albertinischen Lande. »
1652,20.Iuli.KurfürstJohannGeorgi.theiltitiseinemTestamentedas
Albertinerland unter seine 4 Soͤhne, daher bestehen seit
1656, 8. Ocbr., wo der Kurfürst Johann Georg J. stirbt, 4 albertinische
Länder: a) das Kurfürstenthum Sachsen (Johann Georg Il.);
b) das Herzogthum Sachsen-Weißenfels und Fürstenthum Querfurt
(Herzog August); c) das Herzogthum Sachsen-Merseburg (Herzog Christian)
und d) das Herzogthum Sachsen-Naumburg-Zeiz (Herzog Moritz).
Irrungen und Streitigkeiten erheben sich bald zwischen den Linien.
1660. Fünf Zwölftheile der Grafschaft Henneberg (bisher von beiden wettinischen
Hauptlinien gemeinsam verwaltet) fallen an Sachsen-Naumburg.
1676. Für das stehende Heer in Kursachsen werden 400,000 Thlr. verwilligt.
1680. Prof. Thomasius in Leipzig tritt wider den Aberglauben auf.
— — 22. August stirbt Kurfürst Johann Georg II.; sein Sohn, Johann Georg
IlII. Kurfürst bis zu seinem Tode 1691.
1686. Dr. Spener Oberhofprediger in Dresden (11. Juli).
1691. Sachsen in 7 Kreise eingetheilt: meißner, leipziger, erzgebirgischer,