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desselben drehte sich der Kampf. General Sparr, welchem der ehrenvolle Auftrag
ward, dieses Hinderniß zu beseitigen, suchte den gefährlichen Posten zu umgehen.
Es gelang ihm, obgleich seine Flanke einem heftigen Geschütz= und Musketenfeuer
ausgesetzt war. Der augenblickliche Vortheil veranlaßte die Feinde zu einem
lebhaften Angriff auf Sparr, welcher jedoch von dem tapfern General und dem
Kurfürsten, der an der Spitze von sechs Schwadronen herbeisprengte, mit glänzendem
Erfolg zurückgeschlagen wurde. Hierdurch entschied sich das Schicksal
des Tages. In großer Unordnung verließ der Feind das schützende Gehölz,
und bot nun den muthig verfolgenden Reitern freien Spielraum zu einem niederschmetternden
Angriff. Die zahlreichen Massen Fußvolk und Reiter, welche bisher
noch schlachtfertig dagestanden hatten, schwankten, geriethen in Verwirrung und
wirrten sich bald zu einem wüsten Knäuel zusammen. Von den Sandhäöhen,
durch welche sie bisher gedeckt gewesen, schmetterte jetzt brandenburgisches schweres
Geschütz mit furchtbarer Wirkung in die ungelenken Massen; die Reiterei
verrante den abgesprengten Flüchtlingen den Weg; viele wurden niedergemegßelt,
noch mehr wurden gefangen genommen, Kanonen, Fahnen und Standarten fielen
als Siegeszeichen in die Hände der tapferen Brandenburger. Zwar gelang es
einer Schaar von 18,000 Tataren, sich auf das dritte Treffen der Schweden zu
werfen, und einen Augenblick ernste Besorgniß zu erregen, doch schnell ward
die Gefahr durch die Tapferkeit und Umsicht des Königs beseitigt, und der verwegene
Angriff zu einer um so blutigeren Niederlage der Feinde benutzt.
Berichte gleichzeitiger Darsteller sagen, der Kurfürst hätte bei dieser Gelegenheit
das ganze polnische Heer vernichten können, doch politische Berechnung
habe ihn davon abgehalten, nämlich aus Besorgniß, daß er seine Verbündeten
dadurch zu mächtig machen, sich selbst zu sehr in Abhängigkeit bringen würde.
Diese Umsicht und weise Mässigung in einem so glorreichen Augenblick, wo der
Taumel des Siegesrausches leicht auf den klarsten und selbstbewußtesten Geist
mit sich fortzureissen vermag, legt einen noch glänzenderen Beweis für die Größe
des Fürsten ab, als der ruhmvolle Sieg selbst.
In wilder Flucht eilten die Polen der Weichselbrücke zu. Vergeblich waren
die Bemühungen Johann Cafimirs, vergeblich die Aufforderungen der muthigen
Königin, es stand nichts mehr vom Kampf, Rettung nur von der Flucht zu
hofsen. Schwer war der Uebermuth der stolzen Frau gebeugt, da sie keinesweges
einen solchen Ausgang erwartete, indem noch kurz vor der Schlacht ihre
polnischen Senatoren in lächerlicher Prahlerei versichert hatten: „sie würden die
Saͤbel nicht gebrauchen, denn so jämmerliche Feinde müßten mit Peitschenhieben
aus dem Lande gejagt werden.“
Unverzüglich räumte Johann Casimir seine Hauptstadt und rettete sich
nach Lublin, während die Sieger einen triumphirenden Einzug in jene hielten.
Die Schlacht von Warschau begründete des Kurfürsten kriegerischen Ruhm.
Nicht dem Zufall oder der blinden Laune des Kriegsglückes verdankten die beiden
tapferen Fürsten den glänzenden Erfolg dieser dreitägigen blutigen Arbeit; nur