Full text : Rosenheimer Anzeiger. 62. Jahrngang (62)

Aummer  12

Sonntag,  10.  Januar  1916

 

zerstörers  auf  ein  britisches  Unterseeboot  in  den
dänischen  Hoheitsgewässern  hat  sich  in  der  Weise
abgespielt,  daß  es  in  diesen  Gewössern  zwischen
den  beiden  Kriegsschiffen  zum  Kampfe  gekommen
  ist,  und  daß  sich  dabei  das  Unterseeboot
durch  Geschützsener  gewehrt  hat;  daß  bei  dem
deutschen  Angriff  die  dänische  Neutralität  verletzt
  worden  ist,  wird  von  der  Britischen  Regierung
  umsoweniger  geltend  gemacht  werden
lönnen,  als  die  britischen  Seestreitträfte  in  einer
  Reihe  von  Fällen  deutsche  Schiffe  in  neutralen
  Gerässern  angegrisfen  haben.  In  dem
Falle  der  Vernichtung  des  britischen  Dampfers
„Ruel“  endlich  hat  das  deutsche  Unterseeboot
lediglich  die  von  der  Deutschen  Regierung  im
Februar  1915  angekündigten  Vergeltungsmaßnahmen
  zur  Anwendung  gebracht;  diese  Maßnahmen
  entsprechen  dem  Völkerrecht,  da  England
  bemüht  ist,  durch  die  völkerrechtswidrige
Lahmlegung  des  legitimen  Seehandels  der  Reutralen
  mit  Deutschland  diesem  jede  Zufuhr  abzuschneiden
  und  damit  das  deutsche  Volk  der
Aushungerung  preiszugeben,  gegenüber  völkerrechtswidrigen
  Handlungen  aber  angemessene
Vergeltung  geübt  werden  darf.  In  allen  drei
Fällen  hatten  es  die  deutschen  Seestreitkräfte
nur  auf  die  Zerstörung  der  seindlichen  Schiffe,
keineswegs  aber  auf  die  Vernichtung  der  si

rettenden  wehrlosen  Personen  abgesehen,  die  entgegenstehenden
  Behauptungen  der  Britischen  Regierung
  müssen  mit  aller  Entschiedenheit  als
unwahr  zurückgewiesen  werden.

Das  Ansinnen  der  Britischen  Regierung,  die
erwähnten  drei  Fälle  gemeinsam  mit  dem  Varalong=
  Fall  durch  einen  aus  amerikanischen  Marineoffizieren
  gebüdeten  Gerichtshof  untersuchen
zu  lassen,  glaubt  die  Deutsche  Regierung  als
unannehmbar  ablehnen  zu  sollen.  Sie  steht
auf  dem  Standpunkt,  daß  die  gegen  Angehörige
der  deutschen  Streitmacht  erhobenen  Beschuldigungen
  von  den  eigenen  zuständigen  Behörden
untersucht  werden  müssen,  und  daß  diese  jede
Gewähr  für  eine  unparteliüsche  Beurteilung  und
gegebenen  Falles  auch  für  eine  gerechte  Bestrafung
  bieten.  Ein  anderes  Verlangen  hat  sie  auch
gegenüber  der  Britischen  Regierung  in  dem  Baralong-Fall
  nicht  gestellt,  wie  sie  denn  leinen
Augenblick  zweifelt,  daß  ein  aus  britischen  Seeoffizieren
  zusammengesetztes  Kriegsgericht  den
feigen  und  beimtückischen  Mord  gebührend  ahnden
  würde.  Dieses  Verlangen  war  aber  um  so
berechtigter,  als  die  der  brilischen  Regierung
vorgelegten  cidlichen  Aussagen  amerikanischer,
also  neutraler  Zeugen,  die  Schuld  des  Kommandanten
  und  der  Mannschaft  der  Baralong  so  gut
wic  außer  Frage  stellen.

Die  Art,  wie  die  Britische  Regierung  die
deutsche  Denlschrift  beantwortet  hat,  entspricht
nach  Form  und  Inhalt  nicht  dem  Ennst  der
Sachlage  und  macht  es  der  Deutschen  Regierung
unmöglich,  weiter  mit  ihr  in  dieser  Angelegenheit
  zu  verhandeln.  Die  Deutsche  Nezierung
stellt  daher  als  Endergebnis  der  Verhandlungen
  fest,  daß  die  Britische  Regierung  das  berechtigte
  Verlangen  auf  Untersuchung  des  Baralong-Falles
  unter  nichtigen  Vorwänden  unerfüllt
  gelassen  und  sich  damit  für  das  dem  Bölkerrecht
  wie  der  Menschlichleit  hohnsprechende
Verbrechen  selbit  verantwortlich  gemacht  hat.
Offenbar  will  sie  den  deutschen  Unterseebooten
gegenüber  eine  der  eriten  Regeln  des  Kriegsrechtes,
  nämlich  außer  Gesecht  gesetzte  Feinde  zu
schonen,  nicht  **  innehalten.  um  sie  so  an
der  Führung  des  völlerrechtücch  anerkannten
Kreuzerkriegs  zu  verhindern.

Nachdem  die  Britische  Rcgierung  eine  Sühnung
  des  empörenden  Vorfalls  abgelehnt  hat,
sieht  sich  die  Deutsche  Regierung  genötigt,  die
Ahndung  des  ungesühnten  Verbrechens  selbst  in
die  Hand  zu  nehmen  und  die  der  Herausforderung
  entsprechenden  Vergellungsmahnahmen  zu
treffen.  WTB.

der  Sut  der  Sober.

Kam#n  von  L.  Lracy.
MKachdr#a#  verbe##.
„Nein,  es  dsollte  keines  sem,  nerr  von  noimstetten!
  Denn  je  mellr  ich  Ihren  Scharfsinn
bewundern  lerne.  desto  won  lurne  ich  auch,
Ihre  Unaufrichtig  leit  zu  bellagen.“
eine  Ungufrichtigleit,  r  lein  von  Sylvonder?
  ?“
„Ja.“  bestätigte  sie  kurz  und  scharf.  Ihre
gute  Laune  war  schon  wieder  versiogen,  und
fßt,  wie  sie  ihr  Somali-Picrdchen  zu
pisnellssen  Gangart  amtrieb,  bewies  unzweideutig.
  in  wie  flarter  Erregung  sie  sich  befand.
Sie  erwartete  unzweifelhaft,  daß  Holmstetten
eine  nähere  Crklätung  für  ihre  leg  dc  Anschuldigung
  verlangen  würde;  da  er  adber  schwieg
und  nur  mit  fest  zusammengenreßte  n  Lippen
den  Kopf  zurückwarf,  nahm  sie  selber  nach  einer
kleinen  Weile  ungefragt  wieder  das  Wort:

Sie  wollen  nicht  frrechen  —  wohl,  so
werde  ich  es  tun.  Denn  ich  gleube  nicht  daran.
daß  Sie  blind  genug  sein  könnten,  nichts  von
dem  zu  bemerken,  was  sich  um  uns  her  vorbereitet.
  Und  ich  möchte  m  enigste:  is  erfahren,
wie  ich  mit  Ihnen  daran  bin.“

habe  tatsächlich  nicht  mehr  die  Ehre,
Sie  zu  verstehen,  nädt  ges  Fräulein:“
So  will  ich  Ihrem  Verstandnis  nachhelfen.
5  sst  Frau  von  Keyden,  über  die  ich  mit
Ihnen  reden  möchte.“
das  wäre  allerdings  ein
über'  *—  sich  sehr  virl  sagen  1  3.“

„Cin  intere  j1onteo  Thema  und  cine  inleressanie

  Frau  —  nicht  wohr?  —  Dieser  Ansicht

Thema,

 

——.  —  Er  et.

Die  Verluste  der  Franzosen  am
Hartmannsweilerkopf.

Zürich,  13.  Jan.  Die  Ehteue  Zürcher  Zeitung“
  melhet  aus  Genf:  Eine  eben  von  Beltrt
  kommende  Persönlichkeit  erklärte  uns,  die

Verluste  während  der  Kämpfe  am  Hartmannsweilerlopf
  seien  sehr  bedeutend  gewesen.  Auf
französischer  Seite  wurden  mindestens  6000
Verwundete  hinter  die  Front  geschafft.  (3.)

Gegen  die  englische  Wehrpflicht.

London,  14.  Jan.  (Reuter.)  Eine  Versammlung
  des  Bergarbeiterverbandes  in  London
  beschloß  einstimmig,  gegen  das  Milltärdienstpflichtgesetz
  Opposition  zu  machen,  aber
nichts  zu  unternehmen,  ehe  die  Bill  Gesetz  geworden
  ist.  (3.)

London,  14.  Jan.  Der  „Daily  Telegraph“
meldet:  Die  Abstimmung  der  Bergarbeiterverbände
  über  die  Dienstpflichtbill  ergaben
720  000  Stimmen  dagegen  und  40  000  Stimmen
  dafür.  Der  ausführende  Ausschuß  beschloß
demgemäß,  in  der  heute  zusammentretenden
Nationalkonserenz  der  Bergleute  eine  Entschlie-Hung
  vorzulegen,  die  den  schärfsten  Widerstand
gegen  jede  Form  eines  Staatszwanges  ankündigt.


Der  Soldatenmangel  in  England.

London,  14.  Jan.  Sitzung  des  Unterhauses
  vom  12.  Jamar:  Ulnterstaatssekretär
Tennant  erklärte  auf  eine  Ansrage,  die  Abgänge
in  der  Infanterie  betrügen  monatlich  15  Prozent.
  In  der  Dekatte  über  die  Dienst-Bill  sagte
Minister  Henderson,  er  wisse  von  Lord  Kitchener
  und  vom  Generalstab,  daß  nicht  nur  die
angemeldeten  Unverheiratelen  und  Verheirateten
  sofort  gebraucht  würden,  sondern  auch
der  ganze  versügbare.  Rest  von  650  000  Mann,
die  sich  auf  Derbys  Werbung  nicht  gemeldei
haben.  Selbst  dann  fehlten  noch  Soldaten,  die
durch  Freiwilligenanwerbung  beschafft  werden

müßten.  .  .
Ber  siamps  zue  See.

Auf  eine  Mine  gestoßen.

Sche  eveningen,  14.  Jan.  Die  hiesige
drahtlose  Station  hat  mehrere  Radiotelegramme
ausgefangen,  nach  denen  der  holländische  Dampser
  „Maashaven“  (2609  Tonnen)  beim  Galloper
  Feuerschiff  auf  eine  Mine  gestoßen  ist.
Die  Besatzung  verließ  das  Schiff  in  treibendem
  Zustand.  In  dem  Vorschiff  ist  Feuer  ausgebrochen.

  .
Tallen.

Italien  und  der  Zusammenbruch
Montenegros.

Bern,  1#4.  Jan.  Leitende  römische  Kreise
befürchten,  die  Oesterreicher  werden  nunmehr
gegen  Valona  marschieren,  das,  zumal  in  der
gegennmärtigen  Jahreszeit,  energischen  Angriffen
vom  Gelirg  her  kaum  standhalten  könnte.  Sollte
aber  Valona  und  damit  die  freie  Bewegung
Italiens  an  der  Adria  überhaupt  verloren  geden,
  dann  fürchte  man  hier  schon  den  schweriten
inneren  Rücschlag  in  Faalien.  Wie  der  „Corriere
  della  Sera“  meldet,  empfing  der  König
gestern  nachmittag  den  keinahe  gleichzeitigen
Besuch  des  rufsischen)  französischen  und  englischen
  Botschafters.  Der  römische  Korresponent

  der  „Stampa“  kündigt  an,  daß  die  Besriechung
  des  Kpnigs  mit  Sonnino  und  dem
Prinzen  Danilo  zu  vichtigen  Beschlüssen  mit

Weint  wemenens  meim  Großvoter  mit  ledem
Tage  mehr  zuzuneigen.“

„Der  Herr  Geheimrat  begt
Meit:  zung  ron  der  Dame  das  glaube  allerdings
  auch  ich  bemerkt  zu  haben.  Erst  gestern
sprach  er  zu  mir  davon,  daß  sie  die  klugste
und  geisto  *  Frau  sei,  die  er  jemals  kennen
gelernt  habe.“

Um  Erikas  Mundwinkel  zuckte  es  bitter.

„  doch  hätte  er  mit  viel  befserem
Rechte  sagen  lönnen:  die  listigste  und  verschla
  genste!  Erinnern  Sie  sich,  noch  an  aunser
Gespräch  im  Kanal  von  Suez?  —
mußle  ich  annehmen,  daß  sehr  vertramte  #n
ziebungen  zwischen  dem  Baron  und  Frau
don  Heyden  beständen  —  daß  sie  so  9
verlobt  miteinander  seien.  Und  jenzt  haben  sie
offenbar  eine  Vereinbarung  miteinander  getrofen,
  die  der  Dame  gestattet,  nach  einem
glänzenderen  Lose  zu  streben,  als  es  ihr  an
der  Seite  des  Herrn  de  Peauregard  beschieden
gewesen  wäre

deinen  Sie  das  wirklich,  Fräulein  von
Sylrander  ?  ?“

Holmstetten  hotte  eine  rasche  Wendung  im
Sattel  gemacht,  um  besser  in  Erikas  Zügen
lesen  zu  können.  Aber  sie  halle  den  Kopf  tief
gesenlt,  und  der  breitrandige  Strohhnt,  den
sie  zum  Schug  gegen  die  Sonnenstrahlen  trug,
hinderte  ihn,  ihr  Gesicht  zu  seben.  Ihre  Antwort
  jedoch  erfelgte  ohne  Zögern

„Ich  würde  gewiß  nicht  zu  segend  jemandem
  davon  sprechen,  wenn  ich  meiner  Sache
nicht  ganz  sicher  wäre.“

„Und  sollten  Sie  sich  nicht  dennoch  täuschen?
  ?%  —  Audh  ich  habe  ja  allerdings  schon
bemerkt,  daß  5n  im  Verlehre  mit  Herrn  von

eine  hohe

 

Bezug  auf  Montenegro  geführt  habe.  Die
de  Königsfamilie  komme  nach
Italien,  das  montenegrinische  Heer  werde  bei
Slutari  kämpfen  und  sich  dann  nötigenfalls
nach  Albanien  zurückziehen,  um  von  dem  dort
stehenden  italienischen  Heer  aufgenommen  und
mit  Proviant  und  Munition  versehen  zu  werden.

Die  Kriegskosten  Italiens.

Mailand,  14.  Jan.  Die  Kriegskoslen

Naliene  belausen  sich  bis  heute  auf  ungefähr

Milliarden  Lire.  In  dieser  Summe  sind

*  die  bisher  geleisteten  Zahlungen,  nicht  aber

die  bisher  eingegangenen  Verbindlichkeiten  mit

inbegriffen,  die  rbeusale  einen  erheblichen  Betrag
  ausmachen.

"
S#s  Saltetuniersehmen.
*  die  Verhaftung  der  Konfuln.

en,  14.  Jan;  Anläßlich  der  Gefangennahme
  der  k.  u.  k.  Konsularfunktionäre  in  Salonili
  richtete  der  Minister  des  Aeußern  Baron
Burian  nachstehende  Note  an  den  hiesigen  amerikanischen
  Botschafter  Pensield:  Der  Unterzeichnete
  hat  die  Ehre,  die  Gefälligkeit  Sr.
Exzellenz  des  Herrn  außzerordentlichen  und  bevollmächtigten
  Botschafters  der  Vereinigten
Staaten  von  Amerika  Frederic  Courtland  Pensield
  mit  der  Bitte  ganz  ergebenst  in  Anspruch
zu  nehmen,  Nachstehendes  der  französischen  und
der  königlich  großbritannischen  Regierung  auf
telegraphischem  Wege  zur  Kenntnis  bringen
lassen  zu  wollen:  Mit  peinlichstem  Erslaunen
erfuhr  die  k.  u.  k.  Regierung  von  dem  gegen
den  österreichisch-ungarischen  Generalkonsul  in
Saloniki,  gegen  das  Personal  und  das  Archiv
des  Konsulats  somie  gegen  eine  Reihe  ihrer
dortigen  Nationalen  verübten  brutalen  Gewaltstreich.
  Die  Gesangennahme  der  bei  der  königlich
griechischen  Regierung  bestellten  Funktionäre  und
der  unter  ihrem  Schutze  stehenden  Nationalen
sowie  die  Durchsuchung  der  mit  dem  Privileg
der  Unverletzlichkeit  ausgestatteten  Konsulararchive
  stellten  sich  nicht  nur  als  schwerste  Eingriffe
  in  die  Hoheitsrechte  eines  neutralen
Staates  dar,  Eingriffe,  die  den  elementarsten,
allgemein  hochgehaltenen  Grundsätzen  des  Völkerrechte
  widerstreiten,  sondern  sie  kehren  sich
auch  unmittelbar  wider  die  Rechte  und  Interessen
  Oesterreich-Ungarns.  Sie  lassen  sich  nicht
anders,  denn  als  Willkürakte  bezeichnen,  welche
die  Erenzen  weit  überschreiten,  die  den  Kriegführenden
  nach  Recht  und  Herkommen  gezogen
sind.  Das  besagte  Vorgehen  illustriert  neuerlich
mr  allzu  sinnfällig,  daß  Frankreich  und  Großbritannien
  vor  einer  Handlung  nicht  zurückscheuen,
  die  das  Stigma  eines  krassesten,  durch
nichts  zu  beschönigenden  Rechtsbruches  offensichtlich
  an  sich  tragen.  Die  k.  u.  k.  Regierung
behält  sich  das  Recht  vor,  je  nach  den  weiteren
Verfügungen,  welche  jene  Mächte  in  Ansehung
der  ihrer  Freiheit  Beraubten  treffen  werden,
die  ihr  angemessen  erscheinenden  Mahnahmen
zu  ergreifen.
Französische  Vergeltung.
Paris,  14.  Jan.  Der  türkische  Beamte
Salih  Ber,  dessen  Obhut  das  Archio  der  tfürlischen
  Botschaft  in  Paris  anvertraut  war,
wurde  gestern  samt  Gaitin  und  Tochter  verhaflet.
  Die  Verhaftung  wird  als  Vergeltungsmaßregel
  bezeichnet.

Die  Erbitterungin  Griechenland.

Sofia,  13.  Jan.  Hier  eingelaufenen  Nachrichten
  zusolge  wächst  die  Erregung  in  Vriechenland
  über  das  selbstherrliche  Vorgehen  der  Entente
  und  ihre  Mißachtung  der  griechischen  Neutralität
  und  Souveränität  ständig.  Die  Erbitterung
  ist  so  gestiegen,  daß  der  Gedanke,  Bul-Splvander

  aue  Kunte  #rer  Llevenswuroigkert
spielen  läßt.  Aber  ich  habe  darin  nichts  anderes
  gesehen,  als  ein  weiteres  Mittel  zum
Zweck-  nämlich  für  den  Zweck  des  Herrn  de
Beauregard.  Solange  es  ihr  auf  solche  Weise
gelingt,  den  Heirn  Gereimrat  bei  guter  Laune
zu  erhallen  und  sein  Interesse  an  den  Sitenzug
nicht  erkalten  zu  lassen,  scheint  die  Gefahr

einer  Katastrophe  in  weite  Ferne  geelie
Sie  sucht  Ihren  Herrn  Großvater  so  viel  als
möglich  mit  ihrer  Person  zu  beschäftigen,  damit
  er  gar  nicht  dazu  kommt,  an  die  neigentuchen
  Ziele  der  Erpedition  zu  densen.

ber  die  Jerzsterüg  in  ihrer  renchunge“  Ver,
*t.  zu  werden.“

„Das  klingt  Gobl  ganz  plausibel;  aber
den  en  der  Sache  trifft  es  leider  nicht.
Ich  habe  schwerwiegende  Gründe,  daß  sie  es
auf  anderes  abgeseben  hat,  als  darauf,  das
Interesse  meines  Orobvaters  nur  vorübergehend
auf  "0  zu  len

biesem  Piiend  scheute  Holmstettens

Gaul  und  stieg  hoch  a  Elne  kleine  braune
Schlange,  die  zu  uinem  snene  zusammengerollt
  in  der  Sonne  gelegen  hatte  und  von
dem  gleichfarbigen  Gesteln,  das  sie  umgab,
kaum  zu  unterscheiden  gewesen  war,  hatte  sich
fast  unter  den  Hufen  des  Pferdes  jäh  zu  ihrer
Sazen  Länge  ausgestreckt  und  suchie  nun  eiligst
eltung  in  einer  Spalte.  Es  war  das  ein
Vorkommmnis,  das  sich  viel  zu  häufig  wiederholte,
  als  daß  man  noch  We  darüber  erschrecken
  oder  in  Aufregung  geraten  können.
Und  Holmstetten  war  ein  zu  guter  Rester,  als
doß  albn  das  unvermutete  Aufbäumen  des
Pferdes  hätte  ous  dem  Sitz  bringen  können.
Beruhigend  klopfte  er  dem  zitternden  Tiere
de  en  Ichl  anken  n  Hals  und  wandte  lich  bann

 

 

garien,  den  Gegner  von  1913,  in  Saloniki
einmarschieren  zu  sehen,  seine  Schrecken  für  die
Griechen  verloren  hat  und  daß  die  Mehrhe##s
Volkes  die  Verbündeten  beim  Einmarsch  in  das
griechische  Gebiet  als  Befreier  begrüßen  würde.
Die  Stimmung,  welche  noch  vor  wenigen  Monaten
  durchaus  ententefreundlich  war,  ist  in  das
Gegenteil  umgeschlagen.  Die  Regierung  hätte
dem  Rechnung  getragen,  wenn  die  Entente  nicht
durch  militärischen  und  wirtschaftlichen  Druck
das  lleine  Land  hinderte,  seine  Interessen  und
seine  Ehre  zu  verteidigen.  Besondere  Beunruhigung
  rufen  die  Bestrebungen  der  Ententemächte
hervor,  Griechenland  durch  Ausdehnung  ihrer
Stellungen  bei  Salonikt  nach  Westen  vom  Vierbund
  völlig  abzuschneiden.  Jenidze  Wardar  ist
bereits  von  den  Franzosen  besetzt.  Allgemein
herrscht  das  Gefühl,  daß  die  Lage  unerträglich
und  eine  Entscheidung  unausbleiblich  ist,  sobald
der  Vormarsch,  der  Verbündeten  auf  Saloniki
beginnt.

#e  Maet  z  Beiwrted.

Die  Beute  von  Gallipoli.

Konstantinopel,  14.  Jaon.  Das  Hauptquartier
  teilt  mit:  Die  Engländer  veröffentlichen
  noch  immer  amtliche  Berichte,  in  denen
sie  glauben  machen  wollen,  daß  ihr  Rückzug
bei  Anaforta  und  Ari-Burun  freiwillig  und
in  voller  Ruhe  erfolgte.  Unsere  bisher  feslgestellte
  Beute,  welche  die  wirklich  vorhandene
noch  nicht  vollständig  angibt,  beweist  klar,  daß
der  Rückzug  außerordentlich  überstürzt  war.  Die
bisher  festgestellte  Beute  umfaßt  10  Kanonen,
2000  Gewehre  und  Bajonette,  8750  Munitionslisten,
  13  Bombenwerfer,  45.000  Bomben,  160
Munitionswagen,  61  leichte  Wagen  mit  Zubehör,
  67  Leichter  und  Pontons,  2851s)  Zelte.
1850  Tragbahren,  ferner  eine  Menge  Benzin
und  Petroleum,  Decken  und  Teidungssiück,
dann  21000  Tomerocnkbüchsen,  5000  Sack  Getreide
  sowie  12  500  Schippen  und  Hacken.  In
dieser  Zahl  sind  die  Wasserbehälter  und  Sterilisiermaschinen
  nicht  enthalten.

Englische  Niherfolge  vor  den  Daren.


uhgtenn,  *sv“  .  Das  Hauptquartier
  teilt  mit:  Am  12.  Enuar  eröffneten

ein  Kreuzer,  neun  *g  und  ein  Monitor
  vor  den  Meerengen  ein  zeitweilig  aussetzendes
  Feuer  gegen  Tekke-Burun  und  Seddil-Bahr.
  Der  Monitor  feuerte  ebensalls  erfolglos
in  Richtung  auf  Relidel-Bahr,  als  einer  unserer
Flieger  Bomben  auf  ihn  warf  und  ihn  nötigte,
sich  in  Flammen  fehnnte  zurückzuziehen.  Am
Nochmittag  des  12.  Januar  griff  ein  von
Leutnant  Boddicke  geführtes  Flugzeug  das
fünfte  feindliche  Flugzeug  vom  Farman--Typ
an  und  brachte  es  in  der  Umgebung  von  Seddil-Bahr
  zum  Absturz.  Wir  fanden  den  Führer
tot  und  den  Beobachter  verwundet.  Das  Flugzeug
  wird  nach  kleinen  Verbesserungen  von  uns
benutzt  werden  können.  Ein  anderer  Flieger
von  uns  griff  einen  englischen  Flieger  an,  der
Saros  überflog,  verfolgte  ihn  und  nötigte  ihn,
auf  Imbros  niederzugehen.

Eincrussische  Schlappeim  Kaukasus.

Konstantinopel,  13.  Jan.  Das  Haupt:
quartier  teilt  mit:  An  der  Kaukasusfront  griff
der  Feind  südlich  des  Arasflusses  zwischen  Tahir
  und  Wali  Baba  und  nördlich  Aras  zwischen
  Keutek  und  dem  Harman-Engpasse  in  der
Nacht  zum  12.  Januar  mit  einer  bedeutenden
Streitmacht  beftig  unsere  vorgeschobenen  Stellungen
  im  Zentrum  an,  erlitt  aber  infolge  unseres
  Gegenangriffes  einen  vollständigen  Mißzerfolg.
  Der  Feind  ließ  zahlreiche  Tote  und
Gefangene,  sowie  eine  Menge  von  Waffen  und
zwei  Maschinengewehre  zurück  und  wurde  in

wieder  gegen  Erika:

„Das  wäre  an  und  für  sich  gewiß  keine
schlechte  Spectitation  für  den  recht  wahrscheinlichen
  Fall.  daß  sich  der  gesuchte  Schatz  als
ein  bloßes  Phantom  erweisen  sollte.  Und
Frau  von  Heyden  würde  ohne  Zweifel  dem
Millionär  in  der  Hand  vor  dem  ungewissen
Reichtum  im  Wüstensand  den  Vorzug  geben.
Aber  Sie  vergessen  den  Boron,  gnädiges  Fräulein!
  Ich  möchte  doch  als  sicher  annehmen,
daß  er  gegen  derartige  Plöne  seiner  schönen
Eieaien  lehr  energischen  Cinspruch  erheben

r

rin
nicht'  tun

Holnstetzen  füblte  sein  Herz  in  rascheren

Schlägen  klopfen,  ein  Symptom,  das  sich  in
der  ###en  Jeit  recht  häufig  einstellte,  wenn  er
das  Glück  hatte,  weit  von  den  anderen  entfernt
neben  der  Enkelin  des  Geheimrats  zu  reiten.
Aber  er  ließ  doch  eine  geraume  Zeit  verstreichen.
bevor  er  Be  Gespräch  fortsetzte.

mich  schon  so  weit  mit  Ihrem
Vertrauen  beehre  haben,  gnädiges  Fräulein,
möchten  Sie  da  nicht  auch  noch  den  weiteren
Schritt  tun,  mir  zu  sagen,  wie  Sie  zu  dieser
Annahme  kommen?“

„Zu  welcher  Annahme  ?“

Zu  der  Vermutung,  daß  der  Baron  lnit
den  von  Ihnen  vorausgesetzten  Absichten  der
Frau  von  Heyden  einverstanden  sein  könnte  #“

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sagte  Erika  kurz,  „das  würde  er

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