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Grillenberger und Klos (Stuttgart), deren Hauptsätze (Protokoll
S. 216, 217) lauten:
„Unter den heutigen Verhältnissen und bei dem Bestreben der herrschenden
Klassen, die politischen Rechte (1) und die wirthschaftliche Lage der
Arbeiter immer tiefer herabzudrücken, sind Streiks wie auch Boycotts eine
unumgängliche Waffe. Da Streiks und Boycotts aber zweischneidige Waffen
sind, empfiehlt der Parteitag den deutschen Arbeitern sorgfältige Erwägung
der Umstände, unter welchen sie von diesen Waffen Gebrauch machen wollen,
insbesondere betrachtet es der Parteitag als zwingende Nothwendigkeit, daß
die Arbeiterklasse zur Führung solcher Kämpfe sich gewerkschaftlich organisirt,
und zwar möglichst in zentralistischen Verbänden“ — zu diesem Zwecke versammelten
sich bereits im Oktober 1890 die Delegationen der sozialistischen.
Gewerkschaftsverbände in Berlin, um fortan das Strikewesen über ganz
Deutschland einheitlich zu orgauisiren. Die „Resolution“ schloß mit dem
„Protest des Parteitages gegen die erneuten Versuche der Regierungen und
der Unternehmerklasse, den in Deutschland vorhandenen Rest (h des Koalitionsrechts
durch die reaktionären (I) Bestimmungen in der Novelle zur Gewerbeordnung
vollends (1) zu vernichten“.
Aber die Hauptsache, „das Programm der Partei“, wurde nach
dem Referat und Vorschlage des Herrn Liebknecht einstweilen ganz
unverändert gelassen, obwohl dieses Programm, selbst nach Herrn
Liebknecht's Ausführungen, sich als höchst verbesserungsbedürftig
darstellte. Nur das „eherne Lohngesetz“ mußte „hinausfliegen“,
weil es „thatsächlich nicht existirt.“ Alle übrigen Aenderungen
wurden dem Parteivorstand überlassen. Er hat „dem nächsten
Parteitag den Entwurf eines revidierten Programmes vorzulegen
und diesen mindestens drei Monate vor Zusammentritt des nächsten
Parteitages zu veröffentlichen.“ Im Ganzen gewiß eine recht spärliche
Speisekarte, um die appetitvolle Theilnahme „der ganzen gebildeten
Welt“ zu befriedigen. Aber wenn man genauer zusieht,
ergeben diese meist inhaltlosen und wenig fruchtbaren Verhandlungen
doch das eine oben bereits angekündigte Resultat, daß die
Parteileitung und deren Haupt, Herr Liebknecht, aus jedem neuen
Beschlusse über jeden neu erledigten Gegenstand der Tagesordnung
des Parteitages, mit neuer, erhöhter Machtvollkommenheit ausgerüstet
hervorging, während die Freiheit und das Selbstbestimmungsrecht
der „Genossen“ ebenso schrittweise mehr und mehr zur bloßen Einbildung
aufgelöst wurde.
Beginnen wir, um das nachzuweisen, mit dem zuletzt erwähnten
Gegenstande der Halle'schen Verhandlungen, denen über das Parteiprogramm.
Herr Liebknecht verschwendete dabei wieder reichlich
das rednerische Kunststück, welches er überall und jederzeit in den
Kreisen der Genossen anbringt, daß er nämllich als selbstverständlich
voraussetzt, die ganze anwesende Partei habe genau dieselben Ueberzeugungen
und Auffassungen wie er selbst, habe dieselbe „wissen-