Volltext : Reden der verfassungstreuen Patrioten in den bayerischen Kammern über die Versailler Verträge.

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no  in  einzelnen  Punkten  jichtbar,  und  Ste  geitatten
mir,  deshalb  in  Kürze  darauf  einzugehen.

Das  erite  Bedenken,  das  ich  hege,  ijt  die  eititellung
  des  Militärbudgets,  das  auch  für  Bayern  in  ber
Tolge  einzig  und  allein  in  die  Hände  des  Königs  von
Preußen  gelegt  it.  Das  zweite  Bedenfen  ijt  die  Diäten-Infigkeit
  der  Abgeordneten  zum  Neichstage,  ferner  die  Beanfjichtigung
  der  Gejeßgebung  im  'Breg:  und  Bereins:
weijen  und  die  Erklärung  berjelben  als  geimeinjamer
Neichsangelegenheit,  weiter  der  TFahneneid  im  Sinne  des
Artikel  64,  der  bei  gewahrter  Militärhoheit  des  Königs
von  Bayern  in  Triedenszeiten  jchon  dem  Könige  von
Preußen  geleitet  werden  joll,  enpdlich  die  Strafbeitimmungen
  bes  Artifel  57  de3  vorgelegten  Bünbnißvertrages.
Sejtatten  Sie  mir  nun,  in  Kürze  diefe  Punkte  zu  er:
örtern.  Fürdten  Sie  nicht,  daß  ich  Sie  zu  lange  be:
hellige,  ich  fühle  jo  gut,  wie  Sie,  meine  Herren,  was
dazu  gehört,  falt  8  Xage  über  die  ung  vorgelegte  Trage
zu  verhandeln,  aber  ic,  halte  e8  für  meine  Pflicht  ale
Bolfövertreter,  meine  Anficht  an  diefer  Stelle  offen  auszufprechen,
  foiwie  e8  die  Herren  von  jener  Seite  gethan
haben.

Das  Wejen  einer  conjtitutionellen  Berfaffung  befteht
in  der  Mitwirkung  des  Volkes  zur  Teltftellung  des  Staatehaushaltes,
  und  in  diefer  Feititellung  des  Staatshaushaltes
  ijt  von  hervorragender  Bedeutung  gerade  die  Seit:
telung  des  Militärbudgets  aus  dem  einfachen  Grunde,
weil,  wie  die  Erfahrung  leider  uns  lehrt,  der  größte
Theil  der  öffentlichen  Einnahmen  ihm  zum  Opfer  fällt.
Nun,  meine  Herren,  betrachten  Sie  den  uns  vorgelegten
Vertrag!  Man  hat  gerechtet  über  den  Inhalt  des  Art.  62
Ab.  3  und  hat  darüber  geiprocdhen,  ob  der  Art.  5  alınea
2  de8  Vertrages  Bezug  bat  auf  jene  Beltimmung.
Darüber  verliere  ich  Fein  Wort,  aber  das  fage  ich  Ihnen,
meine  Herren,  meine  Stellung  zu  diefer  Trage  ift  bie,
daß  id,  die  Anfchauung  des  Herren  Neferenten  der
Majorität  für  die  volllommen  richtige  halte,  und  ich  weiß
nicht,  aber  ich  glaube  cs,  wenn  Sie  dem  Wunfjce  des
Herrn  Referenten  nachkommen  würden  und  jidy  eine
authentifche  Snterpretation  von  Berlin  erbolten,  würde
meines  uumaßgeblichen  Bedünkfens  bverjelde  Sinn  über