56
Manche Provinzen und Städte genossen Eremtions-Privilegien,
wodurch ihnen bald mehrere, bald wenigere dieser Procente,
bald sogar die Hälfte derselben erlassen war. An manchen
Orten hatte auch der König den Ertrag dieser Abgabe der
Kommunität selbst auf langehin verpfändet oder wohl gar
völlig veräußert. Die Millionen= Steuer aber, oder jere.
schwere Accise, die auf den ersten Bedürfnissen
des Lebens lag, machte sehr theuer zu leben, denn sie
mußte nicht bloß vom Erkauften, sondern auch von dem entrichtet
werden, was man selbst zog und selbst verbrauchte.
Schon war's ehedem in Spanien dadurch viel theurer
geworden, als anderswo, da mit einem Male, seit der Spanier
seine neuentdeckte Welt auszuplündern anfing, des edlen Metalles
so angehäuft viel geworden war; nun kam die neue
Steuer noch hinzu, und machte gerade die. ersten Bedürfnisse
des Lebens noch theurer. Auf einem Pfunde oder 16 Unzen
Fleisch lag, anderer Abgaben nicht zu gedenken, allein nur
als Millionen-Ste #er ein Aceis von acht Maravedis,
und der Impost, der als Millionen-Steuer auf Wein, Essig
und Oel lag, betrug wohl den achten Theil des Kaufpreifes.
Nach gleichen Verhältnissen ging's durch mehrere Artikel.
Man hatte schon am Ende des vorigen Jahrhunderts
dem Kdnig Karl II. eine Berechnung vorgelegt, daß z. B.
die Abgaben, die auf dem Wein lagen, selbst au den Orten,
wo der Wein einheimisches Gewächs ist, wenn sie alle ordentlich
entrichtet werden sollten, auf neunzig Procente steigen
müßten, und da, wo er etwa nicht selbst wachse, sondern erst
hingebracht werden müsse, gewiß weit über hundert Procente
des ersten Einkaufpreises. Das war doch wohl ein harter
Druck! «
Auch noch dem König Philipp V. hatte man die klarste
Berechnung gemacht, daß wenn Alles richtig entrichtet werden